Auch im Supermarkt etwas anders als in Deutschland
Dieser Artikel wurde am 24. März 2009 von GreyWolf geschrieben.
Auch das Einkaufen im Supermarkt unterscheidet sich in Teilbereichen von Deutschland.
Das fängt schon bei den Öffnungszeiten an. In den etwas größeren Orten und in den Touristengebieten sind viele Supermärkte mindestens bis 22:00 Uhr auf, manchmal sogar die ganze Nacht! Andererseits kann es Dir in etwas abgelegeneren Gebieten (zum Beispiel am Capitol Reef) passieren, dass auf 200 Meilen überhaupt kein Supermarkt kommt und Du Dich an den Tankstellen versorgen musst.
Besonders auffällig ist auch der freundliche Umgangston, der mit Deutschland überhaupt nicht zu vergleichen ist. In Deutschland muss man ja geradezu aufpassen, wenn man nicht von den Angestellten mit ihren Transportwägelchen überfahren werden will - in Amerika erlebte ich hingegen folgendes: In einem breiten Gang kam mir ein Angestellter des Supermarkts mit so einem Transportgerät entgegen. Ich machte natürlich Platz und er fiel mir vor Dankbarkeit fast um den Hals: “Thank you very much, Sir, I really appreciate it!” (also etwa: “Vielen Dank, Sir, ich weiß das sehr zu schätzen!”). Das möchte ich mal in Deutschland erleben.
Und es durchaus nicht unüblich, dass Du von den Mitarbeitern einfach so gefragt wirst, ob denn auch alles okay gewesen wäre (”Did you find everything okay?”).
Auch zwischen den Kunden ist der Umgangston sehr höflich. Wenn z.B. Du an einem Regal stehst und ein anderer Kunde einen Artikel in Deiner Nähe will, wird er auf jeden Fall “Excuse me” sagen, bevor er neben Dir ins Regal greift. Diese dauernden “Excuse me” sind überhaupt die häufigste Worte in einem amerikanischen Supermarkt.
Entsprechend sind natürlich auch die Kassierer(innen) freundlich.
Bei vielen Ketten kann man deutlich sparen, wenn man eine Kundenkarte beantragt (bis zu 25 Prozent, meist auf bestimmte Artikel). Die Bezeichnung dieser Karten ist unterschiedlich: saving cards, vip cards, shopping cards etc. Das ist kein Problem, sie werden einem geradezu aufgedrängt. Dabei muss man eine Adresse angeben. Entweder ihr nehmt einfach die Adresse von Eurem letzten Motel oder sogar Eure deutsche. Interessiert sowieso eigentlich keinen und die Karte bekommt Ihr sofort. Zumindest bei den größeren Ketten, die Ihr regelmäßig ansteuern werdet (Safeway, Fred Meyers etc.), lohnt sich das wirklich.
Angeblich soll es in einzelnen Ketten inzwischen diese Kundenkarten nicht mehr so einfach geben, sondern nur noch als Kreditkarte (und damit uninteressant für den deutschen Touri).
Zum Bezahlen sind inzwischen oft so kleine Geräte angebracht, durch die der Kunde seine Kreditkarte durchziehen muss. Die habe ich bisher nicht verstanden, so dass ich einfach die Kassiererin frage, wie es funktioniert. Dabei stellt sie Euch in der Regel die Frage, ob Ihr mit einer “credit”- oder einer “debit”-Card zahlt; die richtige Antwort beim Bezahlen mit ausländischen Karten ist immer “credit”.
Übrigens: In vielen Supermärkten kann man als Amerikaner bezahlen, indem man seine Telefonnummer in diese Geräte eingibt.
Eure Einkäufe werden immer(!) von den Kassierern eingepackt, entweder sofort nach dem Einscannen des Artikels, spätestens aber zum Schluss. Als wir das bei unserer ersten gemeinsamen Reise einmal selbst machten, fragte uns die Kassiererin leicht überrascht, ob wir ihren Job machen wollten.
Zum Teil wird man gefragt, ob man “plastic or paper” will, also Plastik- oder Papiertüten.
Neueste Entwicklung: self checking. In vielen Supermärkten kann man nun selbst die Waren über den Scanner führen, einpacken und bezahlen. Dafür gibt es solche “self checking”-Terminals neben den weiterhin vorhandenen normalen Kassen. Habe ich bisher noch nicht gemacht. Ist auch wohl eher zeitraubend als zeitsparend, da man einfach nicht so schnell ist wie eine erfahrene Kassiererin.
Zum Teil gibt es extra Einpacker an den Kassen, meistens Jugendliche, auch mal Rentner. Die bekommen kein Trinkgeld, es sei denn, man lässt sie die Einkäufe zum Wagen tragen (was sie Euch anbieten werden).
Und wenn es an den Gemüsetheken mal “donnert”, dann Pfoten weg. Dann wird die Ware nämlich gleich mit Wasser besprüht (inzwischen habe ich das auch in Deutschland gesehen).
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