Autofahren - was ist zu beachten?
Dieser Artikel wurde am 24. März 2009 von GreyWolf geschrieben.
Autofahren in den USA ist insgesamt - selbst mit großen Wagen - ohne Probleme machbar. Auch lange Strecken lassen sich, u.a. wegen des meist eingebauten Tempomats (amerikanisch: cruise control), relativ locker schaffen. Da die Amerikaner relativ rücksichtsvoll fahren (Ausnahmen werden leider häufiger), kann man sich auch als Deutscher leicht in den Verkehr einreihen.
Hier noch ein paar Sachen, die uns aufgefallen sind:
* Insgesamt fahren die Amerikaner gut. Allerdings haben sie die dumme Angewohnheit, überraschend aus Einfahrten auf die Straße zu ziehen. Da muss man manchmal ganz schön auf die Bremse gehen. Allerdings hupt dann auch keiner.
* Die Mittellinie ist nicht weiß, sondern gelb. In den Ortschaften und auf Landstraßen gibt es z.T. gelbe Spuren in der Mitte der Fahrbahn. Die sind zum nur zum Abbiegen von der Hauptstraße bestimmt. Bei dichterem Verkehr fährt man also erst auf die gelbe Spur und dann - wenn es frei ist - weiter. Es ist verboten, diese Spuren dazu zu benutzen, um auf die Straße aufzufahren. Insbesondere sind sie keine Beschleunigungsspuren! (Was aber anscheinend die meisten Amis nicht wissen).
* Eine Besonderheit ist der “4-way-stop” an Kreuzungen.
Grundsätzlich ist ja die Vorfahrtsregelung an Kreuzungen wie in Deutschland, d.h. entweder mit Ampeln geregelt oder die einbiegende kleinere Straße hat ein Stopschild.
Bei der Kreuzung von zwei gleichberechtigten Straßen, gerade in Ortschaften, gibt es aber auch die Situation, dass aus jeder Richtung ein Stopschild steht, dazu das Schild “4-way-stop”. Das geht dann so, dass man an die Kreuzung heranfährt, das Auto anhält und erst dann weiterfährt.
Kommen gleichzeitig mehrere Autos an, fährt der zuerst, der auch zuerst gehalten hatte. Bei viel Verkehr an so einer Kreuzung entwickelt sich dann so ein Reihum-System, ein gewisser Rhythmus, dem man sich einfach anschließt. Klingt unheimlich schwierig, ist aber in der Praxis ganz einfach. Im Zweifel einfach sehr vorsichtig in die Kreuzung reinfahren, die Amis sind meist sehr verständnisvoll im Straßenverkehr.
* In allen(?) Staaten darf man auch an der roten Ampel nach rechts abbiegen, d.h. man fährt ran, stoppt, und biegt dann nach rechts ab, wenn frei ist. Manchmal ist es auch verboten, aber dann steht ein extra Schild da “no turn on red”.
Wichtig ist dabei - wie übrigens auch in Deutschland beim “Grünen Pfeil” - dass man tatsächlich erst anhält, bevor man nach rechts abbiegt. Ansonsten gilt es als überfahrene rote Ampel und kann teuer werden.
* Die Amerikaner sind “Einbahnstraßen-Fetischisten”. Insbesondere sind die Parkplätze sehr oft so gestaltet, dass man an einer Einfahrt reinfährt und an einer anderen Einfahrt wieder raus. Also: genau schauen, wo man reinfährt. Ich habe bisher eigentlich nur zweimal Amis erlebt, die im Autoverkehr uns gegenübern richtig sauer wurden. Beides mal, weil wir eine (kaum erkennbare) Einbahnstraßenregelung nicht beachtet hatten.
* In und um größere Städte muss man immer mit Staus rechnen.
* Vorsicht bei der Ausfahrt von Parkplätzen auf Straßen. Bei Wagen mit Frontspoilern hast Du eine gute Chance, auf die Straße aufzusetzen, da die “Höhenunterschiede” deutlich höher sind als in Deutschland.
Auch auf Parkplätzen gibt es oft so ca. 10-15 cm hohe Mäuerchen, wo man schön mit dem Frontspoiler aufsetzen kann. (Da das aber auch allgemein üblich ist, musst Du sowas natürlich nicht bei der Rückgabe des Wagens melden).
* Zu beachten ist, dass Leihwagen grundsätzlich Automatik haben. Den deutschen “Gangschaltung-Autofahrern” raten wir daher an, sich in Deutschland noch mal anzuschauen, wie Automatik genau funktioniert.
* In den Mietwagen befinden sich in aller Regel CD-Player, CDs also nicht vergessen! Inzwischen (2008) setzen sich nach und nach auch mp3-Player in den Mietwagen durch.
* Teilweise gibt es gebührenpflichtige Straßen oder Brücken (amerikanisch: “toll” - wie wir es ja inzwischen auch aus dem “tollen” Toll Collect-System kennen). Im Gegensatz zu den europäischen Preisen sind aber die amerikanischen sehr moderat. Teilweise kosten Brücken gerade mal 50 Cent, selbst längere Strecken auf Toll-Straßen kosten nur wenige Dollar. Diese Strecken wegen ihrer Gebührenpflichtigkeit zu umgehen, ist angesichts der geringen Kosten unnötig.
* Und außerdem: in jedem Staat gibt es ein unterschiedliches Tempolimit, an die sich nicht alle halten, die aber relativ intensiv überwacht werden!
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