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Muss man Angst vor wilden Tieren haben?

Dieser Artikel wurde am 24. März 2009 von GreyWolf geschrieben.

Klare Antwort: Nein!

Deine Chance, von einem wilden Tier in den USA verletzt, geschweige denn getötet zu werden, sind absolut minimal. Abgesehen natürlich von einem besonders gefährlichen Tier: dem Menschen! :-)

Die wenigen Fälle, bei denen Touristen von Tieren wirklich verletzt wurden, sind zumeist auf erstaunliche Dummheit zurückzuführen.
Übrigens ist Deutschland da auch nicht ganz ungefährlich, wenn man sieht, wieviele Menschen hier z.B. im Jahr von (ihren eigenen oder fremden) Hunden gebissen zu werden.
Und vor kurzem meinte ein besonders schlauer Mensch aus einer hiesigen Stadt, er müsse unbedingt eine Ringelnatter anfassen. Dummerweise war es eine Kreuzotter und er fand sich auf der Intensivstation wieder. Tja, solchen Leuten kann man halt nicht helfen.

Spaß beiseite: Schon der ein oder andere Besucher hat Angst davor, von wildgewordenen Schlangen oder Bären “verspeist” zu werden. Tatsächlich ist diese Gefahr für den Touristen wirklich gering. Natürlich wirst Du in den amerikanischen Nationalparks etc. viele Tiere sehen. Wir haben bisher u.a. gesehen: einen kleinen Schwarzbär (der sich allerdings für uns überhaupt nicht interessierte), Bisons, jede Menge Damhirsche, Weißwedelantilopen, einen amerikanischen Weißkopfseeadler, Präriehunde, Squirrels und Chipmunks, Dickhornschafe etc. etc.

Im Zweifel gilt, dass alle Tiere mehr Angst vor Dir haben als Du vor Ihnen. Denk bitte immer dran, dass das Füttern und Streicheln absolut verboten ist. Das ist gerade auch zu Deinem Schutz. Vermeintlich harmlose Tiere könnten schnell mal “daneben knabbern”. Also: Pfoten weg. Die meisten unten geschilderten “Gefahren” kannst Du zudem minimieren, wenn Du nicht ganz allein rumläufst, sondern wenigstens zu zweit und eine gesunde Vorsicht walten lässt.

Im Einzelnen:

Bisons sind grundsätzlich ungefährlich, solange man sie in Ruhe lässt. Gerade wenn Jungtiere dabei sind, sollte man aber einen gesunden Abstand halten, solange man nicht gerade im Auto sitzt. D.h.: 50 Meter sind anzuraten. Solange Du im Auto sitzt, kannst Du ungefährdet langsam zwischen ihnen durchfahren. Bisons gibt es ohnehin in freier Wildbahn kaum, nur im Yellowstone NP und im Custer State Park hast Du gute Chancen sie zu entdecken. Da halten sie sich aber gerne entlang von Straßen auf, also runter vom Gas.

Bären gibt es in einigen Nationalparks, Deine Chancen einen wirklich zu sehen, sind aber gering, zumal die meisten Bären eher nachts aktiv werden. Hier sollte man etwas vorsichtig sein, zum Beispiel keine Lebensmittel in Zelten lagern. Solltest Du in einem entsprechenden Gebiet sein, wirst Du von der Nationalparkverwaltung deutliche Hinweise und Vorsichtsmaßregeln bekommen. Wenn Du Dich daran hältst, wird Dir nichts geschehen. Solltest Du doch mal einen Bären sehen, ruhig bleiben. Nicht wegrennen, sondern langsam zurückziehen.

Wölfe sind überhaupt keine Gefahr. Abgesehen davon, dass es Wölfe ohnehin nur in wenigen Bereichen der USA gibt, gibt es keinen einzigen glaubhaften Bericht der letzten paar hundert Jahre, dass Wölfe jemals von sich aus einen Menschen angegriffen hätten.

Berglöwen (Pumas) wirst Du nie sehen. Sie sind ausgesprochen scheu und ziehen sich zurück, sobald sie Menschen sehen oder hören.

Hirsche etc: Die sehen niedlich aus und kommen in einigen Bereichen wirklich nah ran. Teilweise grasen sie direkt neben den Straßen. Auch hier gilt aber: das ist kein Streichelzoo, Finger weg, einen gesunden Abstand wahren.

Nagetiere (Squirrels, Chipmunks, Murmeltiere, Präriehunde, Biber etc.): Klein, aber oho! Sehen niedlich aus und haben sich zum Teil sehr erfolgreich darauf verlegt, sich von den Touristen füttern zu lassen. Aber auch hier gilt: unbedingt Pfoten weg. Sie können schnell mal zubeißen und haben richtig scharfe Zähne (weil sie eben Nagetiere sind!). Zudem können sie richtig unschöne Krankheiten übertragen.

Schlangen: Deine Chance, einer Schlange zu begegnen, sind ausgesprochen klein, da auch sie sich regelmäßig verstecken, wenn sie merken, dass ein Mensch kommt. Selbst viele Touristen, die regelmäßig in die USA fahren, haben noch nie eine Schlange gesehen. Die bekannten Klapperschlangen sollte man ernst nehmen, sind aber kein Grund zur Panik. Denn sie klappern ja, bevor sie zubeißen - deswegen werden sie auch die “gentleman”-Schlange genannt. Sei einfach vorsichtig, schau nach unten beim Laufen und schau, wohin Du greifst und wo Du Dich hinsetzt, und Du wirst keine Probleme haben.

Stinktiere: Das ist wirklich eine Spezies, mit denen man es sich nicht verderben sollte. Sehen hübsch aus, können Dich aber furchtbar “einstinken”. Dazu schleudern sie unter ihrem Schwanz eine Flüssigkeit hervor. Insofern hast Du also keine Probleme, wenn Du ein Stinktier von vorne siehst. Sobald es sich aber umdreht und seinen Schwanz hebt, heißt das “Volle Deckung!”. Solltest Du mal - extrem unwahrscheinlich - von einem solchen Strahl erwischt werden, muss alles, was Du getragen hast, weggeworfen werden, den Gestank bekommst Du nicht mehr raus. Sollte Dein Körper selbst getroffen werden, gibt es nur ein einziges Gegenmittel: Tomatensaft. Kein Scherz! Sich mit literweise Tomatensaft abschrubben, sorgt dafür, dass der Gestank wenigstens einigermaßen vergeht.

Bienen: Leider haben sich in den letzten Jahren immer mehr die “Killerbienen” in den USA ausgebreitet, eine Bienenart, die aus Südamerika eingeschleppt wurde. Und die sind leider sehr aggressiv und greifen auch Menschen an, sobald sie in die Nähe ihres Nestes kommen. Für diesen Fall gilt: so schnell wie möglich wegrennen - mehr kannst Du nicht machen.

Um es noch einmal zu sagen: solange Du einen gesunden Respekt vor der Natur hast, Tieren grundsätzlich nicht zu nahe kommst und sie schon gar nicht streichelst oder fütterst, sind Deine Chancen, irgendwie verletzt zu werden, minimal. Ich persönlich kenne jedenfalls keinen USA-Reisenden, der Probleme gehabt hätte.





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