Typische Anfängerfehler
Dieser Artikel wurde am 24. März 2009 von GreyWolf geschrieben.
Aller Anfang ist schwer. Und damit Du es leichter hast, hier ein paar Originalerzählungen zu den typischen Anfängerfehlern eines deutschen Touristen. Das Ganze ist aus dem Forum von www.usa-reise.de, wo dieses Thema diskutiert wurde. Ich habe es etwas geordnet und das ein oder andere etwas gekürzt. Ansonsten ist es Originalton. Es sind natürlich Erlebnisse von verschiedenen Leuten, so dass sich das teilweise wiederholt.
Sprachprobleme
Das war d e r Anfängerfehler:
Meine Frau hat in einer Mall in ihrer Not nach den “Toiletts” oder so gefragt. Verlegenes Schweigen war die Reaktion, bis dann doch jemand mit einer gnädig schamhaften Kopfbewegung in die Richtung der “restrooms” zeigte.
(Anmerkung GreyWolf: Unter “toilet” verstehen die Amis die eigentliche Toilettenschüssel, nicht den Raum. Kein Wunder, dass die Frage “Wo ist denn hier die Schüssel?” etwas verlegen aufgenommen wird.)
Und dann natürlich die Sprache - obwohl das nach ersten Hemmungen recht gut ging.
Wir haben aber regelmäßig nach einem “free campsite” gefragt und erst im 2. Urlaub hat uns ein netter Ranger aufgeklärt, dass “frei” nicht “free” sondern “vacant” heißt. “Free” heißt nämlich “kostenlos”. Ich musste ihm das 3mal vorsagen, bis er mit meiner Aussprache zufrieden war.
Lustiger Nebeneffekt: Letztes Jahr war ich auf einem großen internationalen Kongress in San Diego, in der Pause sitze ich auf der Terasse und geniesse die Aussicht, als mich plötzlich eine Dame fragt “Is this chair free?” Meine Antwort “Oh hallo - auch aus Deutschland! Klar ist der Stuhl frei!” Sie hat dann etwas blöd geschaut, nachdem ich ihr erklärt habe, woher ich wusste, dass sie Deutsche ist, hat sie genauso gegrinst wie ich.”
(Anmerkung GreyWolf: Man fragt in den USA nicht, ob der Stuhl frei ist, sondern ob er besetzt ist. Richtig heißt es: “Is this chair/seat taken?”
Anfängerfehler: Beim kaufen oder bestellen zu sagen: “I become ….” dies oder das. Denn “to become” heißt im Englischen “zu etwas werden”. Also zum Beispiel “I become a beer” = “ich werde zu einem Bier”
Ich sprach von meinem Handy. Die Amis wussten damit absolut nichts anzufangen. Denn Mobiltelefone heißen da “cellular phones” oder kurz “cell (phones)” (in England hingegen: “mobile phones”)
Ich war 91 als Austausschüler in New York State und hatte natürlich einige Gastgeschenke mitgebracht. Beim Auspacken haben sich vor allem die Kinder sehr gefreut und sich mehrfach herzlich bedankt. Meine jeweiligen Antworten fielen so aus, dass mich die Kinder nach dem dritten oder vierten Mal fragten: “Sebastian, why do you always say pleeeease…” Seitdem weiß ich, was man auf “thanks” erwidert, nämlich “you are welcome”.
(Also auf deutsch. Man antwortet nicht mit “please”, sondern eben mit der Phrase “you are welcome”, was einfach “gern geschehen” heißt.)
Autoprobleme
Ich habe bei unserem ersten Amerikaurlaub die Distanzen unterschätzt und die Qualität der ADAC Straßenkarten überschätzt.
Wir sind morgens in San Diego los. Ziel war Twenty Nine Palmes kurz hinter Joshua Tree National Park. Bei unserem Besuch im Joshua Tree kam uns dieser etwas langweilig vor, so dass wir gegen 15.00 schon in TNP waren. Was sollen wir in dieser “trostlosen Stadt” war unser Gedanke und beschlossen, weiter zu fahren nach Lake Havasu. Der Tank war noch fast drei Viertel voll, also fuhren wir los. Dieser Highway führt stundenlang gerade aus, die vorbeiziehende Landschaft faszinierte uns und der Tankzeiger fiel immer tiefer. Irgendwann muß ja der nächste Ort kommen: einige verfallene, leere Häuser, eine alte verlassene Tankstelle und weit und breit ein Mensch. Na ja dann halt zum nächsten Ort. Immer noch keine Tankstelle, da auch der nächste Ort auf unserer ADAC Karte mittlerweile leer war.
Abends gegen 20:30 (mittlerweile dunkel und Panik ohne Ende) kamen wir mit dem letzten Tropfen Sprit nach Lake Havasu,nahmen das erstbeste Motel und freuten uns noch angekommen zu sein. Das Auto fasste nach unseren Maßstäben etwa 70 l Sprit und 67 habe ich nachgetankt.
Von da an habe ich bis heute immer getankt wenn der Tank auf halb zu ging und ich in eine etwas unbewohntere Gegend fuhr.
(Ammerkung GreyWolf: Ein Problem, das öfter auftritt als man denkt. Am einfachsten ist es, in den ländlicheren Gebieten einfach jeden Abend den Wagen vollzutanken, dann ist man immer auf der sicheren Seite.)
Restaurantprobleme
Ich muß heute noch lachen, wenn ich an unseren ersten McDonalds-Besuch in Amerika denke. Todmüde im Hotel angekommen, wollten wir nur noch schnell was essen und dann schlafen gehen. Also auf zum Mäci! Mein Freund bestellte also zwei McChicken Menüs oder sowas in der Art. Er war dann allerdins schon etwas verwirrt, als er die Burger und die Pommes und dazu 2 leere Becher bekam! Bis wir dann herausfanden, daß wir uns bei den Getränken selbst zu bedienen hatten und das so oft wir wollten(!!), ist eine Ewigkeit vergangen und wir waren sicherlich die Showeinlage aller Gäste an diesem Abend!
Fastfood Ketten und das Nachfüllen der Getränke! Wir wunderten uns über alle Gäste, die einfach ihren Becher nahmen (die ja nun nicht gerade klein sind) und ihn einfach voll machten und das Lokal verliessen. Ganz schön dreist dachen wir, bis wir blöd gefragt haben und erfuhren, dass da free refill ist. Ist auch gewöhnungsbedürftig!
(Anmerkung GreyWolf: Ist tatsächlich für Deutsche gewöhnungsbedürftig. Ganz verstehe ich es bisher nicht. Denn, wenn man sich so oft holen kann, wie man will, warum gibt es dann unterschiedliche Größen der Becher, die auch unterschiedlich viel kosten?)
Blöd auch: eine Freundin von mir (sie ist Vegetarierin) bestellt sich eine Pizza mit “mushrooms and pepperoni”. Dass pepperoni jedoch keine Peperoni sind, sondern Salami, wussten wir erst, als die Pizza auf dem Tisch stand!
(Dazu fällt GreyWolf auch was ein: “green pepper” sind nicht das, was wir im Deutschen als Pepperoni bezeichnen, also diese kleinen grünen scharfen Schoten, sondern einfach grüner Paprika.)
Ganz schön peinlich war auch, als ich mit meinen Eltern in Florida war. Am 2. Tag in einem - ich glaube - Shoneys bestellten wir alle was zu trinken - das heißt, ich bestellte für alle was zu trinken (außer mir konnte keiner Englisch! ) und ich wollte nur ein Mineralwasser. Ich bin nicht wirklich ein Fan von Cola, Sprite und Co und dachte mir daher, ich bestelle - laut Karte - ein Soda. So, die Kellnerin fragte mich dann sogleich welches? Wie - welches? Ich verstand nur Bahnhof! Einfach ein stinknormales Sodawasser! Die Kellnerin dürfte mir meine Verwirrung angesehen haben und klärte mich auf: “Soda” ist der Überbegriff für Softdrinks! Sie wollte also wissen, ob ich eine Coke, ein Sprite oder was auch immer haben möchte!!”
(Anmerkung GreyWolf: Das muss man wirklich wissen. Ich bestelle in den USA immer noch häufig “Coke Light”. Dummerweise heißt das in USA “diet coke”, so dass ich damit immer nur Unverständnis ernte.)
Erster USA Urlaub ´89. Meine Frau und ich in SF, normal hungrig, Lust auf Pizza. Pizzeria gesucht, gefunden, rein und Speisekarte studiert. Nicht wissend, daß Pizza in USA eher ein Familienessen ist und das ein Pizzafladen wie ein Kuchen aufgeteilt wird, haben wir bestellt: kleine Frau: Pizza medium 3 topings; großer Mann: Pizza large 4 topings. Erst als die Tische zusammengerückt wurden, um unser Essen unterzubringen……….
1989 unser erster Aufenthalt. Wir auch mächtig Hunger. Also rein zum Pizzamann und bestellt. Von den Größen keine Ahnung. 2 x large und 2 Salate! Die Bedienung schaute uns nur an ( 2 Pers ) und fragte wann denn die anderen kämen? Gegenfrage : welche anderen ? Na ihr wollt das doch nicht alleine essen?? Wir ließen dann mit uns handeln und einigten uns auf 1x medium und ein Salat. Sie bot uns dann sogar noch ne Gratispizza an, wenn wir danach noch Hunger hätten. Hat natürlich vollkommen gereicht und ich habe bei Pizza und Salaten neue Maßstäbe gesetzt.
(Anmerkung GreyWolf: wir hatten mal 2 medium Pizzas genommen - keine Chance! Nach einer waren wir vollkommen satt!)
Ähnliches ist uns auch passiert: Mein Freund und ich abends in ein Lokal rein, wir hatten beide nicht viel Hunger, da wir mittags Burger hatten und wollten nur einen Salat essen. Wir bestellten uns dann jeder einen gemischten Salat mit Schinken und Ei. Was uns dann da an den Tisch gebracht wurde, hatte mit einer “Kleinigkeit zu Essen” nichts mehr zu tun! Wir stellten fest, daß da wohl ein Salat für uns beide noch zu viel gewesen wäre!!
Erster Morgen in Amerika, wir frühstücken in einem Dennis. Nach Studieren der Speisekarte entscheide ich mich für Waffeln, mein Freund ist noch unschlüssig, und fragt nach, wieviel denn dieses Frühstück sei (ich weiß leider nicht mehr genau, was er da eigentlich bestellte, es waren Bratkartoffeln, Spiegelei, Würstchen dabei). Die Kellnerin meinte, das sei gar nicht viel, ein Happen sozusagen!! Ja, was soll ich sagen, das war ein Frühstück, das locker für 2 Personen gereicht hätte!!!
(Anmerkung GreyWolf: so ging es uns auch mal mit einem kleinen “stack pancakes”, den wir bestellt haben. Nach der Hälfte habe ich kapituliert.)
Taxiprobleme
Auch ich habe schon meine Erfahrungen gesammelt: nach der Ankunft in New York auf dem Weg zu den Taxen kamen uns gleich einige Fahrer entgegen, die sich lautstark für den Transport in die Stadt anboten. Nachdem ich bei meinem ersten Besuch in der Stadt damit gute Erfahrungen gemacht hatte, gingen wir auf das Angebot ein - als wir dann am Hotel (wohlwissentlich um die Ecke, nicht am Haupteingang) angekommen waren, verlangte er $150 für die Fahrt (1992!) Als ich im Hotel wegen des Fahrpreises nachfragte, erntete ich ungläubiges Stauen - doch da war er schon weg. Daher mein Rat: nach der Ankunft in New York alle Angebote ausschlagen - wenn schon Taxi, dann nur ein offizielles Yellow Cab!!
(Anmerkung GreyWolf: das gilt für alle amerikanischen Städte. An den Flugplätzen lungern oft Leute rum, die Euch Ihr (illegales) Taxi anbieten. Nimm immer nur offzielle Taxis mit richtigem Taxameter am offiziellen Taxistand.)
Telefonieren
Telefonieren nach der Ankunft. Wir wollten eigentlich nur schnell zu Hause Bescheid sagen, dass wir gut angekommen sind. Wir hatten noch keine Telefonkarte und da meine Freundin darauf bestand, unbedingt noch bevor wir ins Bett fallen anzurufen, haben wir dann das Hotelzimmer Telefon benutzt. Mir war klar, dass dies teuer werden könnte, aber ihr nicht! Sie schaute ganz schön doof, als ich beim Auschecken eine Rechnung von $ 9.99 bezahlen durfte für nicht ganz 2 Minuten anrufen.
Fazit: Lieber bis zum nächsten Tag warten und mit der Telefonkarte nach D telefonieren. Hatten danach eine $ 10 Telefonkarte, mit der wir während des ganzen 3½ Wochen Urlaub immer wieder in D anriefen und am Ende noch das Rest Geld vertelefoniert haben.
(Anmerkung GreyWolf: Vorsicht bei solchen Nebenkosten. In einigen Hotels werden zum Teil gigantische Telefongebühren abgezockt. Sogar schon, wenn es nur geläutet hat und niemand dranging. Das gilt gerade für die besseren Hotels. Ist man mit Laptop unterwegs und will sich über das Ortsnetz bei einem Provider einwählen, sollte man immer erst schauen, ob “locals call” kostenlos sind. Denn sonst kann das teuer werden.)
Klimaanlagen
Also mein “Lieblingsfehler” war das Unterschätzen der Klimaanlagen in Las Vegas. Da kamen wir also mitten in der Nacht an, raus aus dem Flugzeug, direkt zum Hotel, Koffer auf das Zimmer, und natürlich sofort los auf Erkundungstour. Die Klimaanlagen stehen auf “Frost”, und draussen ist es selbst abends noch bullig warm. Beim rein und raus von einem Hotel zum anderen hab’ ich mir dann eine saftige Erkältung eingehandelt, und fühlte mich 3 Tage lang zum wegwerfen - so ein Mist und das im Urlaub!
Wir fahren in den heissen Südwesten, klar, ne Jacke packt man für alle Fälle mal ein, aber Pulli? Nö. Da kannten wir die Klimaanlagen aber noch nicht und sassen frierend abends nach der Ankunft im Restaurant. An einem der nächsten Tage gabs für uns alle ein kuschelig warmes Sweatshirt im Outlet.
Duschen
Tja, oder da gibts noch die Story aus Tennesee: Also wir waren bei Freunden eingeladen für ein paar Tage, natürlich wollten wir auch Duschen. Nun stell ich mich im allgemeinen nicht so blöde an, aber ich konnte beim besten Willen keinen Umschalter von Wanne auf Brausekopf finden - unsere Freunde fanden das Ganze natuerlich urkomisch - die erlauben sich diesen Joke bei jedem Gast aus Deutschland. Aufloesung: Am Wasserauslass war da ein Ring den man drehen musste
(Anmerkung GreyWolf: bzw. herausziehen. Echt super versteckt.)
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