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Wandern in den Nationalparks

Dieser Artikel wurde am 24. März 2009 von GreyWolf geschrieben.

Was auch immer Ihr in den Nationalparks tun wollt, wandert! Ihr müsst keine Tagestouren machen, aber ein 2 bis 3-Stunden-Hike sollte immer drin sein.

Warum?

Zum Einen entgeht man so den Menschenmassen, die immer mehr die Parks überschwemmen, die sich aber zumeist auf die Aussichtspunkte konzentrieren. Ich bin z.B. am Grand Canyon immer wieder erstaunt, wie man auf einmal alleine ist, wenn man sich nur 200 Meter von den überfüllten Aussichtspunkten entfernt.
Zum Anderen erlebt man erst so die wahren Parks, die sich auf diesen Wanderungen oft ganz anders präsentieren, als man sie von den Aussichtspunkten erlebt.

Oftmals bekommt man bereits bei der Einfahrt in den Park so Informationsblättchen über die einzelnen Trails. Am sinnvollsten ist es aber , im Visitor Center einen Ranger zu fragen, welchen Weg er Euch empfiehlt. Die kennen (meistens) die Wege und können Euch (meistens) gute Tips geben.

Eine Wanderkarte ist meistens nicht notwendig. In aller Regel sind die Wege so gut markiert, ggfs. durch so kleine aufgeschichtete Steinhäufchen (Cairns), dass man sich nicht verlaufen kann.

Da meinte es wohl jemand zu gut mit den Cairns…..

Je weiter man sich allerdings von den üblichen Touristenpunkten ins Hinterland entfernt, desto sinnvoller wird eine Karte. Am besten, Ihr fragt in den Visitor-Centers, ob man eine braucht.
Manchmal bekommt man die Karten auch für ein paar Cent auch am Beginn des Weges (Trailhead). Die sollte man dann immer nehmen, da sie zumeist auch interessante Anmerkungen zu den einzelnen Punkten des Weges bringen (Pflanzen, geologische Formationen etc.). Man sieht halt nur, was man weiß.

In aller Regel brauchst Du für Deine Wanderungen keine Genehmigung (Permit), es sei denn, Du wirst besonders darauf hingewiesen (”permit area” oder ähnlich).

Selten muss man sich im Visitor Center oder am Beginn des Weges in ein Buch eintragen, wenn man losgeht, und später wieder austragen, wenn man zurückkommt.

Dabei gibt es zwei Systeme:
Bei dem einen System geht es um selten begangenen Wege und dient zu Eurer Sicherheit. Hier muss man sich mit Name und Autonummer eintragen. Wenn die Ranger z.B. abends merken, dass da noch einsam und verlassen ein Wagen rumsteht, können Sie nun nachvollziehen, wer da noch fehlt und Euch möglicherweise suchen. Entsprechend sind diese “Trailhead Register” keine Besucherbücher, in denen sich jeder einträgt, der meint, seine Eindrücke loswerden zu wollen, sondern nur für diejenigen gedacht, die diesen Weg tatsächlich gehen wollen.
Beim zweiten System muss man hingegen weder Name noch Autokennzeichen angeben, sondern nur die Herkunft und die Anzahl der Personen. Das dient dann wohl im Wesentlichen statistischen Zwecken.

Und dann viel Spaß, ihr werdet es nicht bereuen.

Allerdings: Wandern in den USA ist nicht wie Wandern im Schwarzwald. Ein paar Vorsichtsmaßregeln sollten sein.

* Es kann durchaus sein, dass Deinen Weg den ganzen Tag kein anderer begeht. Wenn Du also in Probleme gerätst, bist Du auf Dich allein gestellt! Es ist daher empfehlenswert, nur zu zweit zu gehen, jedenfalls dann, wenn man sich wirklich ins Hinterland begibt.

* Es ist ferner wichtig, genug zu essen und vor allem zu trinken (!!) mitnehmen, nicht nur im Sommer! Selbst als wir im Oktober/November unterwegs waren, war es Mittags gut warm, so dass wir schon bei einer einfachen, kurzen Wanderung jeder einen Liter getrunken haben. Im Sommer brauchst Du noch viel mehr. Es ist absolut fahrlässig, auch nur kürzere Wanderungen im Sommer ohne Wasser zu unternehmen.

Übrigens bringt es nichts, bei Hitze alle Stunde einen Liter Wasser in sich reinzuschütten. Selbst bei starker Austrocknung kann der Körper relativ wenig Wasser auf einmal aufnehmen. Man sollte stattdessen immer wieder kleine Schlucke nehmen. Am besten man hat immer eine Halbliterflasche in der Hand und nimmt alle zweihundert Meter einen Schluck.

* Achte darauf, wohin Du trittst und wohin Du greifst. Kakteen sind ganz schön stachelig und Klapperschlangen gibt es leider halt auch. Das heißt, wenn Du gehst, schau auf den Boden und nicht einfach in die Landschaft. Dann anhalten und die Aussicht genießen. Und dann mit dem Blick auf den Boden weitergehen.

* Wenn Du irgendwohin setzt, tritt mal kräftig gegen den Stein, auf den Du sich setzen willst. Wenn etwas drunter ist, wird es sich bemerkbar machen.

* Gute Wanderstiefel mit Profil sind wichtig. Selbst einfach erscheinende Wanderwege können plötzlich tückisch werden, und sei es nur, dass loser Sand auf den Felsen liegt. Auch schützen die Stiefel vor möglichen Dornen und Tieren. Genauso sollte man auch lange Hosen tragen.

* Sehr wichtig ist ein guter Sonnenschutz, am besten ein richtiger Hut, damit man sich nicht den Nacken und die Ohren verbrennt. Gute Sonnencreme, auch für die Lippen, ist zu empfehlen.

* Ein paar Pflaster und vielleicht auch ein Verbandspäckchen (im Erste-Hilfe-Kasten) sind auch nicht von Nachteil.
* Bei großer Hitze sollte man es sich dreimal zu überlegen, ob man wandert. Man sollte nicht unterschätzen, wie schnell man austrocknet und das kann verdammt schnell zu gesundheitlichen Problemen führen.
Am besten sollte man bei großer Hitze die Mittagszeit (10:00 Uhr bis 15:00 Uhr) für Wanderungen meiden. Fast alle Kreislaufzusammenbrüche ereignen sich in dieser Zeit.
Will man es trotzdem tun, kann es helfen, regelmäßig die Kleidung und Kopfbedeckung anzufeuchten, damit man durch die Verdunstung gekühlt wird.

Aber bitte keine Panik: Wandern in den USA ist - solange man diese Sicherheitshinweise berücksichtigt - immer noch viel sicherer als Autofahren in Deutschland!





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