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Was man über Motels wissen sollte

Dieser Artikel wurde am 24. März 2009 von GreyWolf geschrieben.

Ein Motel zu finden, ist meist nicht das Problem. In der Nähe von Touristenorten und bei größeren Ortschaften oder Kreuzungen ballen sie sich regelmäßig. Vom Highway aus sind sie auch entweder direkt erkennbar oder ausgeschildert. Okay, wenn man durch ganz einsame Gegenden fährt, kann es nichts schaden, sich vorher schlau zu machen, ob es denn in den kommenden Orten was gibt. Denn manchmal entpuppen sich auf der Landkarte eingezeichnete vermeintliche Kleinstädte als eine Tankstelle und ein Haus - wenn überhaupt.

Ganz geschickt kann es sein, sich in einer Kette von Motel zu Motel “weiterzuhangeln”. D.h. man fragt immer im letzten Motel, ob Sie beim voraussichtlichen nächsten Übernachtungsstop auch ein Motel der gleichen Kette haben und lässt die das dann über Telefon direkt reservieren.

Kleiner Tip noch: wenn Ihr irgendwo auf der Karte seht, dass ein Army-Stützpunkt in der Nähe ist und es da auch eine Stadt gibt, gibt es dort oft recht viele Motels (warum auch immer).

Solltet Ihr in einem Touristenort ankommen und nur wenige Motels vorfinden, solltet Ihr ruhig einmal durch den kompletten Ort durchfahren. Manchmal ist es einfach so, dass die sich am anderen Ende oder an einer anderen Straße ballen. Nicht dass es Euch geht wie einer Deutschen, deren Homepage ich gelesen habe: Die war in Moab angekommen (einem der größten Touristenorte in Utah) und hatte zu ihrem Erstaunen nur ein sehr teures Bed&Breakfast gefunden. Als sie dann eingecheckt hatte und ein paar hundert Meter weitergefahren ist, hat sie festgestellt, dass die eigentlichen Motels direkt hinter der nächsten Kurve lagen - und natürlich deutlich günstiger waren.

Die Motels sind - wenn man nicht gerade die billigste Variante nimmt - meist recht gut ausgestattet. Große Zimmer, eigenes Bad sowieso, die Betten sind meist gut, teilweise findet sich auch ein Kühlschrank oder eine Mikrowelle. Das hängt aber auch stark von der Region ab. Bei den Betten gibt es übrigens verschiedene Größen, von “double” (breit) über “queens” (schon sehr breit) bis “kings” (super breit). Für die, die es ganz genau wissen wollen, gebe ich die exakten Maße unter “Wichtige Worte und Begriffe”.

Was kostet so ein Motel? Das ist sehr unterschiedlich. Es gibt eigentlich keine Branche in den USA, wo der Preis so extrem von Angebot und Nachfrage abhängt. Es kann sein, dass Ihr in der Nebensaison Motelzimmer für 19 Dollar die Nacht nachgeworfen bekommt. Und in der Hochsaison kostet das gleiche Zimmer 120 Dollar. Plus tax natürlich (von Kreis zu Kreis unterschiedlich, meist um die 10 Prozent). An Wochenenden sind die Preise meist um 10-15 Dollar höher.

Was ich mir inzwischen abgewöhnt habe, ist, im Voraus den vermutlichen Preis zu schätzen. Beispiel: Du fährst ganz in die Nähe eines beliebten Nationalparks und denkst, dass da die Motels besonders teuer sein werden. Sind sie aber nicht, weil es da eine relative große Auswahl gibt und Konkurrenz halt die Preise drückt. Anderes Beispiel: Du fährst durch die einsamste Pampa und denkst Dir, hier müssten die Motels aber billig sein. Sind sie aber nicht, da es im Umkreis von 100 Meilen nur 2 Motels gibt und die dann höhere Preise verlangen können.

Dann gibt es natürlich teurere Ketten und billigere Ketten. Eine ganz gute Mischung sind die “Motel6″-Motels. Die sind recht günstig, aber man sieht es ihnen nicht so an, wie bei anderen Billigketten.
Wer wirklich guten Standard will, ist mit der Kette “Holiday Inn Express” gut beraten, da sie neben guten Zimmern. sogar ein richtig gutes Frühstück bieten. Sind dafür aber auch deutlich teurer.

In der Nebensaison wird man im Schnitt bei niedrigen Ansprüchen mit ca. 50 Dollar für zwei Personen durchkommen, bei höheren Ansprüchen mit ca. 60-70 Dollar. In der Hochsaison geht das deutlich nach oben. Das sind natürlich jetzt nur Schätzungen, da das sehr davon abhängt, wo Ihr gerade langfahrt und welche Motels Ihr Euch aussucht.

Wenn Ihr an den Motels vorbeifahrt, wird zum Teil schon mit den Preisen geworben. Aber Vorsicht: wenn Ihr genau hinseht, steht da meistens “from . ….. $”, also “ab soundsoviel Dollar”. Überhaupt zahlt man in den USA im Wesentlichen das Zimmer, d.h. es gibt nicht so die extremen Unterschiede zwischen Einzel- und Doppelzimmer wie in Deutschland. Es gibt meistens einen Grundpreis für das Zimmer und eine Person, und pro zusätzlicher Person zahlt Ihr meistens 5 Dollar extra. Das bedeutet aber auch, dass Ihr mit soviel Leuten in das Zimmer rein könnt, wie halt (Doppel)Betten drin sind. In ein normales Zimmer könnt Ihr als mit bis zu 4 Personen rein, in noch größere Zimmer mit bis zu 6 Personen.

Verlangt bitte keinen “double room” (Doppelzimmer), diesen Ausdruck gibt es im Amerikanischen (anscheinend aber im Kanadischen?) so nicht.

Was die am Enpfang von Euch wissen möchten ist: wieviel Zimmer wollt Ihr, wieviel Betten braucht Ihr und wie viel Nächte bleibt Ihr(mein Standardsatz ist daher: “Hello, we are looking for a room, two people, two beds, one night!”)

Wenn Ihr ADAC-Mitglied seid, besorgt Ihr Euch in Eurer Geschäftsstelle die “Show your card (and save)”-Karte für die USA (kostenlos). Mit der bekommt Ihr dann bei den allermeisten Motels einen Rabatt von 10 Prozent. Das ist der sogenannte AAA-Rabatt, also der des amerikanischen Automobilclubs (ausgesprochen entweder: “Äi-Äi-Äi” oder “Triple-Äi”).
Übrigens: Kontrolliert hat bei mir noch nie jemand, ob ich wirklich so eine Karte dabeihabe.

Wenn Du Beamter oder Soldat bist, nimm ruhig mal Deinen Dienstausweis mit und frage nach “government rates”, also speziellen Rabatten für Mitarbeiter des Staates bzw. des Militärs. Diese Rates gab es ursprünglich nur für den Fall, dass man dienstlich dort zu tun hatte. Wenigstens eine Kette, nämlich die Choice-Motels (Comfort Inn, EconoLodge u.a.) ist aber inzwischen dazu übergegangen, diese Rabatte auch bei Privatreisen zu gewähren. Und bei den anderen kann man es ja darauf ankommen lassen, ob sie nachfragen.

Wenn Euch nun Eure Rate genannt worden ist (selbst wenn sie schon einen Rabatt enthält), solltet Ihr noch mal nachfragen: “Is this your best price?”.
Interessanterweise kann es nämlich durchaus sein, dass unter den bekannten Rabatten es noch andere Preise gibt und plötzlich zahlt man noch weniger.

Beim Preis lässt sich zum Teil etwas durch Feilschen erreichen. Gerade wenn Ihr merkt, dass das Motel schwach besetzt ist, kann schon kurzes Zögern oder die Frage, ob es nicht günstiger geht, dazu führen, dass man mit dem Preis sofort einige Dollar tiefer geht.

Sinnvoller ist aber, sich TravelGuides zu besorgen, in denen Motels mit Coupons Rabatte anbieten. Hier kann man manchmal einige Dollar sparen. Außerdem haben diese Guides ganz gute Karten. Diese Guides gibt es z.B. bei McDonalds, z.T. auch in anderen Schnellrestaurants oder in Supermärkten.
Problem: die meisten Coupons gelten nur Sonntag bis Donnerstag. Außerdem sind das keineswegs immer Schnäppchen-Preise. Manchmal schreiben die Motels einfach ihre normalen Tarife als vermeintliche Sonderangebote rein. Daher: erst fragen, was das Zimmer kostet, und dann ggfs. den Coupon rausziehen.

Noch ein paar Worte zum Frühstück: Im Gegensatz zu Deutschland ist es in den USA keineswegs selbstverständlich, ein anständiges Frühstück zu bekommen. Im Gegenteil: Gerade in günstigeren Motels besteht das “complimentary breakfast” (also das in den Preis eingeschlossene Frühstück) nur aus ein paar süßen Teilchen (Muffins, Donuts), schwachem Kaffee und ggf. noch O-Saft.
Andererseits kann es aber auch sein, dass man ein supertolles Frühstück wie in Deutschland bekommt - ist aber recht selten.
Wer Wert auf ein anständiges Frühstück legt, bekommt dies nach unseren Erfahrungen zur Zeit nur bei der recht teuren Kette “Holiday Inn Express”.





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