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Die dritte und letzte Woche

Dieser Artikel wurde am 20. März 2009 von GreyWolf geschrieben.

1.11.2001 Yosemite

Diesmal hat irgendein witziger Mensch den Radio Wecker auf 0:00 Uhr gestellt. In den folgenden Nächten achten wir jetzt immer darauf, wie der Wecker eingestellt ist.
Der schlechte Eindruck vom Motel verstärkt sich, als wir das miserable Frühstück sehen. Außerdem ist es dem Personal nicht möglich, einen 10-Dollar-Schein zu wechseln.

Wir fahren zum Yosemite National Park, wo wir zunächst zum Glacier Point fahren. Hierzu fährt man fast eine Stunde den Berg hinauf. Es ist sehr sinnvoll, diesen Aussichtspunkt möglichst früh anzusteuern, da er ansonsten von Touristen überrannt wird. Der Punkt an sich und die weiteren Aussichtspunkte auf der Fahrt sind sehr lohnend, da man von hier einen schönen Blick auf das eigentliche Tal bekommt.

Wir wollen von hier zum Sentinel Dom laufen, sehen aber am Anfang des Weges einen Hinweis, dass hier das “backcountry” beginnt und man einen Permit braucht. Allerdings ist die Ranger-Station hier oben geschlossen und die nächste eineinhalb Stunden entfernt im Tal. Wir entscheiden uns daher, den Weg einfach zu gehen. Das ist auch richtig, denn als ich mich später im Tal erkundige, erfahre ich, dass man für diese Strecke bis zum Sentinel Dome überhaupt keinen Permit braucht. Sehr witzig!

Der Weg führt einen knappen Kilometer z.T. steil den Berg hinauf und endet auf der Felskuppel des Sentinel Dom. Nur ein einsamer Baum steht dort. War der Blick vom Glacier Point schon wirklich gut, so ist er hier atemberaubend. Wir haben einen fantastischen 360 Grad-Blick über die gesamte Gegend, meilenweit sehen wir über die Gipfel Sierra Nevada. Dieser Weg ist ein unbedingtes Muss!

catmouseUnd wenn Ihr jetzt tolle Bilder von diesem gigantischen Ausblick erwartet, muss ich Euch leider enttäuschen. Bevor wir losgingen, hatte ich noch mal auf die Kamera geschaut und gesehen, dass ich von dem 36er Film bisher nur 24 Bilder gemacht hatte. Na, das sollte ja reichen. Als ich dann oben fotomäßig loslege, spult der Film sofort zurück - es war nur ein 24er!!! Scheiße, scheiße, scheiße!

Aber Ihr könnt ja daraus lernen - immer einen Ersatzfilm dabeihaben!

Wir halten uns hier eine halbe Stunde auf, um dann wieder abzusteigen. Keine Sekunde zu früh, denn plötzlich kommen uns etwa 100 Schüler entgegen, mit entsprechendem Getöse natürlich.

Wenigstens: Der Blick vom Glacier Point aufs Yosemite Valley

yosemite

Anschließend fahren wir ins eigentliche Tal, wo relativ wenig los ist. Nicht umsonst haben wir bei unserer Planung auch im November daran gedacht, möglichst nicht zum Wochenende hier zu sein. Wir finden sogar ohne Probleme einen Parkplatz ganz in der Nähe des Besucherzentrums - ein seltener Glücksfall. Hier halten wir uns eine Stunde auf, um uns im Besucherzentrum weiter zu informieren und uns im gut sortierten Village Store mit einem T-Shirt und einer Baseballmütze einzudecken.

Anschließend fahren wir zum Beginn des Wanderweges zu den Vernal Falls. Hier verwirrt uns zunächst die Ausschilderung, zwar gibt es ein Zeichen zum Parkplatz des Trailheads, darunter ist aber auch ein Zeichen “Zufahrt für Behinderte”. Ist also die Zufahrt zu diesem Parkplatz nur für Behinderte gestattet? Es stellt sich heraus, dass man sehr wohl bis zum Parkplatz fahren darf, erst danach ist dann die für Behinderte reservierte Straße.

Wir gehen dann den Weg zu den Vernal Falls, der am Anfang recht unspektakulär einer Straße folgt. Nach einer Brücke geht es rechts ab und man kommt in ein kleines Tal, dem man dann aufwärts folgt. Der Weg ist sogar jetzt relativ gut begangen, im Sommer ist er wohl sehr stark bevölkert.

Nach einiger Zeit überquert man den kleinen Fluss über eine Brücke und hat da zum ersten Mal den Blick auf die Wasserfälle. Danach geht es steiler bergauf, bis man unterhalb der Wasserfälle steht. Ein schöner Anblick, es zeigt sich sogar ein kleiner Regenbogen. Von dort steigen wir am Rande der Schlucht weiter den Weg hinauf, der sich jetzt für 300 Meter in eine Treppe verwandelt, die man aus dem Fels heraus geschlagen hat. Das sind schon einige Stufen, die hier recht steil nach oben führen. Für Leute mit Höhenangst nicht unbedingt zu empfehlen. Außerdem geht das ganz schön in die Unterschenkel. Am Ende dieser Treppe kommt man auf ein kleines Plateau, über das der Wasserfall hinunter stürzt, sodass man ihn jetzt von oben anschauen kann. In meinem Reiseführer steht, dass man in hier befindlichen Teichen baden kann (mit Badesachen natürlich). Inzwischen ist das durch die Ranger mit dem Hinweis auf schwere Unfälle strengstens verboten.

Diese Teiche, die so genannten Emerald Pools, sind sehr hübsch anzusehen, wie wir auf unseren weiteren Weg nach oben feststellen. Im weiteren Verlauf kommt man zu einer weiteren Brücke und sieht von dort die nächsthöheren Wasserfälle, die Nevada Falls. Da es schon nach 16:00 ist und ja bereits ab 17:00 Uhr die Abenddämmerung einsetzt, kehren wir hier um und gegen den gleichen Weg bis zum Auto zurück. Eine durchaus lohnende, aber auch anstrengende Wanderung. Das Herunterlaufen ist übrigens recht unangenehm, da der Weg weitgehend asphaltiert ist und sich stark nach unten neigt. Da muss man aufpassen, dass man nicht ins Rennen kommt.

Da es jetzt schon Richtung Abend geht, verlassen wir den National Park, wobei wir noch einen schönen Sonnenuntergang sehen. Dabei treffen wir noch mit einem Transvestiten / Transsexuellen(?), also jedenfalls einem 2-Meter-Mann in Frauenkleidern. Der erzählt uns von seiner bisheriger Tour.

Auf unserem weiteren Weg zur Pazifikküste kommen wir an diesem Abend bis Oakdale, wo wir uns in einem schönen, aber relativ teuren Holiday Inn Express für 71 Dollar einmieten.
Als wir noch in einem Supermarkt einkaufen, hören wir in der Obstabteilung plötzlich leises Donnern. Wir sind erstaunt, bis wir merken, dass die Obsttheken mit Wasser besprüht werden, um das Gemüse frisch zu halten. Das Donnern sollte dies nur ankündigen. (Habe ich inzwischen auch mal in Deutschland gesehen)

2.11.2001 Monterey - Carmel

Zufälligerweise ist Oakdale die Heimatstadt der Schokoladenmarke Hershey`s, hier befindet sich ein großes Besucherzentrum, bei dem man auch Touren (mit Kostproben!) durch die Schokoladenfabrik machen kann. Nun mag ich Hershey`s eigentlich nicht so (meine Frau hingegen schon) - aber bei kostenloser Schokolade bin ich immer dabei.
Als wir uns im Besucherzentrum erkundigen, müssen wir leider erfahren, dass aus Sicherheitsgründen (Angst vor Schokolade-Vergiftung durch Islamisten???) zwei Tage vorher die Touren bis auf weiteres ausgesetzt worden. Vielen Dank, Osama. Das nehmen wir jetzt wirklich persönlich!
Aber dafür kaufen wir uns dort eine Kerze, die beim Abbrennen Schokoladengeruch verströmt. Besser wie nix.

Von dort fahren wir nach Monterey, also an die Pazifikküste. Bei unserer Einfahrt in die Stadt sehen wir rechterhand am Strand ein Best Western. Ein Zimmer mit Seeblick wäre natürlich schön, so dass wir nach den Preis fragen. Allerdings soll ein solches Zimmer schlappe 179 Dollar kosten, worauf wir dankend ablehnen. Billiger wären die Zimmer zur Rückseite gewesen, aber die liegen praktisch in einer Höhe mit dem nur 100 Meter entfernten Freeway - das können wir uns wirklich sparen. Also mieten wir uns in einem etwas landeinwärts gelegenen Best Western für 69 Dollar ein, wobei wir deutlich merken, dass wir in einer Touristengegend am Wochenende sind. Die Bedienung an der Rezeption ist ausnehmend unfreundlich, und das Zimmer nicht gerade umwerfend. Nächstes Mal werden wir sicher nicht mehr in der Nähe der Pazifikküste übernachten.

Monterey an sich interessiert uns weniger, wir fahren in das benachbarte Carmel, die Stadt, in der Clint Eastwood kurzzeitig Bürgermeister war. Den 17-Mile-Drive zwischen Monterey und Carmel sparen wir uns, da wir in unserem Reiseführer gelesen haben, dass sich das Eintrittsgeld hierzu nicht lohnt. Ob das stimmt, können wir natürlich nicht sagen - die Meinungen sind da geteilt.

Carmel ist ein sehr hübsches Städtchen, sogar mit geschmackvollen Läden. Allerdings merkt man am Preisniveau, dass hier finanziell besser Gestellte wohnen und Urlaub machen. Wir bummeln durch die Geschäfte und gehen hinunter zum Strand. Leider ist es nebelig. Der Strand selber ist sehr schön, viele Leute gehen hier spazieren. Wir gehen auch ein bisschen barfuß durch die Brandung, der Pazifik ist aber sehr kalt.

Später fahren wir noch zur Carmel Mission, eine der ältesten Kirchenbauten in der Gegend. Kein unbedingtes Muss, aber ganz schön gut besucht.

Weiter geht es zum Point Lobos State Park, den wir nach 15:00 Uhr erreichen. Außerhalb der Saison schließt er allerdings schon um 16:00 Uhr, so dass wir nur wenig Zeit haben. Immerhin reicht es aus, um hier die pittoreske Küstenlandschaft anzuschauen und sowohl Seelöwen als auch einen Seeotter zu sehen. Außerdem kommen ganze Schwärme von Pelikanen vorbei.

Die Küste bei Point Lobos

lobos

Da wir noch nicht ins Motel zurück wollen, fahren wir wieder nach Carmel, um nochmal durch die Geschäfte zu bummeln. Die schließen allerdings auch schon um 18:00 Uhr. Inzwischen ist es auch dunkel geworden, und man bemerkt, dass man in Amerika ist. Obwohl es überall Fußwege gibt, sind die praktisch nicht beleuchtet, so dass wir uns unseren Weg zurück zum Auto im wortwörtlichen Sinne fast ertasten müssen.
Hinweis: Abgesehen von ausgeschilderten gebührenpflichtigen Parkplätzen kann man auch kurz vor dem Strand am Ende der Ocean Avenue kostenlos parken.

3.11.2001 Big Sur - Hearst Castle

Am Morgen bestätigt sich der schlechte Eindruck vom Motel. Frühstück gibt es erst ab 8:00 Uhr, nämlich dann, wenn sich eine der faulen Angestellten zur Rezeption bequemt.

Heute wollen wir die berühmte Straße am Big Sur entlangfahren. Leider haben wir wieder Pech, denn es ist sehr nebelig. Daher sehen wir von diesem berühmten Küstenstreifen fast nichts. Ein paar (ganz schöne) Ausblicke auf die Küste müssen reichen.

Pech haben wir auch, als wir versuchen, an die Strände dieses Abschnittes zu gelangen. Im Molera State Park erfahren wir, dass man zum Strand einen kleinen Fluss überwinden muss, die Brücken darüber hat man aber vor wenigen Tagen abgebaut. Das erfahren wir natürlich erst, nach dem wir zwei Dollar für das Parken bezahlt haben. Nett!

Der nächste Strand (Pfeiffer Beach) ist seit August geschlossen, so dass wir letztlich den Sand Dollar Beach State Park anfahren. Da kostet das Parken schon fünf Dollar (dabei kann man auch ohne Probleme am Straßenrand parken). Der Strand an sich ist sehr schmal und keineswegs sandig, sondern mit Steinen, Algen und Holz übersät. Nicht gerade einladend.

Insofern haben wir von Big Sur leider keinen guten Eindruck mitnehmen können. Verstärkt wird das noch dadurch, dass die Einheimischen hier sehr aggressiv Auto fahren.

Nachdem wir die eigentliche Big Sur verlassen haben, wird schlagartig das Wetter besser (war ja klar!), es wird sonnig und warm.
Wir sehen an einem Aussichtspunkt aus dem Auto heraus an einem kleinen Strand größere “Holzstücke”. Bei näherem Hinsehen erkennen wir jedoch, dass es sich um Seelöwen handelt, die hier sich am Strand aufwärmen. Das machen sie hier offenbar regelmäßig, es sind sogar Erklärungstafeln am Aussichtspunkt angebracht. Man kann sich den Tieren bis auf wenige Meter nähern. Die lassen sich davon überhaupt nicht stören, sondern schlafen in der Sonne, kratzen sich am Bauch oder rangeln sich mit Artgenossen. Ein Erlebnis besonderer Art. Der Aussichtspunkt ist der zweite Vista Point nördlich von Hearst Castle. Man kann es nicht verfehlen, da hier viele Touristenautos stehen.

Seehunde aus der Nähe

seehund

Als nächstes steht das erwähnte Hearst Castle auf dem Programm. In unserem Reiseführer hatten wir gelesen, dass dieses Haus - oder soll man besser sagen: Schloss - nicht unbedingt sehenswert ist und dass man gegebenenfalls längere Wartezeiten einkalkulieren muss. Auch sei der Eintrittspreis mit 14 Dollar pro Person sehr teuer.

Dennoch fragen wir nach Tickets und bekommen welche schon für die zehn Minuten später startende Tour. Es gibt nämlich vier unterschiedliche Touren, die mit jeweils 60 Teilnehmern alle zehn Minuten starten. Das bedeutet, dass man hier in einer Stunde fast 1500 Besucher betreuen kann. Daher dürften selbst im Sommer lange Wartezeiten gar nicht so häufig sein, problematisch sind hier wohl im Wesentlichen die Wochenenden im Sommer. Gegebenenfalls kann man sich zunächst Tickets besorgen und wenn die Wartezeit zu lang ist, zu dem oben beschriebenen Aussichtspunkt fahren und sich dort mit einer Wanderung entlang des Meeres die Zeit vertreiben.

Mit einem Bus geht es zu den schlossähnlichen Wohngebäuden auf einem Hügel. Die Führung ist sehr interessant und witzig gemacht, der Führer versucht einem zu vermitteln, wie man hier als Gast von Hearst ein typisches Wochenende verbringen würde. Witzige Anekdote: Hearst sprach von diesem schlossartigen Anwesen immer nur als von seiner “Ranch”. Zudem hatte er die Angewohnheit, jeden potentiellen Gast nur ein einziges Mal einzuladen. Schlug man diese Einladung aus, wurde man nie wieder eingeladen. Als Hearst nun einmal Katherine Hepburn auf seine “Ranch” einlud, schlug sie diese Einladung aus, denn eine “Ranch” interessierte sie nicht. Erst später erfuhr sie, was sie in Wirklichkeit verpasst hatte, wurde aber nie wieder eingeladen - Pech!

Der Ausblick über den Außen-Swimmingpool ist absolut fantastisch, man sieht vom wunderschönen Schwimmbecken über die gesamte Gegend. Überhaupt ist das Haus eine Ansammlung toller Kunstwerke, von einem kleinen griechischen Tempel bis zu Holzdecken der Renaissance. Und der Innen-Swimmingpool ist mit Gold verziert.

Insgesamt hat uns diese Tour sehr gut gefallen, es ist nicht gerade billig, aber sein Geld wert. Schon der Blick vom Swimmingpool über die Hügel ist unbezahlbar. Insofern können wir die Einschätzung in unserem Reiseführer nicht bestätigen.

An diesem Abend wollen wir noch ein Stück in Richtung Phoenix kommen, da sich unser Urlaub langsam dem Ende zuneigt. Wir fahren bis Barstow, wo wir in einem No-name-Motel für 34 Dollar unterkommen.

4.11.2001 Joshua Tree National Park

Über die 247, eine hübsche, einsame Strecke fahren wir in Richtung Joshua Tree National Park, wo wir gegen 10:00 Uhr ankommen.
Das Wetter ist bedeckt, und es regnet etwas. Als wir von Twentynine Palms in den National Park hineinfahren, wird das Wetter zunächst noch schlechter.
Bei stärkerem Regen fahren wir zunächst zum Aussichtspunkt Keys View. Als wir aussteigen, regnet es kurz nicht, aber als wir 100 Meter gegangen sind, setzt der Regen schlagartig wieder ein, so dass wir zum Auto zurückrennen. Entsprechend ist unsere Laune nicht unbedingt die beste, da damit auch unsere geplante Wanderung zur Lost Horse Mine ins Wasser fällt.

Als wir in Richtung Hidden Valley zurückfahren, klart es aber langsam wieder auf, eine Stunde später ist es wieder sonnig und heiß. Wir machen zunächst einen kleineren Trail und dann den Trail in das Hidden Valley. An diesem Sonntag sind sehr viele Jugendgruppen unterwegs, die auf den hiesigen Felsformationen herumklettern. Der Weg selber ist sehr schön.

Bei unserer weiteren Fahrt sehen wir mehrfach Kojoten am Wegesrand, die hier sehr professionell die Touristen um Futter anbetteln. Sie laufen dazu langsam vor den Wagen und wenn man anhält, laufen Sie zunächst zur Fahrerseite, und wenn sie dort nichts bekommen, zur Beifahrerseite. Clever! Von uns bekommen sie natürlich nichts.

Einer dieser Joshua Trees ist nicht echt - aber welcher?

joshua

Auf unserer Weiterfahrt zum südlichen Parkausgang halten wir noch einmal am Cholla Cactus Garden, wo ein Weg durch ein Kaktusgebiet führt. Das ist sehr interessant und diese Kakteen sind wirklich schön. Allerdings darf man sie - so hübsch und “pelzig” sie auch aussehen - auf keinen Fall anfassen, da ihre Dornen sofort in die Haut eindringen und sich dort mit Widerhaken festkrallen. Entfernen kann man sie dann nur im Krankenhaus! Oder mit einer Zange! Viel Spaß also…
Auch der Ausblick von hier auf das darunter liegende Tal ist sehr schön.

Insgesamt gefällt uns diese National Park sehr gut. Nach einem weiteren Stopp im südlichen Besucherzentrum fahren wir dann auf der I-10 in Richtung Phoenix.

Unterwegs geraten wir wieder in die Regenfront, die sich inzwischen in ein Gewitter verwandelt hat. Es ist nicht gerade schön, wenn man unter dunklen Wolken im strömenden Regen fährt und ab und zu gewaltige Blitze in der näheren Umgebung niedergehen (so große Blitze habe ich noch nie gesehen!). Aber auch das hat einmal ein Ende und wir mieten uns in Tempe in einem Holiday Inn Express für 71 Dollar ein.

5.11.2001 Saguaro National Park - Arizona Sonora Desert Museum

Unser letzter Tag. Wir fahren zunächst nach Süden, um den Saguaro National Park, und zwar den westlichen Teil (der liegt näher), zu besuchen. Zunächst besuchen wir das Besucherzentrum und informieren uns über Wandermöglichkeiten.
Im weiteren gehen wir zunächst den interessanten Desert Discovery Nature Trail und anschließend den noch besseren Valley View Overlook Trail. Hier ist es übrigens sehr warm und sonnig. Als wir dann am Signal Hill noch einige Felszeichnungen anschauen, kündigt sich aber neuer Regen an.

Die typischen Saguaro Kakteen

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Wir wollen aber ohnehin zum nahegelegenen Arizona Sonora Desert Museum weiterfahren. Die Bezeichnungen Museum ist hier nicht ganz richtig, denn es handelt sich im wesentlichen um eine Mischung aus Zoo und botanischen Garten.

Dort sehen wir uns zunächst die Schlangen an, wobei man sogar eine King Snake anfassen kann, die ein Mitarbeiter den Besuchern präsentiert. Die Schlange lässt das übrigens ganz ruhig mit sich geschehen, sie ist es gewöhnt. Dennoch kann ich mich nicht überwinden, sie zu anzufassen (beruht vermutlich auch auf Gegenseitigkeit).

Inzwischen donnert es auch hier und wir können in nicht allzugroßer Entfernung Regen und gelegentlich auch Blitze sehen. Das ist insofern doof, als sich der Rundgang weitgehend im Freien befindet. Zunächst schauen wir uns daher eine künstliche Höhle an, in der man sehr gut die Situation in einer Tropfsteinhöhle nachgeahmt hat. Hier kann man eine Vielzahl von wunderschönen Mineralien bewundern. Anschließend gehen wir erstmal in den Shop und trinken einen (Starbucks!)Kaffee.

Das Wetter ist allerdings in der Zwischenzeit das Gleiche geblieben. Ab und zu ein paar Tropfen Regen und es grummelt immer wieder. Na ja, irgendwann wird es uns zu blöd und wir gehen halt doch. Das Wetter hält auch die ganze Zeit, so dass wir nicht nass werden. Ganz offenbar verdunstet der Regen, bevor er den Boden erreicht. Der Rundgang ist gut gemacht, einige Gehege sind sogar so groß, dass man von artgerechter Tierhaltung sprechen kann. Allerdings nicht alle, so werden Greifvögel in relativ kleinen Käfigen gehalten. Für alle, die keine moralischen Probleme damit haben, Tiere in Gefangenschaft zu sehen, ist dieses Museum aber sicher sehr sehenswert.

Wir fahren nach Phoenix zurück, inzwischen mal wieder in einem heftigen Gewitter, und suchen uns südlich davon ein Motel. Für unseren letzten Abend hatten wir gehofft, nochmal den Kanal mit unseren Lieblingsserien zu finden, aber keines der angefahrenen Motels hatte diesen Kanal. Schade. So landen wir schließlich für 57 Dollar in einem Hampton Inn.

Den Abend verbringen wir in der Scottsdale Fashion Square Mall, die wir schon vom ersten Tag kennen.

6.11. 2001 Phoenix - Rückflug

Nachmittags geht unser Rückflug. Vormittags gehen wir noch einmal einkaufen und zwar in der uns schon bekannten Arizona Mills Outlet Mall. Wir kaufen noch ein bisschen Kleidung. In einem Diner gehen wir noch einen Milkshake trinken, wobei jeder zwei große Gläser bekommt.

Um 13:00 Uhr brechen wir auf und sind eine halbe Stunde später am Flughafen. Bei der Einfahrt wird unser Wagen oberflächlich nach Bomben durchsucht.

Als wir unser Gepäck ausladen, kommt ein älterer Mitarbeiter auf uns zu und fragt, ob wir Gepäck haben. Wir bejahen das in der Annahme, dass er uns beim Ausladen behilflich sein will. Er stellt aber das Gepäck auf einen kleineren Wagen und bringt uns bis zum Abfertigungsschalter von Lufthansa. So hatten wir uns das eigentlich nicht vorgestellt, aber auf der anderen Seite ist unser Gepäck angesichts der Masse der Mitbringsel recht schwer geworden, sodass wir über die Hilfe ganz froh sind. Als ich ihm 5 Dollar gebe (eigentlich ganz angemessen) scheint er aber nicht gerade froh zu sein, war wohl zu wenig. So macht man sich eben unbeliebt.

Das Einchecken geht mal wieder (wie auch die Rückgabe des Mietwagens) schneller als erwartet. Denn hier sind von sieben Schaltern sechs besetzt. Übrigens gelingt es uns ohne Probleme, die einzige deutsche Mitarbeiterin zu identifizieren - sie ist die einzige unfreundliche im Team.

Auf dem Weg zum Flugzeug werden wir sehr sorgfältig abgetastet.
Der Rückflug ist ganz angenehm, Lufthansa schafft es auch hier, im Gegensatz zu anderen Fluglinien, mit denen wir geflogen sind, die Toiletten sauber zuhalten. Allerdings ist unser vegetarisches Essen mal wieder sehr komisch zusammengestellt. Dafür nimmt man eben Kekse mit.

In Frankfurt steigen wir um nach Hamburg, wobei wir auch hier deutlich den Unterschied zwischen Amerika und Deutschland feststellen. Denn hier gibt es keine freundlichen Mitarbeiter, die einem der Weg weisen.
Von Hamburg geht es dann mit dem Zug nach Hause, wobei wir vor Müdigkeit kaum noch die Augen offen halten können. Nachdem wir in Phoenix noch 30 Grad hatten, frieren wir jetzt bei acht Grad.
Mit unserem schwerem Gepäck schaffen wir es nach Hause, womit unser dritter Amerika-Urlaub zu Ende geht.





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