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Die erste Woche

Dieser Artikel wurde am 18. März 2009 von GreyWolf geschrieben.

16.10.2001 Von Frankfurt nach Phoenix

Wegen der Anschläge am 09.11. hatten wir erstmal lange gezittert, ob unsere Reise überhaupt stattfinden konnte. Immerhin wurden die Flüge zu Dutzenden gestrichen. Auch uns erwischte es. Zwei Wochen vor Reisetermin erfuhren wir, dass unser eigentlicher Flug ausfiel und wir deswegen einen Tag früher fliegen mussten. Schnell haben wir unsere sämtlichen Buchungen geändert - das ging sogar kostenlos.

Die Fahrt mit der Bahn nach Frankfurt war keine besonders glückliche Entscheidung. Erstmal dauerte das von unserem Wohnort sehr lange. Dann hatten wir auch noch das Pech, dass ein Anschlusszug wegen eines Selbstmörders (bzw. “Unfall mit Personenschaden”) ausfiel und wir die letzten Kilometer mit einem Bummelzug - zudem mit dem letzten des Tages - fahren durften. Gegen Mitternacht waren wir in Frankfurt Hbf. Direkt daneben hatten wir ein Hotel reserviert. Doch als wir ankommen, kann der Rezeptionist unsere Reservierung nicht finden. Die ist irgendwo verloren gegangen. Gott sei Dank haben sie aber noch was frei. Dabei hatten wir richtig Glück, denn genau an diesem Tag war die Buchmesse zu Ende gegangen, ansonsten wäre Frankfurt dicht gewesen. Insofern fing es ja gut an.

Nachdem wir in Frankfurt übernachtet hatten, fliegen wir morgens um 10:30 Uhr mit Lufthansa in einem Nonstopflug nach Phoenix . Das Einchecken ist ziemlich nervig, da es Lufthansa mal wieder schafft, von zehn Schaltern nur zwei zu besetzen. Entsprechend und auf Grund der besonderen Sicherheitsvorkehrungen dauert es fast eine Stunde, bis wir endlich eingecheckt hatten. Der Flug an sich war durchaus angenehm, allerdings mit elf Stunden doch recht lange (Zitat eines Amis: “Mentally I have no problem - it`s the butt”, also etwa: “Vom Kopf her habe ich kein Problem, nur vom Hintern her”)

In Phoenix merken wir schon am Flughafen, dass wir wieder in Amerika sind. Denn überall stehen hilfsbereite Mitarbeiter, die nur den Auftrag haben, den Passagieren ihren Weg zu zeigen. Bei Avis übernehmen wir unseren Wagen, mal wieder einen Pontiac Grand AM. Als wir aus der Parkhaus-Einfahrt rausfahren, meint noch ein Mitarbeiter, dass sie es zu schätzen wüssten, dass wir trotz der Anschläge gekommen wären.

Wir fahren dann, es ist 14:00 Uhr Ortszeit, mit unserem Wagen zum Motel, dass wir schon von Deutschland aus gebucht hatten. Das Wetter ist sonnig, ca. 35 Grad Celsius. In der neben dem Motel gelegenen Mall, dem Scottsdale Fashion Square, verbringen wir dann in den dortigen 225 Geschäften einen angenehmen Nachmittag. Gegen unsere Müdigkeit ankämpfend muss erst einmal eine Tasse mit der Aufschrift “God bless America” dran glauben. Überhaupt kann man in der Mall einen ungeheueren Patriotismus der Amerikaner nach den Anschlägen merken, überall hängen amerikanische Flaggen, überall war “United we stand” zu lesen. Auf der anderen Seite zeigen die vielen Halloween-Kostüme, dass sich die Amerikaner mit einem jetzt-erst-recht-Trotz ihren Spaß nicht verderben lassen.
Gegen 19:00 Uhr Ortszeit fallen wir todmüde in die Betten.

17.10.2001 Sedona - Petrified Forest

Die Nacht ist (wie immer bei der ersten Nacht in USA) schlecht, mal schlafen wir, mal liegen wir stundenlang wach.

Um 7:00 Uhr fahren wir los, auf der 17 nach Norden, da unser erster Stop Sedona sein soll. Da wir meinen, viel Zeit zu haben, fahren wir nach einigen Meilen westwärts ab, um durch die dortigen Berge zu fahren.
In Prescott kaufen wir zunächst einmal eine Kühlbox, um unsere Lebensmittel frisch zu halten. Als wir wieder den Wagen anlassen, zeigt er plötzlich das Zeichen “change oil”. Na, super. Die Fahrt durch die Berge ist zwar teilweise sehr schön, aber auch sehr Zeit raubend.

Wir sind deswegen erst um 11:00 Uhr in Sedona, wo wir den Slide Rock SP besuchten. Dieser erweist sich aber als nur bedingt lohnend. Der State Park besteht aus einem relativ kleinen Tal, durch das über glatte Steine ein munterer Bach fließt. Als besondere Attraktion wird ein dort gelegener Bauernhof von 1930 angesehen! Alles ganz hübsch, leider kann man nicht viel machen. Denn den Bach kann man nur ein relativ kurzes Stück entlanggehen. Auch ist das Wasser so kalt, dass man es nur mit Mühe durchqueren kann. Gerade im Sommer, wenn der State Park auch nur etwas voller ist, dürfte sich ein Besuch nicht lohnen.
Sedona an sich liegt recht hübsch, ist aber selbst im Oktober recht überlaufen.

Slide Rock SP

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Die weitere Fahrt nach Flagstaff führt durch eine schöne Gebirgslandschaft. Von dort fahren wir ostwärts zum Petrified Forest National Park, wobei wir unterwegs bei McDonald’s Couponhefte einsacken. Bei unserer Einfahrt in den Südeingang des National Parks kaufen wir uns noch für 50 Dollar den National Park Pass. Vom Visitor Center aus sehen wir uns zunächst einmal das dort gelegene größere Feld mit versteinerten Bäumen an. In der Sonne schimmert jedes “Holzstück” in unterschiedlichen Farben. Die Landschaft im National Park ist recht karg, wobei die Hügel deutlich die Schichten der Sedimente zeigen.

Ein versteinerter Baumstamm vor den Sedimentschichten

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Von dort aus fahren wir mit mehreren Zwischenstopps in Richtung des nördlichen Ausgangs. Insgesamt zieht sich der Park in seiner Nordsüdrichtung ziemlich. Aber rechtzeitig zum (frühen) Sonnenuntergang sind wir am nördlichen Ende des Parks, wo bei der tief stehenden Sonne die Farben der Painted Desert besonders gut zum Vorschein kommen.

Wir fahren nach Flagstaff zurück, um uns dort ein Motel zu suchen. Beim ersten Best Western soll das Zimmer 79 Dollar kosten. Beim nur ein Kilometer entfernt gelegenen zweiten Motel der gleichen Gruppe kostet es mit Coupon gerade mal 41 Dollar. Während wir unsere Sachen ins Zimmer räumen, hören wir allerdings immer wieder lautes Pfeifen. Nur 150 Meter hinter der Straße fährt nämlich die Santa Fe Railroad vorbei. Aber im Prinzip liegen alle(?) Motels entlang der Straße an dieser Bahnstrecke, sodass ein Entkommen nicht möglich ist. Auch hier fallen wir wieder früh ins Bett.

Insgesamt gesehen wäre es sinnvoller gewesen, ohne Umweg direkt nach Sedona zu fahren. Statt des Slide Rock State Park wäre wohl der nahe gelegene Red Rock State Park besser gewesen. Dann hätten wir noch den am Weg gelegenen Meteor Crater einen Besuch abstatten können. Der Petrified Forest National Park ist durchaus lohnend, kann aber bei Zeitmangel in wenigen Stunden “abgehakt” werden.

18.10.2001 Sunset Crater NM - Wupatki NM - Grand Canyon

Trotz der immer wieder tutenden Eisenbahn schlafen wir in der Nacht recht gut. Morgens rufe ich zunächst Avis an, da der Wagen nach wie vor die Fehlermeldung “change oil” zeigte. Der Mitarbeiter meint aber, die Meldung müsse falsch sein, vermutlich sei auf Grund des Wechsels der Höhe der Computer durcheinander geraten. Insofern kümmern wir uns nicht mehr um diese Anzeige, die uns dann bis zum Ende des Urlaubs begleitet.

Es ist sehr kühl, nur wenige Grad über dem Gefrierpunkt. Wir fahren dann nordwärts, um nach wenigen Meilen zum Sunset Crater NM abzubiegen. Auf Grund der starken Sonne wird es sehr schnell wärmer.
Das Monument umfasst ein vulkanisches Gebiet, in dem vor 750 Jahren ein Ausbruch stattgefunden hat. Man kann hier sehr genau auf dem Lava Flow Trail die vulkanischen Strukturen und Einzelformationen studieren. Außer uns war am frühen Morgen fast niemand im Monument, sodass wir einige sehr schöne und interessante Stunden hatten. Ein sehr lohnender Ausflug, einer unserer Favoriten.

Sunset Crater im Morgenlicht

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Von dort fährt man in einem großen Bogen zum Wupatki NM, wo wir die Ruine einer indianischen Pueblo-Anlage besichtigen. Auch das ist recht interessant, zumindest wenn man die Broschüre am Trailhead mitnimmt und liest. Kann man sich aber bei knapper Zeit und wenn man ähnliche Anlagen schon gesehen hat, auch sparen. Ganz witzig ist ein kleines Loch im Boden, durch das der Luftaustausch für ein darunter liegendes Höhlensystem passiert. Wenn man die Hand darüber hält, kann man je nach Wetterlage entweder merken, wie Luft hineingesaugt wird oder herausgedrückt wird.

Gegen 12:00 Uhr erreichen wir dann den Osteingang des Grand Canyon National Park. Wir hatten vor, da wir den Grand Canyon von oben schon kennen, vom Yaki Point eine Wanderung hinunter in den eigentlichen Canyon zu machen. Unterwegs halten wir an zwei Viewpoints an und bewundern die Aussicht.

Obwohl wir ja Mitte Oktober unterwegs sind und zudem auch noch unter der Woche, gelingt es uns nicht, an allen Aussichtspunkten einen Parkplatz zu bekommen. Der Yaki Point selbst ist trotz Nebensaison nur mit dem Shuttlebus erreichbar, so dass wir uns entschließen, doch zum eigentlichen Village zu fahren, um von dort ins Tal hinabzusteigen. Auch dort war es gar nicht so einfach, in der Nähe des Canyonrandes einem Parkplatz zu bekommen. Es ist daher verständlich, dass die Park Verwaltung für die Zukunft plant, den gesamten Autoverkehr in Park durch eine Eisenbahn zu ersetzen.

Wir kaufen zunächst wegen der jetzt auch sehr starken Sonneneinstrahlung einen Sonnen-Hut für mich und gehen dann ca. 2 Kilometer den Trail hinunter. Eine solche Wanderung ist ein besonderes Erlebnis, weil man den Canyon aus einer ganz anderen Perspektive erlebt. Zudem entgeht man so den Touristenströmen am Rim, auch wenn dieser Weg relativ stark begangen wird. Natürlich kann man in der Kürze der uns zur Verfügung stehenden Zeit nicht auch nur annähernd bis zum Grund des Canyons gelangen, aber auch ein Stück weit ist interessant.

Nach einer Stunde Abstieg machen wir uns wieder an den Aufstieg, für den man die doppelte Zeit veranschlagen muss. Plötzlich sehen wir am Rande des Weges ein Bighorn Sheep, also eine Art Steinbock. Bevor wir unsere Kamera schussbereit haben, ist er jedoch wieder verschwunden. Unsere Enttäuschung verwandelt sich aber in Faszination, als nur wenige Momente später ein ganzes Rudel auftaucht und am Wegesrand nach Futter sucht. Wir beobachten die Tiere und hoffen, dass das mit recht stattlichen Hörnern ausgestattete Männchen uns nicht für Angreifer hält. Es beäugt uns aber nur misstrauisch. Als eine Gruppe von Touristen auf Maultieren sich nähert, springen die Bergschafe den Berg hinauf und verschwinden. Fasziniert setzen wir unseren Weg fort und erreichen den Rim gegen 16:00 Uhr.

Der Grand Canyon

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Wir gehen noch ein Stück den Rim entlang. Als es langsam dunkel wird, fahren wir nach Tusayan, wo wir ein Motel vorgebucht haben. Das kostete über ein Reiseveranstalter 144 DM, was für den Grand Canyon selbst zu dieser Jahreszeit durchaus günstig ist. Der Normalpreis in Motel wäre 89 Dollar gewesen, im Internet hatten wir es für 144 Dollar(!) gesehen. Das zeigt einmal mehr, dass man beim Vorbuchen immer die Preise vergleichen sollte.

Am Abend besuchen wir das IMAX-Theater, wo wir für 10 Dollar pro Person einen 35-Minuten-Film finden über den Grand Canyon sehen. Das ist zwar viel Geld, aber die hervorragenden drei 3D-Aufnahmen sind es wert. Allerdings ist der Film ziemlich amerikanisch-kitschig gemacht.
In unserem Motelzimmer steht übrigens an der Toilette, dass man das Wasser darin nicht trinken soll, da es sich um recyceltes Wasser handele. Danke für diesen Hinweis!

19.10.2001 Grand Canyon - Antelope Canyon

Inzwischen haben wir uns an die Zeitverschiebung gewöhnt und gut geschlafen. Morgens hat es gerade mal 3 Grad C. An der Dusche suche ich lange Zeit nach dem Umschalt-Knopf, womit ich auch Wasser aus dem Duschkopf bekomme. Doch nichts ist zu finden. Genervt wandere ich zur Rezeption, wo man mich aufklärt. Ich muss am unteren Hahn den “Ring”, aus dem das Wasser strömt, nach unten ziehen, damit das Wasser oben aus der Dusche herauskommt. Na klar! Übrigens scheint es in Tusayan keinen größeren Supermarkt zu geben, so dass man sich schon vor der Anreise mit Lebensmitteln eindecken sollte.

Wir fahren entlang des Grand Canyon wieder zum Osteingang. Da es recht früh ist, ist kaum jemand unterwegs. Das ist wirklich verblüffend, wenn man an den Aussichtspunkten, an denen am Nachmittag zuvor kein Pakrplatz mehr zu bekommen war, plötzlich fast alleine ist.
Das zeigt einmal mehr, dass man gerade am Grand Canyon möglichst früh am Tag sein sollte. Am besten ist es, wenn man sich bereits morgens die wesentlichen Aussichtspunkte anschaut, um sich dann rechtzeitig im Dorf einen Parkplatz zu sichern. Von da aus kann man dann durch Wanderungen dem großen Besucheransturm entgehen.

Wir fahren vom Osteingang zügig nach Page, vor uns zeitweise ein wild Schlangenlinien fahrender Indianer - im hiesigen Navajo-Reservat ist Alkoholismus ein großes Problem.

Von Page fahren wir wenige Meilen auf der 98 und erreichen den Lower Antelope Canyon. Der Parkplatz ist inzwischen deutlich ausgeschildert und liegt in der Nähe eines Kraftwerks links von der Straße. Kurz vorher ist auf der rechten Seite der Parkplatz für den Upper Antelope Canyon. Der Unterschied ist, dass man beim Lower zu Fuß den Canyon erreichen kann, während man zum Upper Canyon gefahren wird. Der Preis ist jeweils der gleiche, nämlich 17 Dollar 50. Das ist viel Geld, aber lohnend angelegt.

Wir hatten den Lower Canyon gewählt und waren damit sehr zufrieden. Vom Parkplatz aus geht man ca. 200 Meter in ein Flussbett, wo ein Schild auf den Eingang weist. Der Eingang an sich ist ein dünner Spalt im Boden, durch den man sich hindurchzwängen muss. Dieser Spalt erweitert sich jedoch immer mehr und man läuft einen sehr engen Canyon entlang.

Der Eingang im Boden

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Die Wände sind durch Wasser glatt poliert, so dass die Farben des Felsens hervorragend zur Geltung kommen. Der begehbare Teil des Canyon ist nur wenige 100 Meter lang, man braucht jedoch wegen der Enge und wegen der faszinierenden Einblicke ca. eine Stunde, um bis zum Ende zu gelangen. Dann kann man entweder außen herum zurückgehen oder durch den Canyon zurück, wobei das letztere natürlich sinnvoller ist. An schwierigen Stellen im Canyon sind Leitern angebracht, z. T. ist jedoch in einzelnen Bereichen eine gewisse Akrobatik erforderlich. Dicke Leute sollten sich daher diesen Canyon sparen.
Mit unserer neuen Spiegelreflex-Kamera und mit Stativ und Fernauslöser gelingt es uns, recht gute Bilder zu machen. Der Witz ist dabei, dass man einen 100 ASA-Film benutzt und die Öffnung der Blende möglichst klein wählt (großer Blendenwert), um eine gute Tiefenschärfe zu erreichen.

Ein paar Bilder

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Wir halten uns hier fast drei Stunden auf und fahren dann nach Page zurück, um noch den Horseshoe Bend, eine große Flussschleife des Colorado anzuschauen. Hierzu fährt man von Page wenige Meilen auf der 89 nach Süden und erreicht dann (in Fahrtrichtung rechts) einen kleinen asphaltierten Weg, der nach 100 Meter in einem Parkplatz endet. Von dort geht man über einen sandigen Hügel etwa 800 Meter, bis man den Aussichtspunkt erreicht. Von hier aus kann man nun den Colorado ca. 400 Meter unter einem vorbeifließen sehen. Die Motorboote auf dem Colorado erscheinen winzig von hier oben gesehen. Für diesen Ausflug muss man etwa eine Stunde einkalkulieren.

Wir wollen jetzt eigentlich noch ein kleines Motorboot für den Lake Powell mieten. Als wir in der Wahweep Marina ankommen, ist es gerade 14:30 Uhr und damit eigentlich noch früh genug am Tag. Aber bei der Bootsvermietung sagt man uns, dass die kleinen Boote bis 16:00 zurück sein müssen, so dass sich dieser Ausflug nicht mehr lohnt. Schade, wir hätten uns gerne die Rainbow Bridge angesehen, die ein paar Meilen weiter am Lake Powell liegt.
(Kleiner Hinweis: Obwohl die Marina in Utah liegt, gilt trotzdem die Arizona-Zeit von Page, man muss sich hier also nicht zeitlich umstellen).

Nun gut, dann fahren wir eben weiter Richtung Bryce Canyon. An diesem Abend kommen wir noch auf der 89 bis Hatch, wenige Meilen südlich des National Parks. Hier steigen wir im “besten” Motel des Ortes für 44 Dollar ab. Das Motel ist schon etwas heruntergekommen, aber akzeptabel. In der Nacht wird es so kalt, dass wir die Heizung anwerfen müssen.

(Was wir hierbei nicht wissen ist, dass wir damit an einem der besten Teile des Westens vorbeigefahren sind. Entlang der 89 von Page bis Kanab gibt es diverse absolut faszinierende Naturlandschaften, wie z.B. “The Wave” oder die “Toadstool Hoodos”. Die sind bloß nicht ausgeschildert, man muss wissen, wo man suchen muss. Aber mehr gibt es dazu auf unserer USA-Reise 2004)

20.10.2001 Bryce Canyon - UT 12 - Capitol Reef

Am Morgen ist es wieder sehr kühl, nur knapp über den Gefrierpunkt. Vor dem National Park nehmen wir zunächst bei Ruby`s Inn einen Kaffee, um uns aufzuwärmen. Als wir dann den Rand des Canyons erreichen, ist es schon wieder deutlich wärmer geworden. Wir wandern ca. zweieinhalb Stunden auf dem Navajo Loop Trail und dem Queens Garden Trail, was man nur empfehlen kann. Die Aussicht von unten nach oben ist fast noch besser als die von oben nach unten. Zudem kann man die Felsformationen viel genauer in ihrer ganzen Schönheit betrachten.

Der Bryce Canyon

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Ab Mittag fahren wir über die UT 12, eine wirklich fantastische Strecke. Besonders der Abschnitt ab Escalante überrascht immer wieder mit neuen Geländeformationen, eine schöner als die nächste. Diese Strecke kann gar nicht hoch genug gelobt werden.
(Und auch hier fahren wir -mangels Kenntnis - an besonders tollen Naturlandschaften vorbei. Mehr dazu im Urlaubsbericht 2004)

Unterwegs fallen uns Männer in orangenen Westen auf. Es ist uns nicht klar, was die dort tun, insbesondere da es Sonntag ist und es sich dementsprechend kaum um Bauarbeiter handeln dürfte. Erst später begreifen wir, dass es sich natürlich um Jäger handelt, die hier am Wochenende ihrem “Handwerk” nachgehen.

Beim letzten Abschnitt der Strecke, der Fahrt durch den Dixie National Forest, haben wir wieder Pech. Wie schon bei unserer ersten Fahrt im Juni 1998 präsentieren sich die Espen ohne Blätter. Allerdings können wir in den tieferen Lagen z. T. einen hervorragenden Indian Summer mit knallgelben Bäumen genießen.

Fahrt durch den Dixie NF - tolle Farben!

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Wie erreichen um 14:30 Uhr den Capitol Reef National Park, wo wir uns im Besucherzentrum nur kurz über Wander-Möglichkeiten informieren. Wir entscheiden uns für den Cassidy Arch Trail, der von einem Wash (also einem Bachbett) auf die Waterpocket Fold und dort zu einem Felsbogen führt.
Dieser Weg erweist sich als gut begehbar und auch nicht zu anstrengend. Am Ende suchen wir dann den Felsbogen, der sich hier irgendwo verbergen muss. Über uns ist er nicht, und tatsächlich, man muss nur ein paar Schritte in Richtung Canyon gehen, dann liegt er plötzlich unter einem.

Als wir wieder den Parkplatz erreichen, hat die Abenddämmerung bereits eingesetzt. Wir fahren noch etwas den Scenic Drive entlang. Dann fahren wir nach Torrey, wo es inzwischen mehrere neue Motels gibt. Wir steigen in einem Holiday Inn Express ab. Die Dame an der Rezeption möchte zunächst 69 Dollar für das Zimmer, als ich jedoch nur kurz zögere, geht sie sofort um zehn Dollar runter. Das ist das Schöne, wenn man außerhalb der Saison reist. Im Zimmer gibt es sogar eine Mikrowelle, für die sogar kostenlos Popcorn bereitsteht.

21.10.2001 Arches - Dead Horse Point SP - Moab

Wir fahren in Richtung Moab. Unterwegs fällt Monika in Hanksville ein kleiner Laden auf, der Steine und Fossilien führt. Von außen wirkt er sehr klein, auch etwas heruntergekommen, er entpuppt sich aber als sehr groß und gut sortiert. Wir erstehen dort für 12 Dollar ein größeres Stück versteinertes Holz. Man kann auch ganze Baumstämme versteinertes Holz kaufen. Allerdings orientieren sich die Preise dann über 1000 Dollar.

Bei Moab erreichen wir um 11:30 Uhr den Arches National Park. Es ist leider bedeckt. Im Besucherzentrum fragen wir zunächst, ob man einen schönen Sonnenuntergang am Delicate Arch wird sehen können, was allerdings angesichts der Wetterlage verneint wird.

Nun gut, man kann nicht alles haben. Wir fahren zunächst zu einem der ersten Aussichtspunkte, wo wir den Park Avenue Trail entlanglaufen. Wir hatten gelesen, dass auf diesem Trail die Entstehung der Felsbögen anschaulich erklärt würde. Davon finden wir jedoch fast nichts, auch ist der Weg nicht unbedingt spannend. Kann man sich also sparen.

Weiter geht’s mit einem Zwischenstopp am Balanced Rock zur Windows Section, wo wir zwei kurze Wege zu den dortigen Felsbögen laufen. Das ist schon durchaus interessanter.

Wir wollen jedoch auf jeden Fall den wohl bekanntesten Felsbogen, nämlich den Delicate Arch, anschauen. Dazu fahren wir zu Wolfe`s Ranch, von wo der Weg beginnt. Der Weg führt zunächst über eine große, recht steile Festplatte, die sich jedoch leicht begehen lässt, auf ein Plateau, auf dem man noch einige 100 Meter laufen muss. Die ganze Zeit schaut man dem Arch, der aber nirgendwo zu sehen ist. Erst ganz zum Schluss kommt man um eine Ecke und sieht plötzlich den Bogen vor sich. Es sind zwar mit uns ca. 30 andere Touristen da, aber das lässt sich eben an einem Sonntagnachmittag nicht vermeiden. An einem normalen Tag wären es zum Sonnenuntergang vermutlich noch mehr gewesen.
Dieser Weg ist, auch wenn er viel begangen wird, auf jeden Fall empfehlenswert. Der Ausblick über den Bogen und die dahinter liegenden Berge ist die Mühe sicher wert. Man muss dafür etwa zwei bis drei Stunden ansetzen.

Der Delicate Arch

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Am Fiery Furnace vorbei geht es noch zum Ende der Straße, wo wir noch ca. eineinhalb Stunden (hin und zurück) zum Landscape Arch laufen. Das ist ein ganz netter Weg und der Bogen ist einer der dünnsten der Welt.

Gegen 17:00 verlassen wir den Park. Insgesamt muss man sagen, dass der National Park zwar schön ist, man ihn aber mit einem Nachmittag gut abhaken kann. Das Beste ist sicherlich die Wanderung zum Delicate Arch. Ansonsten finden wir, dass sich die ganzen Felsbögen doch ziemlich ähneln. Gut der eine ist etwas dicker, der andere etwas dünner. Aber wir meinen schon: “Kennst du einen Felsbogen, kennst du alle”.

Da es noch etwas dauert bis zum Sonnenuntergang, beschließen wir, noch zum Dead Horse Point State Park zu fahren, der nur etwa 30 Meilen entfernt liegt. Allerdings zieht sich die Strecke sehr, da die Straße in Serpentinen auf ein Hochplateau hinaufgeht, und als wir den Park erreichen, ist es schon nach Sonnenuntergang. Dennoch fahren wir die letzten Meilen bis zum Aussichtspunkt, wo wir uns noch die Abenddämmerung anschauen.

Diese letzte Unternehmung war nicht besonders clever. Viel sinnvoller wäre es gewesen, diesen State Park zusammen mit dem Canyonlands National Park (und zwar dem Distrikt Island in the Sky) zu verbinden, da die beiden Parks genau nebeneinander liegen.
In Moab stellen wir fest, dass trotz Sonntagabend noch viele Motels gut belegt sind. Das liegt daran, dass erst an diesem Tag ein großes Mountainbike-Festival, das jährliche “Fat Tyre”, zu Ende gegangen ist. In einem aber gerade eröffneten Motel, dem Castle Rock Inn, finden wir aber ohne Probleme ein sehr großes und (für Moab) günstiges Zimmer (57 Dollar).

(Und damit sollte man, wenn man Moab im Oktober ansteuert, unbedingt vorher erkunden, wann dieses Festival genau ist, weil da alle Motels dicht sind. Das Gleiche gilt an Ostern, wenn dort jährlich ein großes Auto-Off-road-Spektakel stattfindet)

22.10.2001 Canyonlands NP

Am nächsten Morgen ist schon deutlich weniger Betrieb in Moab, da viele Biker abgereist sind. Die im Zimmerkühlschrank gelagerten Lebensmitteln sind gefroren, da ihn irgendein Idiot auf “coldest” eingestellt hat.

Das Wetter ist dafür deutlich besser, es ist sonnig mit einzelnen Wolken. Wir fahren ca. eine Stunde nach Süden, um zunächst den Needles-Distrikt des Canyonlands National Park zu besuchen. Dieser ist nicht besonders spektakulär, aber in seiner Kargheit schön. Hier machen wir eine längere Wanderung (4 km) entlang des Slickrock Trail. Der Weg ist nicht besonders toll, aber bietet einige sehr schöne Ausblicke auf die Canyons. Insgesamt muss man hierfür mit Pausen an den Aussichtspunkten ca. zweieinhalb Stunden rechnen. Es ist auch hier sehr sinnvoll, an Anfang des Weges eine kleine Broschüre mit Hinweisen zum Weg mitzunehmen.

Gegen ein Uhr verlassen wir diesen Distrikt und fahren über Moab zum Island in the Sky Distrikt des gleichen National Parks, der allerdings fast zwei Fahrstunden vom anderen entfernt liegt. Dieser Distrikt ist ganz anders als der erste. Er besteht im wesentlichen aus einem großen Plateau, von wo man aus fantastische Ausblicke auf die Canyon-Landschaft hat. Man kann auch, allerdings nur mit geländegängigen Fahrzeugen, ungeteerte Straßen befahren, wofür wir allerdings nicht die Zeit haben. Das nächste Mal werden wir das sicher tun.
Hier bleiben wir bis zum Sonnenuntergang und laufen entlang des Plateau-Randes vom Grand View Point Overlook einen ca. eineinhalb Kilometer langen Weg.

Der National Park hat uns insgesamt sehr gut gefallen, wenn wir das nächste Mal hierherkommen, werden wir sicherlich hier wesentlich mehr Zeit verbringen.
In der Abenddämmerung fahren wir nach Moab zurück, wo wir noch einmal übernachten. Im eigentlichen Kern des Städtchens kaufen wir noch in den ganz netten Läden ein. Unter anderem zwei T-Shirts und ein altes Autokennzeichen aus Utah müssen dran glauben.





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