Die zweite Woche
Dieser Artikel wurde am 18. März 2009 von GreyWolf geschrieben.
Fisher Towers - Grand Canyon of the Gunnisson - Ouray - Durango
23.10.2001
Am nächsten Morgen kommen wir erst spät los, unter anderem da wir noch einkaufen müssen und zum Postamt gehen. Das rächt sich im Laufe des Tages, dass wir hier zwei Stunden vertrödelt haben.
Wir wollen an diesem Tag bis in die Nähe des Mesa Verde National Parks kommen, haben also eine längere Strecke vor uns.
Wir fahren zunächst über die 128, die am Colorado entlang führt und eine sehr schöne Strecke ist.
Unterwegs machen wir über eine etwas ruppige, aber befahrbare Staubstraße einen Abstecher zu den Fisher Towers. Wir hatten gehört, dass man hier eine sehr schöne Wanderung unternehmen kann. Dieser Weg entpuppt sich jedoch als ohne richtige Wanderstiefel nicht gerade einfach zu begehen. Wir kehren deshalb schon nach einer relativ kurzen Strecke wieder um.
Na ja, wir haben ja noch ein größeres Programm vor uns. Über Grand Junction fahren wir zum Black Canyon of the Gunnison National Park, wobei sich diese Strecke sehr zieht. Erst gegen 13:00 Uhr sind wir dort. Auf Grund der doch erheblichen Höhe des National Parks und des starken Windes wird es recht kühl. Der Canyon selbst ist bedingt sehenswert, da er sehr schmal ist und man deswegen von oben nur an einzelnen Aussichtspunkten einen guten Blick in den Canyon hat. Diese einzelnen Blicke sind allerdings schon toll, wenn man am Fuß sehr steiler Felswände mehrere 100 Meter unter einem den Fluss sieht.
Überhaupt nicht lohnend ist allerdings der letzte Aussichtspunkt, es reicht aus, die Punkte Devils Lookout und Painted Wall View zu sehen. Insgesamt ein mäßig interessanter National Park, den man nicht unbedingt gesehen haben muss.
Wir fahren zügig weiter nach Ouray, einem bekannten Städtchen, dass es geschafft hat, von einer Bergarbeiterstadt zu einem Touristenzentrum zu werden. Das Städtchen ist sehr hübsch mit einer Vielzahl alter Häuser und bietet zudem eine ganze Reihe netter Läden. Unter anderem kann man hier auch zu astronomischen Preisen deutsche Schokolade kaufen. Jetzt im Herbst ist in Ouray wenig los, viele Geschäfte haben geschlossen. Im Sommer muss hier aber der Teufel los sein.
Die Hauptstraße von Ouray
Auf unserem weiteren Weg nach Süden halten wir am Ortsausgang von Ouray noch mal kurz an, da es hier angeblich sehr schöne Wasserfälle gibt. Allerdings kann man mit dem Auto dort nicht nahe heranfahren, sondern muss noch ein Stück laufen. Da es schon recht spät ist und wir die Einzigen weit und breit sind, beschließen wir, lieber weiter zu fahren. Wie ich später lese, haben wir wohl damit einen der schönsten Wasserfälle der Rockys verpasst.
Die weitere Fahrt führt über eine sehr kurvige und steile Bergstrecke mit zum Teil sehr schönen Ausblicken auf das Tal und die Berge. Auch sind häufig die Hinterlassenschaften von Bergwerkssiedlungen zu sehen. Die sehr schöne Strecke ist allerdings auch nur sehr langsam zu befahren, so dass wir für die 30 Meilen bis Silverton fast eine Stunde benötigen. Diese Stadt ist auch ein bekanntes Touristenzentrum, jetzt im Oktober ist aber überhaupt nichts mehr los. Mit Mühe gelingt es uns, eine offene Tankstelle zu finden.
Auch die weitere Fahrt bis Durango geht über eine wild romantische Bergstrecke, allerdings nicht ganz so kurvig. In der Dunkelheit kommen wir an und nehmen uns ein Zimmer in einem Best Western für 60 Dollar. Abends verdrücken wir bei Pizza Hut eine Pizza, wobei für uns beide eine gemeinsame Medium-Pizza ausreicht.
24.10.2001 Mesa Verde National Park
Die Nacht war unruhig, da das Motel gut belegt und die Wände dünn waren. Da half es selbst nichts, dass wir ein Zimmer im oberen Geschoss hatten.
Wir fahren zügig nach Mesa Verde, wo wir um 10:30 Uhr am Besucherzentrum sind. Auf Grund der späten Reisetermins kann von den Ruinen, die man nur in einer Tour besichtigen kann, noch Cliff Palace besichtigt werden.
Hinweis: Die beiden wesentlichen Ruinen Cliff Palace und Balcony House kann man nur noch mit geführten Touren machen und zwar nur eine pro Tag. In der Hochsaison sollte man daher möglichst früh am Besucherzentrum sein, um sich einer der begehrten Karten zusichern.
Wir bekommen Karten für die Besichtigung um 12:00 und vertreiben uns bis dahin die Zeit in dem relativ interessanten Museum.
Ab 12:00 Uhr machen wir dann an die Tour mit, wobei ein Park Ranger ausführliche Erläuterungen zu der Ruine gibt. Das ist sehr interessant und unbedingt empfehlenswert. Nach neuesten Erkenntnissen sind diese Häuser jedoch nicht - wie ursprünglich angenommen - Wohnhäuser, sondern dürften im wesentlichen Vorratsräume gewesen sein. Das schließt man daraus, dass in den meisten Räumen keine Hinweise auf Feuerstellen gefunden wurden. Zudem dürften diese Gebäude zu zeremoniellen Zwecken gedient haben.
Der bekannte Cliff Palace
Anschließend besichtigen wir das Spruce Tree House, eine Ruine unterhalb des Besucherzentrums, die man ohne Begleitung besichtigen kann.
Danach laufen wir den Petroglyph Point Trail, der dort startet und für den man etwa zwei Stunden Zeit benötigt. Vorher muss man sich im Besucherzentrum abmelden (und später zurückmelden), benötigt aber kein Permit. Der Pfad geht unterhalb des Plateaus entlang und endet an einen Felsen mit schönen Felszeichnungen. Danach geht man auf dem Rande des Plateaus zurück. Unterwegs kommt man auch an einer kleinen Ruine unter einem Felsüberhang vorbei. Ein durchaus lohnender Weg.
Zum Abschluss fahren wir noch die Loop Road, wobei im wesentlichen der sogenannte Sun Temple sehenswert ist. Zudem ergeben sich an mehreren Punkten Aussichten auf andere Ruinen unter Felsüberhängen.
Wir fahren, es ist inzwischen schon später Nachmittag geworden, nach Cortez, einer kleinen Stadt in der Nähe von Mesa Verde. Wir wollen hier übernachten und am Abend nach Schuhen für Monika schauen. In einem eher mäßigen Best Western kommen wir für 59 Dollar unter. Unsere Suche nach Schuhen verläuft jedoch ergebnislos, da der Ort außer zwei Supermärkten und verschiedenen Motels nichts zu bieten hat. Dafür waschen wir im Motel unsere Wäsche.
(Da Cortez wenig bietet, hätten wir an dem Abend durchaus noch ein paar Meilen weiter fahren können. Wenn Ihr Mesa Verde besuchen wollt und Euch überlegt, ob Ihr in Durango oder Cortez übernachten sollt: die richtige Lösung heißt Durango
)
25.10.2001 Chaco Canyon
Nachts wird es wieder sehr kalt, morgens sind es 0 Grad. Wir fahren zügig nach Shiprock.
Der eigentliche Shiprock-Felsen in der Nähe dieses Ortes ist ein heiliger Ort der Navajo.
Die weitere Fahrt Richtung Farmington und Bloomington zieht sich sehr, da praktisch die ganze Strecke bebaut ist. Erst nach Bloomington wird der Verkehr wieder ruhiger. Die letzten 15 Meilen bis zum Chaco Canyon sind nicht befestigt, aber gut befahrbar.
Hinweis: Wenn Du zum Chaco Canyon fährst, lies unbedingt den Krimi “Wer die Vergangenheit stiehlt” von Tony Hillerman. Dieser Krimi spielt in der Gegend und es gibt keine bessere Einführung in die Probleme im Chaco Canyon und seiner Umgebung.
Im Gegensatz zur landläufigen Meinung ist der Chaco Canyon der eigentliche Mittelpunkt der Anasazi-Kultur, nicht Mesa Verde. Hier kamen offenbar die einzelnen Anasazi-Stämme her, um kulturelle und sakrale Feiern zu begehen, wahrscheinlich auch “politische” Angelegenheiten zu besprechen. Man kann Chaco Canyon durchaus als “Vatikan” der Anasazi bezeichnen.
Am Besucherzentrum informieren wir uns zunächst und besorgen uns einen Permit für eine Wanderung, den man für alle Wanderungen außerhalb des eigentlichen Canyons benötigt. Wir sehen uns zunächst Pueblo Bonito und Chetro Ketl an, zwei große Ruinen, bei denen es sich mit hoher Wahrscheinlichkeit um zeremonielle Zentren der Anasazi handelte. Mit den Broschüren kann man hier einiges Interessantes erfahren.
Ein cooler Typ im Pueblo Bonito
Vom Ende der Straße unternehmen wir unsere Wanderung zum Pueblo Alto, einer Ruine ca. einen Kilometer außerhalb des Canyon. Zunächst geht es durch einen schmalen Felsspalt steil hinauf auf den Canyonrand, was schon ein Erlebnis ist. Nach einigen 100 Metern Weg kann man noch einmal das Pueblo Bonito von oben sehen. Bis hierhin sollte man unbedingt gehen, da man erst aus dieser Perspektive sieht, wie riesengroß dieses Pueblo ist.
Von dort geht man dann bergauf noch ca. 800 Meter, bis man auf die Ruinen des Pueblo Alto stößt. Von dort hat man einen schönen Blick auf die weitere Umgebung. Wenn man genug Zeit hat, kann man von hier aus auch noch einen größeren Rundweg laufen, wir steigen aber auf dem gleichen Weg wieder ab.
Insgesamt hat uns diese Wanderung sehr gut gefallen und wir können sie nur empfehlen.
Überhaupt ist der Chaco Canyon ein sehr interessanter Park, selbst wenn man Mesa Verde schon gesehen hat, vor allem ist er halt nicht so überlaufen.
Gegen 16:00 Uhr fahren wir dann weiter, wobei wir zunächst - ungelogen - durch achtzig Meilen Baustelle fahren. Gegen 19:00 Uhr sind wir in Santa Fe, wo wir mit Coupon in einem Holiday Inn für 59 Dollar absteigen. In einer nahe gelegenen Mall finden wir auch Schuhe für Monika. Und zwar bei der Billigkette Payless Shoe Source, wo man für maximal 20 Dollar sehr gute Schuhe bekommt. Damit hat auch Monika nun gute Wandererstiefel.
26.10.2001 Santa Fe
In Santa Fe lassen wir uns Zeit mit dem Aufstehen, erst um 10:15 Uhr sind wir in der Innenstadt. Hier stellen wir das Auto in einem Parkhaus ab und gehen zu Fuß durch die Straßen. Zunächst gehen wir zum Palast des Gouverneurs, wo die Indianer ihren Schmuck feilbieten, zu durchaus akzeptablen Preisen. Wir kaufen uns hier ein silbernes Lesezeichen.
Anschließend suchen wir das älteste Haus und die älteste Kirche der Stadt und Nordamerikas. Auf der Suche nach der Kirche gehen wir zunächst in die Kathedrale und in eine andere Kirche, die aber beide nicht die Gesuchten sind. Beide sind auch überhaupt nicht lohnend, zudem sie Eintritt kosten.
Die älteste Kirche ist tatsächlich in der San Miguel Mission und ist auch durchaus sehenswert, wenn man mal davon absieht, dass die Erklärungen lautstark von einem Tonband kommen. Auch das älteste Haus befindet sich hier in unmittelbarer Umgebung, beherbergt heute aber eine Pizzeria!
Im weiteren schlendern wir durch die Straßen der Altstadt und schauen uns die Geschäfte an. Zum Schluss gibt es auch noch ein großes Eis.
Insgesamt ist die Stadt ist zwar nicht unhübsch, aber auch nicht ein wirkliches Muss. Gerade Touristen, die mehr auf Natur stehen, verpassen hier nichts wesentliches.
Gegen 13:30 Uhr fahren wir über Albuquerque Richtung Süden, was uns wesentlich mehr Zeit kostet, als wir eigentlich angenommen haben. Wir wollten südöstlich von Albuquerque mehrere Missionsgebäude ansehen, geben das aber auf, da wir feststellen müssen, dass wir vor 16:00 Uhr nicht dort sein werden und dann möglicherweise das National Monument schon geschlossen wäre.
Wir fahren daher über San Antonio und die Straßen 380 und 54 Richtung Alamogordo. Das ist eine sehr schöne Fahrt über einsame Landstraßen und durch eine Wüstenlandschaft.
Wir erwarten, dass Alamogordo ein kleines Dorf ist, mit zwei Tankstellen und ein paar Motels. Tatsächlich ist der Ort eine kleine Stadt mit einer Mall und diversen Restaurants und Geschäften. Das liegt wohl daran, dass sich in der Nähe Militärstützpunkte befinden. Wir kommen in einem Holiday Inn Express für 53 Dollar unter. Anschließend fahren wir noch in die Mall, wo wir einen sehr schönen Laden finden und dort reichlich Souvenirs einkaufen. Und am Abend können wir sogar noch im Fernsehen unsere beiden Lieblingsserien sehen.
27.10.2001 White Sands NM - Gila Cliff Dwellings NM
Heute stehen wir früher auf, um möglichst kurz nach dem Sonnenaufgang im White Sands NM zu sein. Dann ist nämlich das beste Licht. Um 7:15 Uhr sind wir dann am Eingang. Wenn man in die weißen Dünen des NM hineinfährt, glaubt man, es habe geschneit. Denn alles präsentiert sich in strahlendem Weiss. Übrigens ist der Name falsch gewählt, denn es handelt sich hier nicht um Sanddünen, sondern um Gips.
(Übrigens gibt es nur einige Meilen nördlich den sogenannten “Trinity-Site”, den Ort, wo 1944 die erste Atombombe explodierte. Nicht unbedingt beruhigend.
Aber angeblich gibt es heute da keine nennenswerte Strahlung mehr. Und es ist auch ganz normal, dass die Menschen hier drei Augen und zwei Nasen haben
)
Zunächst gehen wir den Interdune Boardwalk, einen kurzen Weg über Planken. Hier werden die einzelnen Pflanzen, die sich in dieser lebensfeindlichen Umgebung angesiedelt haben, genauer erklärt. Es ist absolut faszinierend, mit welchen Techniken Pflanzen in dieser absolut lebensfeindlichen Umgebung, die ja praktisch nur aus ständig wanderndem Gips besteht, überleben können. So gibt es z.B. eine Yucca-Art, die innerhalb weniger Tage um 50cm wachsen kann, wenn sie merkt, dass sie unter Sand begraben wird.
Ein sehr guter Einstieg, um etwas über die Besonderheiten dieser Dünen zu erfahren.
Anschließend fahren wir noch ein Stück weiter, um am Ende der Loop Road den Alkali Flat Trail ein Stück weit entlangzugehen. Hier treffen wir auf eine Gruppe von Amerikanern, die die Dünen mit Schlitten herunterfahren. Später probieren wir das gleiche auf unseren Hosenböden, was etwas mühsam ist, da man auf Gips nicht so leicht gleitet wie auf Sand. Das nächste Mal bringen wir Plastiktüten mit, damit kann man auch gut rodeln.
Wer rutscht denn da die Düne runter?
Der Weg führt über diverse Dünen und ist im Morgenlicht sehr schön. Allerdings haben wir wenig Zeit und kehren daher schon bald um. Dennoch war es ein besonderes Erlebnis. Dieses Monument ist auf jeden Fall eine Reise wert.
Wir fahren über die 70 bis Deming, und über Silver City bis zum Gila Cliff Dwellings NM. Die Strecke dorthin wird sehr schmal und extrem gewunden, sie führt aber durch eine sehr schöne Gebirgs- und Waldlandschaft. Natürlich kann man nicht schnell fahren, so dass wir erst gegen 14:30 Uhr am NM sind. Inzwischen ist es gut warm geworden.
Das Monument besteht im wesentlichen aus vier Höhlen, in denen man Cliff Dwellings besichtigen kann. Hierzu steigt man durch ein kleines, hübsches Tal zu den Höhlen hinauf. Die Ruinen an sich sind mäßig interessant, besonders wenn man vorher in Mesa Verde gewesen ist. Wir haben Glück, denn gerade, als wir in den Höhlen sind, geht der einzige Schauer des Tages nieder.
An einem Campingplatz in der Nähe kann man auch noch Felszeichnungen sehen.
Insgesamt gesehen ist dieses Monument zwar nicht uninteressant, es fragt sich aber, ob man angesichts der langen Anfahrt nicht lieber etwas anderes machen sollte, insbesondere wenn man ähnliches schon kennt. Mit Hin- und Rückfahrt und einer kleinen Wanderung muss man für das Monument letztlich einen ganzen Tag einkalkulieren.
Die Rückfahrt dauert noch länger als die Hinfahrt, da vor uns Amerikaner im Schneckentempo entlang kriechen. An Überholen ist wegen der geringen Fahrbahnbreite nicht zu denken. Wir fahren noch kurz durch Silver City, das aber nur bedingt sehenswert ist.
Einschub: Übersehen habe ich bei unserer Reiseplanung, dass zwischen Deming und Silver City der City of Rocks State Park liegt. Das ist ein weiteres Tal, in dessen Mitte sich eine ganze Reihe Felsen - eben eine Stadt von Felsen - erhebt. Da muss es wohl auch einen sehr schönen Campground geben. Ist wohl absolut einen Abstecher wert.
Gegen 19:00 Uhr sind wir dann in Willcox, wo wir für 49 Dollar (mit Coupon, ansonsten hätte es 79 Dollar gekostet) in einem Best Western unterkommen.
28.10.2001 Chiricahua NM - Outletshopping
Abgesehen davon, dass uns der Radiowecker um 5:00 Uhr (danke!) weckt, schlafen wir gut. Nach einem sehr guten Frühstück, sogar mit Eiern, fahren wir zügig zum ca. 45 Minuten entfernten Chiricahua National Monument. Wir erkundigen uns zunächst im Besucherzentrum nach einem schönen Wanderweg und fahren dann auf das eigentliche Plateau hinauf.
Hier sehen wir die fantastischen Felsformationen des Monuments, die mit denen von Bryce Canyon locker mithalten können. Sie sind allerdings grau und nicht rot, dafür ist das Gebiet wesentlich größer.
Wir gehen den Echo Canyon Trail, der sich als sehr schöner Weg erweist. Zum Teil geht man zwischen riesigen Felsblöcken hindurch. Es ist kein Wunder, dass sich in diesem Felsenlabyrinth im 19. Jahrhundert die Apachen unter Geronimo versteckten.
Wir gehen hier etwa zweieinhalb Stunden entlang und sind von den Aussichten begeistert. Sinnvollerweise geht man zunächst im Uhrzeigersinn den Rhyolite Canyon Trail entlang, der - wie der Name schon sagt - abwärts entlang eines Canyons mit schönen Ausblicken führt. Nach ca. 2 1/2 Kilometer biegt rechts der Echo Canyon Trail ab, der einen aufwärts im Bogen zum Ausgangspunkt zurückführt. Gerade dieser Bereich ist absolut toll, besonders die letzten paar hundert Meter vor dem Parkplatz. (wenn man also wenig Zeit hat, kann man natürlich auch einfach nur den Echo Canyon Trail vom Parkplatz aus die ersten paar hundert Meter laufen).
Fazit: Dieses Monument ist ein Juwel und sollte möglichst immer besucht werden. Beim nächsten Mal werden wir hier sicher längere Zeit bleiben.
Die Felsformationen des Chiricahua NM
Gegen Mittag brechen wir auf und fahren nach Phoenix, wo wir in Tempe die Outlet Mall Arizona Mills besuchen. Hier ist, als wir gegen 15:30 Uhr ankommen, viel Betrieb - es ist Sonntag! Wir finden das ein oder andere Kleidungsstück, unter anderem drei Hosen für maximal 29 Dollar und noch ein Paar Schuhe für 15 Dollar.
Gegen 17:45 Uhr fahren wir weiter. Zunächst quälen wir uns in Richtung Nordwesten über die 60 aus Phoenix hinaus, da wir praktisch an jeder Ampel stehen - und es sind viele Ampeln. Danach geht es aber (im Dunkeln) zügig über die 93 nach Kingman, wo wir um 21:30 ankommen. Ich dachte eigentlich, dass man dort günstig unterkommen kann, das Best Western vor Ort kostet aber 68 Dollar.
29.10.2001 Death Valley National Park
Wir fahren zunächst Richtung Las Vegas. Vor dem Hoover-Staudamm wird das Auto oberflächlich von Soldaten nach Bomben durchsucht. Durch Las Vegas, über dem eine mächtige Dunstglocke hängt, fahren wir auf dem Freeway. Es ist relativ viel Verkehr, der nach Las Vegas aber schlagartig nachlässt. Die Strecke zum Death Valley National Park ist teilweise in Nevada recht holprig, sobald man die Grenze nach Kalifornien überschreitet, wird sie aber wieder gut.
Um 11:30 Uhr erreichen wir den Death Valley National Park, wo wir zunächst zum Aussichtspunkt Dante View fahren. Die Strecke hierzu geht zunächst sanft, dann immer steiler den Berg hinauf. Trotz recht moderater Temperaturen wird unser Automotor doch wärmer, insbesondere auf dem letzten, sehr steilen Stück. Wie muss das hier erst im Sommer sein?
Von dem Aussichtspunkt aus hat man ein fantastischen Blick auf das Tal und die dahinterliegenden Berge. Deswegen sollte man diesen Punkt unbedingt aufsuchen.
Der Blick von Dante View ins Death Valley

Danach fahren wir in das eigentliche Tal. Kurz davor besuchen wir noch den berühmten Zabriskie Point, wo man einen sehr schönen Blick auf die unterschiedlichen Farben der Steinschichten hat. Wir fahren dann zunächst zum Besucherzentrum, wo wir uns über die Möglichkeiten im Tal informieren. Hier ist es recht warm, vielleicht 27 Grad, dazu schwül, so dass wir etwas Kreislauf-Probleme bekommen. Am Parkplatz streicht ein Coyote umher.
Wir fahren nach Badwater, dem tiefsten Punkt der westlichen Hemisphäre (80m unter dem Meeresspiegel). Das ist aber nicht besonders interessant, denn letztlich steht man hier vor einer relativ übel riechenden Salzbrühe. Muss man nicht unbedingt gesehen haben. Deutlich interessanter ist da Devils Golfcourse, wo man inmitten eines großen Feldes von Salzfiguren steht.
Im weiteren Verlauf fahren wir den Artists Drive, der mit einigen schönen Farbkombinationen aufwartet. Auch der Weg in den Golden Canyon ist einen Abstecher wert.
Da es inzwischen später Nachmittag geworden ist, fahren wir langsam Richtung Westausgang. Vorher halten wir noch am Mosaik Canyon an. Das ist ein gerade am Anfang sehr schöner Canyon, dessen Seiten aus Marmor bestehen, der durch das Wasser ganz glatt geschliffen wurde. Leider wird er schon dunkel, so dass wir nichtmehr allzu weit hineingehen können. Gerade dieser letzte Abstecher ist aber unbedingt empfehlenswert.
Die Fahrt aus dem Tal hinaus zieht sich sehr, zumal es inzwischen dunkel geworden ist. Gegen 18:00 Uhr erreichen wir den Highway 395, dem wir nach Süden folgen. Denn in den Nachrichten hatten wir erfahren, dass es im mittleren Kaliforniern regnen und in höheren Lagen schneien sollte. Damit würde der Tioga Pass ziemlich sicher geschlossen sein. Es bleibt uns daher nichts anderes übrig, als die Berge im Süden zu umgehen.
Unterwegs schauen wir nach einem Motel. Das Einzige was wir finden, ist allerdings so wenig vertrauenerweckend, dass wir bis Mojave weiterfahren. Auch hier fällt die Wahl des Motels schwer, da hier eine Eisenbahnstrecke direkt neben der Hauptstraße und damit neben den Motels entlang läuft. Die Züge machen hier noch mehr Krach als in Flagstaff. Letztlich steigen wir in einem Motel 6 ab, wobei wir natürlich ein Zimmer nach hinten nehmen. Da ist der Lärm noch einigermaßen erträglich. Dafür kostet das Motel auch nur 41 Dollar. Man sollte es möglichst vermeiden, in diesem Ort abzusteigen, da die Züge wirklich extrem laut sind (Schild im Motel: “Yes, we do have noisy trains!”).
30.10.2001 Seqoia National Park - erster Versuch
Da wir sehr müde waren, haben wir trotz dem lauten Zugverkehr (und dem übrigen Verkehr) relativ gut geschlafen. Als wir um 7:00 Uhr aufbrechen, regnet es allerdings. Im Wetterbericht sieht es so aus, als ob die Hauptregenfront bis Mittag über Kalifornien hinweg gezogen sei. Insofern fahren wir zunächst auf der 58 und 99 nach Norden bis Tulare, wo es eine kleinere Outlet-Mall gibt.
Hier halten wir uns bis 11:30 Uhr auf, um dann bei etwas besserem Wetter nach Westen zum Sequoia National Park zu fahren. Nach der Einfahrt in dem am Berghang liegenden National Park müssen wir jedoch feststellen, dass es wieder stärker regnet. Wir fahren trotzdem weiter in der Hoffnung, dass das Wetter besser wird.
Dieser Hoffnung erfüllt sich leider nicht. Das Besucherzentrum im eigentlichen Park hat zudem Stromausfall, sodass wir uns nicht mal dort aufhalten können. Wir fahren bis zum nördlichen Ausgang und wollen jetzt wieder zum südlichen Ausgang außen herum zurückfahren, da wir es am nächsten Tag noch einmal probieren wollen. Dazu wählen wir die kleinere Straße 245, was sich aber als schwerer Fehler herausstellt. Denn diese Straße ist so gewunden, dass mir zum ersten Mal als Fahrer eines Wagens schlecht wird. Dazu trägt sicher auch der starke Regen und der Nebel bei, indem wir herumfahren.
Am Nachmittag erreichen wir wieder den südlichen Parkeingang. Wir mieten uns dort in einem Holiday Inn Express (empfehlenswert!) für 63 Dollar ein und waschen erstmal unsere Wäsche. Abends fahren wir noch ein paar Meilen bis Visalia, wo wir in einem Selbstbedienungs-Pizza Hut eine Pizza essen.
Vor dem Schlafengehen müssen wir noch unser Zimmer wechseln, da in unserem ersten Zimmer der ständig laufende Bad-Ventilator so laut ist, dass wir nicht schlafen können.
Im Rückblick muss man sagen, das es nicht gerade schlau war, trotz Regen in den National Park zufahren. Denn es ist eigentlich logisch, dass sich aller Regen an diesen Berghängen abregnen muss.
31.10.2001 (Halloween) Sequoia und Kings Canyon National Park
Beim Aufwachen haben wir Gott sei Dank blauen Himmel. Wir fahren zunächst zum unteren Besucherzentrum, um uns dort nach einem Wanderweg zu erkundigen. Dort werden wir beraten und können auch eine Karte mit den Wanderwegen erstehen.
Bei der Auffahrt in den eigentlichen National Park kommen wir leider immer wieder in dichte Wolken, aber wenigstens regnet es nicht mehr. Wir besuchen zunächst den Moro Rock, auf dem sich ein hervorragender Aussichtspunkt befindet. Dieser Fels ragt nämlich aus dem Wald heraus und ermöglicht einen tollen Blick auf das ganze Tal.
Das ist die Theorie, in der Praxis stehen wir leider wieder mal in Nebel, sprich in den Wolken. Nur ab und zu reißt die Wolkenwand sekundenlang auf und wir können einen Blick erhaschen. Schade!
Vom General Sherman Tree, dem größten Baum der Welt, machen wir einen längeren Rundweg durch die Sequoias. Es zeigt sich dabei, dass die gekaufte Karte sehr wichtig ist, denn die Wege sind nur schlecht ausgeschildert. Die Wanderung an sich ist jedoch sehr interessant, u. a. sehen wir Squirrel und Antilopen. Zudem ist es einfach beeindruckend, unter diesen riesigen Bäumen entlangzugehen.
Wir sehen jedoch auch, dass dieser Wald nicht ungefährlich ist. Plötzlich kracht es und von einem Baum kommt ein dicker, langer Ast herunter und verfehlt eine vor uns wandernde Frau nur um wenige Meter. Und das, ohne dass ein wesentlicher Wind geweht hätte.
Insgesamt ist jedoch der Weg, den wir fast allein gehen, sehr schön.
Anschließend fahren wir durch den National Park zum Kings Canyon, wofür man insgesamt zwei Stunden ansetzen muss. Das Tal an sich ist sehr schön, weniger schön sind aber die massiven Warnhinweise vor Bären. Wir ziehen es daher (und da es schon später Nachmittag ist) vor, nur einen kurzen Rundblick zu machen und zurückzufahren.
Dieser Abstecher zum Kings Canyon ist recht Zeit raubend, man kann ihn sich daher, wenn man den Yosemite National Park kennt, der ähnliche Formationen bietet, auch sparen.
Der Kings Canyon
Gegen 16:00 Uhr fahren wir dann aus dem National Park hinaus und über die 99 und 140 nach Mariposa, dem letzten Ort vor dem Yosemite National Park. Etwas verwirrend ist, das praktisch an jeder Ausfahrt unterwegs die Ausschilderung Yosemite zu finden ist. Dabei handelt es sich aber um kleinere Straßen, die man sich sparen sollte.
Im Dunkeln sehen wir natürlich an diesem Tag viele Kinder mit ihren Halloween-Kostümen.
In Mariposa mieten wir uns in einem Holiday Inn Express für 49 Dollar ein. Dieses Motel macht aber einen etwas heruntergekommenen Eindruck, es bedürfte dringend eine Renovierung und ist daher nicht zu empfehlen.
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