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Die Amerikaner - ein freundliches Volk!

Dieser Artikel wurde am 24. März 2009 von GreyWolf geschrieben.

Viele Amerikaner sind von einer umwerfenden Freundlichkeit. Während man z.B. in deutschen Supermärkten locker mal zur Seite gerempelt wird, umgeht der freundliche Amerikaner andere Leute möglichst weit, natürlich nicht ohne das überall zu hörende “Excuse me”.
Und jedesmal wenn wir hier in einem Geschäft muffelig “bedient” werden, denken wir wehmütig an den (zumeist) superfreundlichen, aufmerksamen Service in den USA. Allerdings - und jetzt kommt eine wesentliche Einschränkung - gilt das im wesentlichen für den Westen der USA. Im Osten gibt es auch eine Menge Muffelköpfe.

Allerdings gibt es auch hier kulturelle Missverständnisse zwischen Deutschen und Amerikanern. So hat sich z.B. ein Deutscher beklagt, dass die Amerikaner so oberflächlich seien; erst würden sie einen fragen, wie es einem geht und dann wären sie an der Antwort gar nicht interessiert.

Was ist das Missverständnis? Ganz einfach: wenn ein Amerikaner “how do you do” oder “how are you (doing)” fragt, also “Wie geht es (Dir)?”dann will er meist gar keine Antwort, denn diese Floskeln sind nichts anderes als ein Gruss. Entsprechend reagiert man auch nicht, indem man ihm mitteilt, wie es einem geht, sondern reagiert mit “hello” oder gibt das “how are you” einfach zurück.

Das ist auch nicht oberflächlich von den Amerikanern, im Deutschen sagst Du ja auch automatisch “Guten Tag” ohne Dir im Klaren darüber zu sein, dass Du damit Deinem Gegenüber “ich wünsche Dir einen guten Tag” gesagt hast.

Du kannst natürlich die Frage “how are you” auch beantworten, dann ist die Antwort aber bitte immer “fine” oder “great”. Denn hier gibt es einen wesentlichen Unterschied zwischen Amis und Deutschen.
Fragt man einen Deutschen, wie es ihm geht, wird er in eine Litanei darüber ausbrechen, was ihm heute wieder alles Schreckliches passiert ist. Amis halten es aber für unhöflich, andere mit den eigenen Problemen zu belästigen. Entsprechend wird - selbst wenn sie sich gerade das Bein gebrochen haben :-; - ihre Antwort immer “great” sein. In der Regel geht das Gespräch also so:
1. Sprecher: “How are you”
2. Sprecher: “Fine”
1. Sprecher: “Good”

Amerikaner neigen auch sehr stark dazu, einfach so mit fremden Leuten ein Schwätzchen zu beginnen. Typische Einleitungsfrage: “Hey folks, where are you from?”, also: “Hey Leute, woher kommt Ihr denn?”.
Erwähnt man dann, dass man aus Deutschland ist, ist die Freude meist groß, schließlich hatte man mal irgendeinen Deutschen als Vorfahren oder war sogar mal in Deutschland.
Allerdings gibt es bei solchen Begegnungen auch eine gewisse Oberflächlichkeit. So sind z.B. dabei ausgesprochene Einladungen (”Ihr müsst uns unbedingt besuchen, wenn Ihr mal in unserer Stadt seid !!!”) ein Zeichen der Höflichkeit und keineswegs ernst gemeint. Einladungen sind nur dann wirklich Einladungen, wenn die genauen Modalitäten (Tag, Uhrzeit, Ort) eindeutig geklärt sind.

Dazu gehört auch, dass plötzlich ein Amerikaner ein (vollkommen übertriebenes) Kompliment zu Eurem Hemd oder T-Shirt (”I love your t-shirt, it is absolutely fantastic !!!!”) macht. Damit will er Euch nicht anbaggern. Er will einfach nur freundlich sein und macht dieses Kompliment, um ein Schwätzchen zu beginnen. Als guter Amerikaner (bzw. Tourist) gibt man ein entsprechendes Kompliment im Laufe des Gesprächs zurück.





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