Top 2: Goblin Valley / Little Wild Horse Canyon
Dieser Artikel wurde am 24. März 2009 von GreyWolf geschrieben.
Wo ist das?
Im südöstlichen Utah am Highway 24 zwischen Hanksville im Süden und der I-70 im Norden. Da kommt man eigentlich automatisch auf der Fahrt vom Bryce Canyon / Capitol Reef NP in Richtung Moab vorbei.
Ausgeschildert vom Highway ist nur der Goblin Valley State Park, auf dieser Zufahrt ist dann aber auch der Little Wild Horse Canyon ausgeschildert.
Warum ist das in den Top 10?
Das Goblin Valley hat besonders schöne und viele Erosionsformen (Hoodos). Der Little Wild Horse Canyon lädt zu einer fantastischen und (leicht) abenteuerlichen Wanderung ein.
Eigentlich sind es zwei Bereiche, aber da sie sehr nahe beeinander liegen und gut kombiniert werden können, haben wir einen Punkt daraus gemacht
Was macht man da?
Das Goblin Valley schaut man sich an und läuft darin rum (kaum zu glauben, oder?).
Man parkt dazu auf dem Parkplatz am Ende der Stichstraße und ist direkt am bzw. leicht über dem Valley. Schon beim Überblick wird einem klar, warum es “Tal der Kobolde” genannt hat. Die diversen Erosionsfiguren erinneren wirklich an Kobolde. So sieht es dort im hinteren Bereich aus (zum Größenvergleich bin ich klein dazwischen):
Auch wenn man vom Parkplatz schon einen guten Blick hat, sollte man es auf keinen Fall versäumen, dieses Tal näher zu erforschen, also reinzulaufen.
Viele Besucher drehen dabei zu früh um. Die meisten gehen nämlich nur in den vorderen Bereich und denken dann nach 200 Metern, dass sie schon das Wesentliche gesehen haben. Ganz falsch.
Wenn Ihr nämlich am Anfang mal den Blick übers Tal schweifen lasst (also vom Parkplatz sozusagen schräg nach rechts), dann seht Ihr, dass am Ende dieses “ersten” Tals, so ca. nach 300 Metern, inmitten dieser braunen Erosionsfiguren ein grüner dreieckiger Hügel ist. Wenn Ihr da jetzt mal genauer hinseht, dann entdeckt Ihr, dass in diesem Bereich sich die Hoodos noch deutlich verdichten.
Das folgende Bild zeigt den Ausblick vom Parkplatz, ziemlich genau in der Mitte des Bildes ist der grüne Hügel.
Ihr könnt daher das “erste” Tal bis zu dem grünen Hügel relativ zügig durchgehen. Denn hinter dem grünen Hügel gibt es noch viel mehr und dichter stehende Hoodos (wie eben auf dem oberen Bild). Und da die meisten Touristen das total übersehen, könnt Ihr hier zumeist vollkommen alleine rumlaufen. Glaubt mir: Ihr werdet begeistert sein. Benötigte Zeit: 1-2 Stunden zum Besichtigen.
Kleiner Tip: Es empfiehlt sich, sich im hinteren Tal das Aussehen des dreieckigen Hügels von hinten zu merken, damit man leicht zurückfindet.
Bei der Einfahrt zum Goblin Valley ist zumeist auch ein Ranger. Den solltet Ihr kurz nach dem Zustand des Little Wild Horse Canyon fragen. Außerdem hat der auch fotokopierte Karten dieses Areals, was nicht schlecht ist (wenn auch nicht notwendig, verlaufen kann man sich da eigentlich nicht).
Von der Zufahrt vom Goblin Valley geht die ausgeschilderte Zufahrt zum Little Wild Horse Canyon ab. Das ist eine Gravel Road, aber eine sehr gute. Es gibt in der Mitte einen Wash, der je nach Jahreszeit und Niederschlägen ausgewaschen sein kann. Mit dem Geländewagen kommt Ihr da ohne Probleme durch. Und da am Parkplatz immer auch normale Wagen stehen, geht das offenbar auch mit der entsprechenden Vorsicht.
Den Parkplatz zum LWHC erreicht Ihr nach wenigen Minuten Fahrt (10-15).
Von dort geht der Weg ganz eindeutig los, hinter der Registration Box folgt man einfach den Spuren, die einen schon bald zu einem Wash führen, dem man einfach aufwärts folgt. Nach ca. 15 Minuten Wanderung kommt man zum Eingang des LWHC. Hier kommt gleich eine relativ hohe Steinstufe, die es zu überqueren gilt. Lasst Euch hier nicht abschrecken, das ist leichter als gedacht und bleibt die einzige so hohe Stufe, danach wird es leichter. Die Stufe kann man entweder in der Mitte hochkraxeln (für die größeren) oder an den Seiten sich langhangeln bzw. langkriechen (für die Kleineren).
Im Canyon geht es jetzt den noch recht breiten Wash entlang. Nach 200-300 Metern, der Canyon wird langsam enger, biegt rechterhand der eigentliche LWHC ab (Hinweisschild steht etwas erhöht). Geradeaus geht es in den Bell Canyon.
Jetzt müsst Ihr Euch entscheiden. Der Witz ist: Man kann den einen Canyon hoch und den anderen runterlaufen. Kostet etwa 4 Stunden insgesamt (lohnt sich aber ungemein). Wer das machen will, sollte sinnvollerweise erst geradeaus den Bell Canyon hochgehen, da dieser etwas schwächer ist als der LWHC. Dann hat man nämlich die besten Eindrücke am Schluss.
Wer weniger Zeit hat, sollte nach rechts in den LWHC gehen, soweit er halt will und dann wieder auf dem gleichen Weg zurück. Dabei nicht zu früh umdrehen: die engsten und damit besten Teile kommen erst nach einer ganzen Weile. Das untere Bild zeigt so einen Abschnitt:
Beide Canyons sind super interessant, gerade der LWHC ist im unteren Bereich auf weiten Strecken ein Slot Canyon, zum Teil gehen die Wände bis auf ca. 50 cm zusammen. Dazu sind die Canyons sehr abwechslungsreich. Mit jeder Windung verändert sich sein Gesicht, dann kommt eine kleine Felsstufe, die es zu überwinden gilt, dann kommt ein besonders enger Abschnitt etc. etc. Es ist gerade so, dass er noch gut begehbar ist, aber eben schon etwas abenteuerlich. Und das Ganze zieht sich im Gegensatz zu vielen anderen Slot Canyons über Kilometer.
Wer die Gesamttour macht (was wir nur absolut empfehlen können), wird feststellen, dass die Canyons nach oben hin immer weiter werden. Hier läuft man einfach weiter, bis entsprechend nach rechts bzw. links ein ausgeschilderter Verbindungsweg von ca. 1 Kilometer Länge abgeht.
Der kann im Sommer etwas unangenehm werden, da hier die Sonne voll drauf scheint. Ansonsten läuft man viel im Schatten bzw. kann sich im Schatten ausruhen.
Diese Wanderung ist wirklich etwas ganz Besonderes und kann gar nicht hoch genug gelobt werden. Mit etwas älteren Kindern kann das richtig zum Abenteuerspielplatz werden.
ACHTUNG: Da es eben Canyons sind, zudem teilweise Slot Canyons, dürfte es klar sein, dass man diese Tour nicht machen darf, wenn Gewitter oder sonstige Niederschläge drohen. Erkundigt Euch beim Ranger des Goblin Valley.
Wie kombiniere ich die beiden Sachen?
Die beiden Sehenswürdigkeiten liegen ja fast nebeneinander, so dass es sich natürlich anbietet, die beiden miteinander zu kombinieren. Das ist auch zeitmäßig kein Problem an einem Tag. Für das Goblin Valley braucht man 1-2 Stunden, für den LWHC maximal 4.
Bei einer Kombination sollte man darauf achten, dass es im Goblin Valley keinen Schatten gibt, im LWHC dafür schon. Das heißt: über Mittag, wenn es heiß wird, sollte man möglichst im LWHC sein. Goblin Valley macht man davor bzw. danach.
Was kostet es?
Goblin Valley ist ein State Park, insofern gilt der National Park Pass nicht. Der Eintritt ist aber erschwinglich, wenn ich mich recht erinnere, 5 Dollar pro Wagen.
LWHC kostet - so erstaunlich es ist - keinerlei Eintritt. Ist auch kein State Park.
Brauche ich ein Permit?
Permits - so erstaunlich es ist - braucht man nicht.
Brauche ich einen Geländewagen?
Die Zufahrt zum Goblin Valley ist komplett asphaltiert.
Die zum LWHC ist eine sehr gute Gravel Road mit einem Wash (trockenes Flussbett) in der Mitte. Hier sollte man mit einem normalen Wagen mit einiger Vorsicht drüber kommen. Bei Wohnmobilen hängt es wohl davon ab, wie tief gerade der Wash ist, einer erzählte mir, er habe es ohne Probleme geschafft, ein anderer, dass es nicht möglich gewesen sei. Zur Not kann man das Fahrzeug vor dem Wash stehen lassen, von dort aus ist der Trailhead des LWHC durchaus zu Fuß erreichbar.
Übernachtungsmöglichkeiten?
Es gibt einen Campingplatz im Goblin Valley SP.
Motels gibt es südlich in Hanksville (ziemlich tot), bzw. nördlich an der I-70.
Es dürfte sich aber sowieso anbieten, diese Sachen auf der Strecke Bryce Canyon/Capitol Reef - Moab einzubauen. D.h. man übernachtet am Capitol Reef, wo es verschiedene gute Motels gibt, und fährt dann mit Halt beim Goblin Valley/LWHC abends noch bis Moab, wo es jede Menge Motels gibt (bzw. umgekehrt). Kommt zeitmäßig gut hin.
Gibt es dazu noch weitere Infos in Reiseberichten?
Ja, nämlich im Reisebericht “Geheimnisse des Südwestens”
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