Top 7: Bisti Badlands Wilderness Area
Dieser Artikel wurde am 24. März 2009 von GreyWolf geschrieben.
Wo ist das?
Im nordwestlichen New Mexiko. Nächste Stadt ist Farmington. Relativ nahe ist der bekannte Mesa Verde NP und auch der Chaco Canyon (s. Top 9). Insofern liegt dieser weitgehend unbekannte Bereich durchaus noch an den normalen Touri-Routen.
Konkret: An der Straße 371 von Farmington in Richtung Thoreau (an der I-70) geht ca. beim Milemarker 70 die (ausgeschilderte) Abzweigung nach Osten zu den Bisti Badlands.
Von der Abzweigung geht es wenige Meilen Richtung Osten auf einer etwas holprigen Gravelroad. Man kommt dann zu einer T-Kreuzung, wo es nach links geht. Und schon nach kurzer Fahrt ist rechts von der Straße ein sehr breiter Wash, ein weites Tal in überwiegend weiß-grauer Farbe. Da wird die Straße ein paar Meter etwas ruppiger, ist aber immer noch mit Pkw befahrbar. Und wenige hundert Meter weiter kommt rechterhand ein Parkplatz mit Trailhead-Register. Kann man nicht verfehlen.
Warum ist das in den Top 10?
Die Bisti Badlands Wilderness Area ist eine Landschaft, von der richtig gesagt wird, dass man sich wie auf einem anderen Stern fühlt. Eine absolut unwirtliche Landschaft aus Lehm und verwittertem Stein, das bei genauerem Hinsehen wunderschöne Erosionsformen enthält. Zudem ohne Weg und Steg, also muss man die Sachen selbst finden. Und (fast) menschenleer.
Bisti wird übrigens “Bistai” ausgesprochen. Und das bedeutet “schlechtes Land”. Damit ist - wie Lala richtig erkannt hat - der Name “Bisti Badlands” als “schlechtes Land schlechtes Land” zu übersetzen und damit doppelt gemoppelt.
So sieht es da z.B. aus:
Was macht man da?
Rumlaufen und staunen, 2 Stunden sind das absolute Minimum, ein Tag kann man da aber auch verbringen.
Wenn man zum Parkplatz hinkommt, denkt man zunächst unwillkürlich “Was mache ich hier bloß, weit und breit nix zu sehen…”. Und das stimmt auch. Am Parkplatz selbst gibt es nur den Blick auf einen sehr breiten, fast weißen Wash und ein paar kleine Hügel. Auf der anderen Seite der Straße steht eine kleine Gruppe Hoodos, aber das kann es ja wohl nicht sein?
Nein, ist es auch nicht.
Vom Parkplatz geht man am Register vorbei durch die Öffnung im Zaun und läuft nun einfach im 90 Grad Winkel von der Straße weg - direkt nach Osten. Da sind jetzt die erwähnten Hügel im Weg, die umgeht man einfach.
Die Bisti Badlands teilen sich in zwei grobe Bereiche, so dass man sich entscheiden muss, was man sehen will. Für beide würde ich jeweils ca. 3 Stunden ansetzen, um einigermaßen einen Überblick zu bekommen.
Der eine Bereich liegt einfach den Wash entlang, direkt im Osten. Also immer geradeaus. Hierzu gibt es alle wichtigen Informationen bei www.bisti-badlands.com einschließlich einer Karte. Reiseberichte hierzu haben Lala unter “Hoodoo you do 2004″ und Steffen
Ich selbst war da nicht, kann daher nichts dazu sagen. Klingt aber verdammt gut.
Der andere - von uns besuchte - Teil liegt im Nordosten (immer vom Parkplatz aus gesehen).
Hierzu geht man wie folgt: Man geht zunächst vom Parkplatz einfach nach Osten. Dabei sieht man links (nördlich) von sich in ca. 200 (?) Metern Entfernung einen Weidezaun, dem man parallel folgt, bzw. an den man sich langsam annähert.
Dieser Weidezaun biegt irgendwann in einem Bogen nach Nordosten ab. Hier muss man ihm noch nicht folgen, man sieht in der Entfernung, wo er weitergeht und da er ja einen Bogen beschreibt, kann man hier einfach quer abkürzen.
Danach biegt dann aber der Weidezaun in einem 90-Grad-Winkel direkt nach Norden ab. Hier folgt man nun dem Weidezaun nach Norden und kommt unweigerlich zu einigen Hügeln. Diesen Punkt erreicht man ca. nach einer halben Stunde Laufzeit.
Und bei diesen Hügeln, die noch gar nicht spektakulär aussehen, fängt der Spaß an. Man geht zwischen den ersten Hügeln durch und steigt auf die nächste Hügelreihe drauf.
Von hier aus sieht man nun eine hügelige Landschaft aus weißem und grauem Lehm, dunkelroten bis lila Felsen - ein absolut unwirtliches Terrain, Badlands eben. Wenn man nun genauer hinsieht, sieht man zwischen diesen kleinen Hügeln diverse Hoodoofelder. Also jede Menge ausgewaschene Lehmteile in allen Formen und Farben. So etwa sieht es da also aus:
Und das erkundet man jetzt einfach. Man geht im Zweifel nach Norden und entdeckt immer neue Täler und Hügel. Wege gibt es nicht, mal klettert einfach wild drauflos. Gute Schuhe sind hier von Vorteil. Und dann findet man z.B. so etwas:
Oder so was:
Wir kamen dann nach einiger Zeit an einen sehr tiefen Wash, den wir nicht überqueren wollten (und wohl auch nicht konnten, ging ziemlich tief runter) und sind dann den gleichen Weg wieder zurückgegangen. D.h. 200 Meter weiter drüben und entdeckten dort wieder ganz neue Formen und Hügel.
Orientiert Euch beim Rückweg nicht zu sehr nach Südwesten, also in direkter Linie zum Parkplatz, da Ihr sonst unweigerlich an einem Zaun landet und letztlich Umwege laufen müsst. Einfach direkt nach Süden, bis man dieses Hügelgelände verlässt und dann halt wieder dem Zaun zum Parkplatz zurückfolgen.
Wichtig: Es gibt keinerlei Wasser in dieser Gegend und keinerlei Schatten. Wasser müsst Ihr also mitnehmen. Und im Sommer kann das mörderisch heiß werden. Hingegen kann nach Regen der Boden - wegen dem Lehm - sehr weich sein.
Da irgendwie alles gleich ist - bzw. man sich diese Vielzahl von Formationen kaum merken kann - kann die Orientierung schwer werden, gerade wenn die Sonne im Zenit steht. Man sollte zur Sicherheit einen Kompass dabeihaben. GPS wäre noch besser, ist aber nicht wirklich nötig.
Was kostet es?
Nix.
Brauche ich ein Permit?
Nein.
Brauche ich einen Geländewagen?
Nein. Bis zum Parkplatz ist die Strecke auch ohne Geländewagen befahrbar. Etwas ruppig, aber ohne Probleme machbar. In die Badlands darfst Du ohnehin nur zu Fuß.
Übernachtungsmöglichkeiten?
Im Norden gibt es in Farmington Motels. Im Süden wird man erst bei der I-70 wieder was finden.
Gibt es dazu noch weitere Infos in Reiseberichten?
Ja, z.B. im Reisebericht “Geheimnisse des Südwestens”.
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