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Die erste Woche

Dieser Artikel wurde am 20. März 2009 von GreyWolf geschrieben.

Dieser Artikel ist wie folgt unterteilt:

6.9.2002 Hamburg - Frankfurt - Denver

Diesmal sind wir über Hamburg via Frankfurt nach Denver geflogen, wobei die Hauptstrecke ein Nonstop-Flug der Lufthansa war.
Wir waren uns unsicher gewesen, wann wir vor dem Abflug in Hamburg sein sollten - von Frankfurt hatten wir gehört, dass man bei Flügen in die USA wegen der umfangreichen Sicherheitskontrollen bis zu drei Stunden vorher da sein sollte. Wir hatten uns dann bei der Lufthansa erkundigt und dort hatte man uns gesagt, dass eineinhalb Stunden vor dem Abflug ausreichen würden. Das stimmte dann sogar tatsächlich, vielleicht auch deswegen, weil es die Lufthansa ausnahmsweise mal schaffte, die meisten Schalter beim Check-In zu besetzen; auch die Sicherheitskontrollen konnten relativ zügig durchlaufen werden.
(Hinweis: Inwieweit dies für andere deutsche Flughäfen gilt, können wir natürlich nicht sagen).

Der Flug an sich verläuft ohne Probleme, abgesehen davon, dass es in Frankfurt ewig dauert, bis wir mit Bussen zum Flugzeug gekarrt worden waren und das Essen an Bord mal wieder dürftig ist!

Wir kommen dann nach 10 Stunden Flug um 15:30 Uhr Ortszeit in Denver (23:30 Uhr unserer Zeit) an. Allerdings dauert es dann eine Stunde, bis wir durch die Immigration sind. Am Schalter von Alamo braucht es noch eine gute halbe Stunde, bis wir endlich unser Auto bekommen. Der Grund für die schleppende Abfertigung: Praktisch jedem Kunden (auch uns) wird intensiv versucht, zusätzliche Versicherungen oder einen Upgrade auf ein größeres Auto aufzuschwatzen.
Das läuft so, dass die Alamo-Tante uns fragt, wohin wir eigentlich fahren wollen. Als ich ihr es sage, bekommt sie einen (natürlich unechten) sorgenvollen Blick. Oh, das sei aber weit. Und da gäbe es auch so hohe Berge (wo denn?), das sollten wir uns mal überlegen, ob wir nicht doch einen größeren Wagen wollten, koste auch nur x Dollar am Tag. Ich werde langsam unfreundlich und sie gibt es irgendwann auf.
Als ich frage, ob wir einen Pontiac GrandAm bekommen können, meint die Angestellte, sie hätten leider derzeit keinen zur Verfügung.

Danach begeben wir uns außerhalb des Flughafengebäude, um das Shuttle zum Alamo-Parkplatz zu bekommen. Fast im Minutentakt fahren die Busse anderer Vermieter vor, nur Alamo nicht. Wir überlegen schon, ob wir hier falsch sind, aber ein anderer Wartender beruhigt uns. Wir stünden da schon richtig. Nach einer guten halben Stunde kommt endlich das Shuttle, das uns dann zum Außenparkplatz von Alamo fährt. Amerikatypisch wird dabei jeder einzelne Mieter zu seinem eigenen Fahrzeug gefahren, auch wenn es zwischen den einzelnen Stops nur 20 Meter sind. Ist ja nett gemeint, aber langsam hätten wir gerne unseren Wagen, den wir zu Fuß schon längst erreicht hätten. Letztlich können wir unseren Mitsubishi Lancer übernehmen.
Für die gebuchte Klasse Intermediate erscheint er uns relativ klein, außerdem hat er keinen Tempomat - ärgerlich! Um uns herum stehen lauter Pontiac GrandAm, die Angestellte hatte mich also glatt belogen. Nach diesen Erfahrungen werden wir es uns sehr genau überlegen, ob wir das nächste Mal Alamo wählen werden.

Endlich geht es dann los und wir fahren die paar Meilen zum (für 79 Dollar + tax) vorgebuchten Holiday Inn Select Cherry Creek in Denver. Mit der Adresse gibt es ein kleines Problem: Das Hotel sollte 455 Colorado Blvd liegen. Wir fahren den Colorado Blvd ab, zwischen der 4. und 5. Street gibt es da nichts! Wir fahren weiter und ich schaue mir nochmal die Adresse an: 455 South Colorado Blvd. Ach so, eine amerikanische Besonderheit bei manchen Straßen. Die Straße wird zwar in Blocks aufgeteilt, fängt aber sozusagen in der Mitte an. Es geht dann nordwärts und südwärts los, das heißt es gibt einmal 455 South und einmal 455 North XY-Blvd. Und dann kann man sich natürlich bei 455 North totsuchen, wenn das Hotel 455 South liegt, das sind dann nämlich 8 Blocks Unterschied. Und bei 455 South finden wir dann auch das Hotel
.
Nach der Beschreibung sollte das Hotel praktisch an einem großen Einkaufszentrum - dem Denver Cherry Creek Shopping Center - liegen. Ich frage also den Angestellten, wo das Einkaufszentrum sein sollte. Antwort: Das läge einen Block weiter. Wir könnten auch grundsätzlich hinlaufen, aber vielleicht besser nicht jetzt, da es nach Einbruch der Dunkelheit vielleicht nicht ganz sicher wäre. Also fahren wir mit dem Auto hin, zu Fuß wäre das auch ein recht langer Marsch gewesen. Soviel zu Ortsangaben von Hotels/Motels …..

Díe nächsten eineinhalb Stunden verbringen wir dann in dieser Mall, die nicht sonderlich interessant ist. Es geht ja auch mehr darum, die Zeit bis zum Schlafengehen herauszuzögern, damit wir uns der neuen Zeitzone schnell anpassen. Ganz witzig: Ein Kinderspielplatz in der Mitte des Zentrums, der wie ein amerikanisches Frühstück aufgebaut ist - mit riesigen Spiegeleiern, Schinken etc. (aus Plastik natürlich). Danach geht es zurück ins Hotel, wo wir gegen 21:00 Uhr in die Betten fallen.

07.09.2002 Denver - Custer - Custer State Park

Die erste Nacht ist mal wieder mittelprächtig. Mal schläft man, mal ist man wach. Dafür sind wir wieder sehr früh auf und fahren schon um 06:30 Uhr los.
Die Besichtigung von Denver sparen wir uns. Ich war mal vor ein paar Jahren dort und außer dem üblichen Regierungsviertel mit Kapitol und einer Fußgängerzone in der Mitte gibt es da nach meiner Meinung nicht so viel besonders Interessantes.

Auf geht es nach South Dakota, warm ist es schon am frühen Morgen. Über die I-25 nordwärts. Irgendwie seltsam, rechts von uns die Great Plains, alles flach also, links die Rocky Mountains, alles Berge. In Cheyenne, immerhin einer mittelgroßen Stadt, suchen wir einen Supermarkt, finden aber nur einen sehr bescheidenen!

Weiter geht es in Richtung Custer, South Dakota, durch eine zum Teil recht nette Landschaft, sowohl in den Great Plains, als auch im Vorfeld von Custer, das ja in den Black Hills liegt. Schon gegen 14:00 Uhr kommen wir an.

Da es ein Samstag ist, suchen wir uns erstmal ein Motel, vielleicht wird es doch voll. Aber nichts dergleichen, es ist absolute Nachsaison und wir kommen im netten Dakota Cowboy Inn für nur 52 Dollar + tax unter. Danach bummeln wir erstmal ein bisschen durch die Geschäfte von Custer.

Anschließend fahren wir in den Custer State Park, der ein paar (5?) Dollar Eintritt kostet. Nach einem Besuch im Visitor Center (an der Straße sehen wir bis dahin ein paar einzelne Bisons im Wald, zwei kämpfende Bighorn Sheep-Männchen direkt am Straßenrand und Pronghorn-Antilopen) fahren wir zunächst den Needles Highway und besuchen den Sylvan Lake. Beides wird in den Reiseführern und auch auf anderen Homepages hoch gelobt, uns vermochte es nicht so zu begeistern.
Der Needles Highway hat zwar einige ganz hübsche Felsspitzen und eine nicht uninteressante Streckenführung durch den Wald. Aber leider ist der Wald teilweise so dicht, dass man die Felsspitzen kaum entdecken kann und die Aussichtspunkte sind schlecht ausgeschildert, so dass man erst merkt, dass es einen solchen Punkt gab, wenn man schon vorbei ist. Der (aufgestaute) Sylvan Lake liegt ganz idyllisch und wurde von uns in einer Dreiviertelstunde auch umrundet. Aber so richtig toll ist der auch nicht - sorry! (riecht auch teilweise nicht so lecker) Auf diese Punkte kann man also nach unserer Meinung auch verzichten.

Aber die Hauptsache im Custer State Parks sind ja die Büffel (oder besser gesagt: Bisons, da gibt es nämlich Unterschiede und in Nordamerika leben Bisons, auch wenn sie dort buffalos genannt wurden) und die gibt es besonders abends und morgens entlang des sogenannten Wildlife Loops anzuschauen. Also nix wie hin, es ist auch inzwischen schon nach 17:00 Uhr. Doch leider gibt es da eine Enttäuschung. Keine Bisons weit und breit, nur ein paar aufdringlich bettelnde Wildesel, die ihre Schnauzen in unsere Fenster stecken. Als es dämmerig wird, geben wir auf und fahren ins Motel zurück. Unterwegs dann doch noch ein einzelner Büffel. Der steht am Straßenrand und schrubbert sich an einem Hydranten mit verklärtem Gesicht - höflich gesagt - seinen Unterleib oder - besser gesagt - sein “bestes Teil”. (Später lesen wir in einer Broschüre über Bisons, dass männliche Tiere so etwas tatsächlich gerne tun!). Wir lachen uns halb tot und machen ein paar (Beweis)Fotos.

bison2

In Custer gibt es wenigstens einen kleinen Supermarkt und die üblichen Touristengeschäfte. Später bringt noch ein Gewitter erheblichen Niederschlag bis weit in die Nacht.

08.09.2002 Custer SP - Crazy Horse Monunemt - beinahe Mt. Rushmore NM - Wall Drugstore - Badlands - Sundance

Am nächsten Morgen ist das Wetter wieder schön und wir brechen früh zum Wildlife Loop auf. Da muss es doch irgendwo Bisonherden geben. Unterwegs noch ein kurzer Abstecher auf den Mt. Coolidge, der als Aussichtspunkt ausgeschildert ist. Die Aussicht über die Black Hills ist tatsächlich sehr gut, nur leider stehen hier diverse Funktürme. Und die sind mit Stahlseilen gesichert, so dass man, wohin man auch blickt, immer Stahlseile vor der Aussicht hat. Schade!

Jetzt aber zügig zum südlichen Teil des Wildlife Loops über die 87. Wir fahren um eine Kurve und QUIETSCH! Direkt vor uns und außerhalb des eigentlichen Parks eine große Bisonherde, die direkt auf uns zukommt. Angesichts dieser Übermacht ziehen wir uns leicht panisch erst mal hundert Meter zurück. Schon bald erkennen wir aber, dass die Bisons vor Autos Respekt haben. Wir fahren daher ganz langsam durch die in Gegenrichtung trottende Herde und können die Tiere auf Armlänge (natürlich im Auto!) beobachten. Klasse!

Bisonherde

Als die Herde vorbei ist, fahren wir zum Wildlife Loop, wo wir am Südende noch eine kleinere Herde Bisons sehen (am Tag zuvor sind wir wohl einfach zu früh umgedreht, man sollte den Loop wirklich bis zum Ende fahren) und ein paar possierliche Prairiehunde (nicht so possierlich sind aber die Krankheiten, die die Viecher bzw. die auf ihnen befindlichen Flöhe übertragen können (z.B. die Pest!) - also Pfoten weg).

Säugende Bisonkuh

Säugende Bisonkuh

Wir fahren danach am Crazy Horse Monument vorbei. Das ist (als Gegenstück zum Mt. Rushmore) ein von den Sioux-Indianern in Auftrag gegebenes gigantisches Steindenkmal, das aus den Felsen herausgearbeitet wird. Inzwischen kann man schon von der Straße aus den riesigen Kopf der Figur deutlich sehen, was uns reicht.

Danach geht es zum bekannten Mt. Rushmore, wo ja die Amerikaner aus den Felsen die Köpfe vierer Präsidenten herausgesprengt haben (in den heiligen Black Hills der Sioux - eine geschmackvolle Ortswahl). Wenn man mal da ist, dann schauen wir sie uns aber auch an.

Da kommt es aber zu einem ärgerlichen Missverständnis. Wir sehen die Ausschilderung zu kostenpflichtigen und nicht kostenpflichtigen Parkplätzen. Da wir ohnehin den National Park Pass kaufen wollen und dann ja wohl das Parken kostenlos wird, fahren wir zu den kostenpflichtigen. Doch als wir uns beim Kassenhäuschen mit dem Wagen anstellen, sehen wir, dass der National Park Pass für das Parken nicht gilt und das Parken 8(!) Dollar kosten soll. Das muss ja dann auch nicht sein, wenn die kostenfreien Parkplätze direkt daneben liegen, also den Rückwärtsgang rein und wieder zu den kostenlosen Parkplätzen rausfahren. Doch da gibt es ein Problem: Alle möglichen Ausgänge von dem Kassenhäuschen sind mit “Do not enter”-Schildern bestückt. Toll! Ich suche mir also den Weg, wo man am kürzesten durch den “Do not enter”-Bereich fahren muss - ca. 5 Meter - und da sowieso kaum Verkehr da ist, will ich da rausziehen. Prompt erscheint ein wilder “Willi Wichtig” (wiWiWi!) in einem kleinen Golfwägelchen und motzt uns an, ob wir nicht lesen können. Er nimmt wohl an, dass wir die Einbahnstraße zum Monument falsch rum fahren wollen, während wir ja nur wieder raus wollen, um nicht 8 Dollar für einen Parkplatz zu bezahlen. (Dieser Preis stößt übrigens nicht nur bei uns auf Unverständnis. Einen Tag später höre ich, wie sich ein Amerikaner darüber beschwert.) Ich versuche ihm das klarzumachen, scheitere aber an seinem Redeschwall. Irgendwann verschwindet er wütend und wir ebenso wütend. Das Monument besuchen wir dann natürlich nicht mehr. Das haben sie nun davon, haha!

Wir trösten uns in einem an der Strecke liegenden Weihnachtsladen mit ein paar Mitbringseln und fahren zum ca. 2 Stunden entfernten Badlands NP. Da es inzwischen Mittag ist und recht heiß, machen wir erstmal Pause im Örtchen Wall, wo der örtliche Wall Drugstore als Touristenattraktion gilt. Es handelt sich dabei um einen größeren Komplex mit diversen Andenkenläden, Ausstellungsstücken etc. Na ja! Die Andenkenläden sind allenfalls Durchschnitt, die Ausstellungsstücke kitischig bis miese Qualität. Es ist schon fast so trashig, dass es wieder gut ist. Also: ein Stunde kann man da mal verbringen, aber mehr auch nicht. Und wer es nicht sieht, verpasst nichts.

Danach fahren wir zum Osteingang des Badlands National Park, wo dann der Nationalpark Pass für 50 Dollar erworben wird.
Die “Badlands” sind eigentlich nichts anderes als die Abbruchkante zwischen der höher gelegenen (Upper) Prärie und der tiefer gelegenen (Lower) mit den entsprechenden Erosionserscheinungen. Wir fahren zunächst zum Visitor Center, um uns hinsichtlich der Trails beraten zu lassen.
Danach geht es ein Stück zurück, wo wir dann nacheinander die sehr kurzen Window und Door-Trails machen, die uns in die eigentlichen Badlands führen. Wir laufen auch ein Stück den Castle Trail entlang, kehren aber um, da der Weg wegen sehr viel Sand und Staub zum Teil schwierig zu begehen ist (Ausrutschgefahr auf jeder Steigung).
Danach schauen wir uns noch den recht hübschen Cliff Shelf Bereich an, wo es in den Badlands einigen Pflanzen gelungen ist, Fuß zu fassen. Über die Loop Road fahren wir dann - immer an der Abbruchkante entlang mit einigen hübschen Aussichtspunkten - zum Westeingang des Parks, wo wir ihn wieder verlassen. Wir haben uns vielleicht 3 Stunden im Park aufgehalten. Insgesamt würden wir den Park als “Mittelklasse” einstufen. Kein absolutes Muss, aber wenn man in der Nähe ist, kann man ruhig vorbeifahren.

Die Badlands

Die Badlands

Um die morgige Strecke zum Yellowstone etwas abzukürzen, fahren wir noch weiter Richtung Wyoming und kommen bis Sundance, in die Nähe des Devils Tower. Ich hatte gelesen, dass es dort einige Motels gäbe und war davon ausgegangen, dass es im September und doch recht abgelegen durchaus günstig sein dürfte. Weit gefehlt. Es gibt nur zwei Motels, von den wir das bessere Best Western wählen und prompt 78 Dollar + tax zahlen dürfen, sozusagen Monopolpreise. Man lernt halt immer dazu.

09.09.2002 Beinahe Devils Tower NM - Bighorn Mountains - Medicine Wheel - Cody.

Der heutige Tag ist im Wesentlichen ein Fahrtag. Wir müssen einfach die erhebliche Distanz zum Yellowstone NP überbrücken. Es gibt im Wesentlichen drei Routen - eine südliche (Straße 16), und zwei nördliche (Straßen 14 und 14 A), die von der Fahrzeit wohl praktisch gleich sind. Wir entscheiden uns für die 14 A, um das Medicine Wheel zu sehen.

Zunächst aber wollen wir dem Devils Tower NM einen Besuch abstatten, einem mehrere hundert Meter hohen Basalt-Stumpf, der aus der Prärie ragt. Doch leider regnet es beim Aufbruch. Aus der Entfernung sehen wir noch kurz den Tower, doch wird die Sicht immer schlechter. Als wir am Visitor Center direkt am Fuße dieses Tower ankommen, können wir den 150 Meter entfernt liegenden Tower nicht mehr sehen, so neblig und regnerisch ist es. Da es immer stärker regnet, verzichten wir auch auf den Rundweg um den Tower und verziehen uns wieder. Schade.

Die Strecke durch Wyoming verläuft zunächst einförmig (aber nicht uninteressant) durch die Prärie über die Interstate 90. Hinter Sheridan - inzwischen hat der Regen aufgehört und die Sonne kommt durch- geht es dann ab auf die 14/14 A. Der folgende Aufstieg auf die Bighorn-Mountains durch den Bighorn National Forest ist sehr schön und bietet tolle Ausblicke. Auch die Fahrt über die Bighorn-Mountains via 14 A ist durchaus hübsch.

An der Strecke liegt dann die Medicine Wheel National Historic Site. Hier haben Indianer (”Native Americans” für die politisch Korrekten) praktisch an der höchsten Stelle mit schönem Blick über die Umgebung aus Steinen einen ca. 15 Meter großen Kreis mit “Speichen”, also quasi ein Rad (wheel), ausgelegt - eine Kultstätte.
Man fährt dahin über eine ca. 2 Meilen lange, gut befahrbare Schotterstrecke. Am Ende gibt es dann einen Parkplatz, von wo man aus über eine Staubstraße ca. 2 Kilometer weiter laufen muss bis zum eigentlichen Medicine Wheel, das inzwischen eingezäunt ist.
Als wir dort ankommen (in der Höhe ist es trotz der Sonne recht kühl), findet aber gerade ein Zeremonie eines Medizinmannes(?) an einer Frau statt. Er entfacht eine Pfeife(?), verteilt den Rauch, spricht seine Gebete und bestreicht die Frau mit einer Feder. Ein Ranger sagt uns, dass wir zusehen dürfen, aber bitte keine Fotos.

Natürlich fotografieren wir sie und erklären ihn erstmal, warum sie mit ihrer Religion vollkommen daneben liegen. Anschließend fesseln und foltern wir sie, bis sie ihren Aberglauben bereuen und freiwillig Christen werden. Nur um ganz sicher zu gehen, dass sie es sich nicht anders überlegen, wenn wir wieder weg sind, schmeißen wir sie anschließend noch einen Abhang runter. Das sollte reichen! Drei Seelen gerettet.

Nein, war nur ein Scherz. Wir haben sie natürlich nicht fotografiert (deswegen gibt es hier auch keine Fotos). Respektvoll beobachten wir das Ganze aus einiger Entfernung und gehen nach einiger Zeit den Weg zurück. Insgesamt ist das Medicine Wheel durchaus einen Abstecher wert, insbesondere auch wegen der landschaftlich sehr schönen Lage.

Weiter geht es - inzwischen später Nachmittag - Richtung Cody, wo wir übernachten wollen. Unterwegs verfahren wir uns aber an einer Kreuzung, was wir aber erst entdecken, als wir 50 Meilen zu weit nördlich in Bridger, Montana, sind. Wir fahren dann ab Bridger über die 72 nach Cody. Übrigens eine schöne Strecke, da man hier entlang der Beartooth Mountains fährt. In einer schönen Abendsonne entfaltet die Landschaft ihren vollen Reiz, fast märchenhaft an einigen Stellen (ob es auch ohne die Abendsonne so schön ist, kann ich aber nicht mit Sicherheit sagen).

Beartooth Mountains in der Abendsonne

Beartooth Mountains in der Abendsonne

In Cody wollen wir übernachten, um am nächsten Tag den nahegelegenen Yellowstone NP zu besuchen. Ich hatte gedacht, dass wir in der Nachsaison und unter der Woche kein Problem haben dürften, hier ein Zimmer zu finden, aber an vielen Motels prangt uns “no vacancy” entgegen. Leichte Panik kommt bei uns auf. Zum Glück finden wir dann in dem recht schäbigen “Western 6″ Motel doch noch ein ebenso schäbiges Zimmer, sogar nur für 53 Dollar + tax.
(Am Rande vermerkt: Erst wollte man mir dort eine “Suite” für 93 Dollar andrehen. Als ich die aber nach dem Anschauen wegen ihrer Schäbigkeit und dem hohen Preis ablehnte, hatte man plötzlich doch noch ein normales Zimmer!).
Wegen unserer späten Unterkunft kommen wir nicht mehr dazu, die dortigen Museen anzuschauen, sondern schlendern noch ein bisschen durch den Ort, soweit die Geschäfte noch aufhaben.

Anmerkung: Ob man für Yellowstone auch in der Nebensaison vorbuchen muss, oder ob der plötzliche Touristeneinfall auf den 1. Jahrestag der Ereignisse am 11.09.2001 zurückzuführen sind, konnten wir nicht erkennen. Im Zweifelsfall sollte man wohl auch in der Nebensaison übers Internet vorbuchen.

10.09.2002 Yellowstone NP - West Yellowstone

Das Frühstück ist genauso mies wie das Motel. Am Saftautomaten steht ein großes Schild, dass man gefälligst nur kleine Becher benutzen soll.

Wir fahren früh los Richtung Yellowstone. Um es gleich vorwegzunehmen: Der Yellowstone NP ist wirklich etwas Besonderes. Die Landschaft schön, die thermischen Aktivitäten (Geysire, heiße Quellen etc.) beeindruckend und eine Unzahl von Tieren. Zwei Tage kann man dort ohne Probleme verbringen. Und mit dem Wetter hatten wir auch Glück. Da der Park nämlich sehr hoch und nördlich liegt, kann es durchaus schon wieder im September Schnee geben.

Nach der Einfahrt zum Park fahren wir zunächst über einen Pass und durch einen Wald zum sehr hübschen, aber Yellowstone Lake. An seinem Rand treffen wir auf die ersten Quellen, die mit mächtigem Schwefelgestank heißes Wasser und Dampf ausstoßen.
Wir fahren zum Grants Village, wo es eine der Parkunterkünfte, oder genauer gesagt, ein riesiges Hotel, gibt. Eine Nachfrage nach einem Zimmer führt aber zur Auskunft, dass alle Parkunterkünfte ausgebucht sind. Wir beschließen daher, schon mittags nach West Yellowstone zu fahren, um uns dort außerhalb des Parkes schon mal eine Unterkunft zu suchen - sicher ist sicher.

Zunächst einmal besuchen wir aber das West Thumb Geyser Basin, wo man am Yellowstone Lake diverse kleine und große heiße Quellen etc. findet. Über Plankenwege kann man relativ nahe herankommen und die zum Teil wunderschönen (von unterschiedlichen Bakterien gebildeten) Farben in den Quellen bestaunen. Schön sind auch die direkt am Ufer des Yellowstone Lake gelegenen Quellen. In der Nähe steht stoisch ein Bison zwischen den Bäumen.

West Thumb Geyser Basin

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Nach einiger Zeit fahren wir zum Old-Faithful-Bereich des Parks, dem Upper Geyser Basin. Der Old Faithful ist ja ein relativ großer Geysir, der den Vorteil hat, dass seine Eruptionen alle 90 Minuten kommen und relativ genau (+/- 10 Minuten) berechenbar sind. Bei den meisten anderen Geysiren kann man die Eruptionen, wenn überhaupt, nur auf einige Stunden festlegen, doch wer hat schon Zeit, diese dann wirklich 3-4 Stunden abzuwarten?

Die nächste Eruption des Old Faithful ist erst in einer Stunde (Aushänge im Visitor Center), so dass wir uns erstmal das Visitor Center anschauen und ein bisschen durch die umliegenden Souvenir-Shops bummeln. Rechtzeitig sind wir zurück, um mit hunderten (wirklich mit hunderten) von anderen Besuchern den Ausbruch anzuschauen. Der Ausbruch des Old Faithful ist allerdings bei Weitem nicht so stark und so lange, wie ich ihn in Erinnerung hatte. (Tatsächlich schwankt die Höhe und die Dauer sehr stark).
Na ja, wir gehen daher in dem dort liegenden Bereich umher, wo es sehr viele heiße Quellen und Geysire gibt. Einige kleinere Ausbrüche bekommen wir auch mit, sehr hübsch und interessant. Ganz witzig ist eine kleinere heiße Quelle, die im 10-Minuten-Takt ausbricht.

Upper Geyser Basin

Upper Geyser Basin

Auf dem Rückweg sehen wir auch noch aus der Ferne einen weiteren Ausbruch des Old Faithhful, der deutlich stärker ausfällt (na also!). Man muss hier anmerken, dass es eigentlich keinen Grund gibt, wirklich direkt am Old Faithful auf den jeweiligen Ausbruch zu warten. Beim Wandern durch das umliegende Gelände hat man eigentlich von vielen Standorten diesen Bereich im Auge, so dass man den Ausbruch eigentlich immer mitbekommen sollte.

Old Faithful

Old Faithful

Jetzt gibt es auch noch für Euch ein paar leicht beunruhigende Neuigkeiten. Es war schon lange klar, dass es im Yellowstone Vulkane gegeben hat. Allerdings gelang es nicht, den eigentlichen Vulkan zu finden. Wo man auch suchte, kein Krater, nichts.
Bis ein Geologe mal eine Satellitenaufnahme des Gebietes sah. Und da fiel es ihm wie Schuppen von den Augen: Der gesamte Park war der Vulkan. Wenn man sich den Park ansieht, gibt es nämlich einen fast geschlossenen Bergring drumherum. Das ist eine sogenannte Caldera, also der ringhafte Überrest des Vulkans.
Es gab hier eine gigantische Explosion eines Vulkans, die vor einigen hunderttausend Jahren im weiten Umkreis alles vernichtete. Egal, wo Du in den östlich davon gelegenenen Teilen der USA schaust, Du wirst auf eine meterdicke Ascheschicht stoßen, die von diesem Ausbruch kommt. Bis hin nach New York. Vom Effekt war dieser Vulkanausbruch so gigantisch wie ein riesiger Meteoriteneinschlag. Man nimmt an, dass dieser Ausbruch eine mehrjährige Verdunklung der gesamten Erde verursachte, die ein gewaltiges Artensterben auslöste. Eine absolute Katastrophe also.

Und damit Ihr Euch noch besser fühlt: Der Vulkan ist immer noch da. Unter dem Park befindet sich eine gigantische Magmakammer. Deswegen auch diese ganze Hitze aus dem Erdreich, die heißen Quellen etc.
Man nimmt an, dass dieser Vulkan in der Vergangenheit etwa alle 600.000 Jahre ausgebrochen ist. Der letzte Ausbruch war 630.000 Jahre her ….. es ist also wieder Zeit.

Nun fragt Ihr Euch natürlich, ob man so einen Ausbruch früh genug merken wird. Wohl schon. Typische Anzeichen wären eine langsame Erhöhung des Parkgebietes, Veränderungen bei den thermischen Aktivitäten, leichte Erdbeben. Ach ja, solche Anzeichen gab es in den letzten Jahren…. Gut, oder?

Aber jetzt entspannt Euch mal. Es kann durchaus sein, dass der Vulkan überhaupt nicht ausbricht oder erst in 100 oder erst in 10.000 Jahren. Ein Haus würde ich mir da aber nicht kaufen…

Nach Mittag fahren wir dann zunächst Richtung West Yellowstone, was übrigens eine recht schöne Route entlang des Madison River ist. Unterwegs sehen wir auch noch einen Weißkopfseeadler auf einem Baum.
In West Yellowstone suchen wir nach einem Motel und sehen ein Gray Wolf (!) Inn + Suites. Na ja, wenn schon ein Motel nach mir benannt wird (und die danebenliegende Avenue - wenn auch leider falsch geschrieben), müssen wir da wohl für 79 Dollar + tax absteigen. Das Motel ist übrigens recht neu und durchaus zu empfehlen. Liegt direkt hinter dem IMAX-Theater.

Nachdem wir nun unsere Übernachtung gesichert haben, fahren wir wieder in den Park hinein. Dabei sehen wir unter anderem eine große Büffelherde. Danach sehen wir uns die Seheswürdigkeiten zwischen Madison und dem Old Faithful-Bereich an. Einmal den interessanten Bereich Fountain Paint Pot, den Firehole Lake Drive und das ebenfalls empfehlenswerte Midway Geyser Basin. Dort fasziniert besonders eine riesige Quelle, die tausende von Litern heißen Wassers austreten lässt. Damit sind wir den Rest des Tages beschäftigt. Abends gehen wir noch für 8 Dollar p.P. in West Yellowstone ins IMAX-Theater.

Midway Geyser Basin

midway

11.09.2002 Nord-Yellowstone - Gardiner

Morgens empfängt uns bedrücktes Schweigen im Frühstücksraum - es ist der Jahrestag des 11.09. und im Fernsehen werden die Trauerfeierlichkeiten übertragen. Man merkt, wie sehr dies den Amerikanern an die Nieren geht. (Uns auch!)

Wir brechen um 09:00 Uhr auf, da ab 10:00 Uhr die Straße zwischen Madison und Norris bis zum Abend wegen Bauarbeiten gesperrt wird. Eigentlich war das zeitmäßig kein Problem. Aber plötzlich: Stau! Eine Büffelherde latscht in aller Seelenruhe über die Fahrbahn und nichts geht mehr. Endlich geht es weiter und wir schaffen es gerade noch vor 10:00 Uhr, die Straße zu erreichen.

Das ist Yellowstone - Bisons und heiße Quellen

bisonyel

Das Norris Geyer Basin ist ganz nett, aber nicht so gut wie anderen.
Kleine Anekdote am Rande: Als wir dort ankommen, müsste ich mal für kleine Touristen. Vor den Restrooms haben sich aber längere Schlangen gebildet, so dass ich halt 100 Meter in einen Wald hineingehe. Kaum habe ich alles erledigt, gibt es ganz in meiner Nähe ein lautstarkes Quietschen und Röhren. Ich schaue schön blöd, denn nur 30 Meter von mir entfernt steht ein riesiger röhrender Wapiti-Hirsch. Da ziehe ich mich dann doch respektvoll zurück. Später lese ich dann auch noch einen Zettel der Parkverwaltung, der vor einem aggressiven Wapiti in der Gegend warnt.
Hinweis: Wapitis heißen auf amerikanisch “elk”. Elche heißen hingegen “moose”.

Von Norris fahren wir dann zum Canyon Village. Dort wollen wir den Lauf des Grand Canyon of the Yellowstone langlaufen, wo sich der gleichnamige Fluss tief eingegraben hat und über zwei hohe Wasserfälle stürzt. Ich frage mal im Visitor Center, ob es einen Unterschied macht, ob man den North oder den South Rim entlanggeht. Nein, ist die Antwort, der South Rim ist nur bekannter. Wir laufen letztlich den North Rim. (Tatsächlich scheint es keine wesentlichen Unterschiede zu geben, lediglich die Upper Falls sieht man wohl vom South Rim besser, dafür kann man am North Rim näher zu den Fällen hinuntersteigen).

In den nächsten dreieinhalb Stunden folgen wir dann dem North Rim Trail vom Inspiration Point bis zu den Upper Falls und zurück. Der Weg an sich ist gar nicht so weit, aber es gibt diverse Aussichtspunkte mit grandiosen Einblicken in den gelben Canyon (yellowstone = gelber Stein!) und außerdem kann man sowohl bei den Lower wie auch bei den Upper Falls einige (sogar eine Menge - stöhn!) Stufen in die Tiefe steigen bis an die Kante der Fälle. Echt toll und absolut lohnend!

Grand Canyon of the Yellowstone
mit Regenbogen !

yellow

Wir fahren dann über die ganz nette, aber nicht unbedingt sehenswerte Nordost-Strecke über Tower Roosevelt nach Mammoth Hot Springs, wo wir uns die Sinterterrassen anschauen wollen.
Ich war schon mal 1988 dort gewesen und hatte daran gute Erinnerungen. Ich hatte im Reiseführer gelesen, dass inzwischen wesentlich weniger Wasser über die Felsen läuft und damit der Reiz weitgehend dahin. Leider hat sich dies absolut bestätigt. Denn nur wo das Wasser läuft, sind die Sinterterrassen wirklich schön, während sie sonst nur grau in grau wirken.
Und das Wasser läuft nur noch an drei - vier Stellen, wenige Quadratmeter der Gesamtfläche. Wirklich schade. Man muss klar sagen, dass Mammoth heute keinen Abstecher mehr wert ist.

Auf dem Bild seht ihr genau einen Vorher - Nachher - Vergleich. Die farbige Fläche rechts ist die, wo das Wasser noch langläuft. Links läuft kein Wasser mehr lang - grau in grau.

Mammoth Hot Springs

sinter

Wir übernachten in einem einem Comfort Inn in Gardiner. Das hatte ich für 116 Euro (!) vorgebucht, da ich für die Buchung des Flugs beim Reiseveranstalter auch noch ein “Landprogramm” brauchte. Das war ein schöner Reinfall. Vor Ort hätte es 89 Dollar gekostet und das Motel ist wirklich mies, papierdünne Wände und heruntergekommen.
(Insgesamt möchte ich sagen, dass uns von den drei Orten Gardiner, Cody und West Yellowstone, Gardiner am schlechtesten und West Yellowstone am besten gefallen hat).

12.09.2002 Yellowstone - Craters of the Moon - Sawtooth Mountains

Am Morgen wird unser mieser Eindruck vom Motel noch mal bestätigt. Was wir da an Frühstück erhalten, war wirklich dermaßen mies, dass es jeder Bescheibung spottet. Ich wusste gar nicht, dass man O-Saft dermaßen verwässern kann.

Von Yellowstone müssen wir jetzt Richtung Mt. Rainier. Dafür bietet sich natürlich die direkte Route über die Interstate 90 an. Aber praktisch einen ganzen Tag über die Interstate? Das ist dann doch ein wenig öde. Nach einigem Studieren und Überlegen entscheiden wir uns für eine deutlich längere, aber auch interessantere Route über Idaho.

Wir fahren zunächst nach West Yellowstone, das wir trotz der Baustellen auf der Strecke zügig erreichen. Danach geht es Richtung Südwesten auf der 20 weiter. In einem Reiseführer hatten wir den Tip gelesen, man solle zwischendrin auf die Scenic Route 47 fahren, weil man von da aus die Grand Tetons so gut sehen könne. Na ja, man sieht sie zwar mal, aber lohnend ist diese Strecke wirklich nicht. Also geht es auf der 20 weiter, wo wir eigentlich in Idaho Falls die Wasserfälle anschauen wollen. Doch die Stadt schildert die Fälle nicht aus, so dass wir unverrichteter Dinge weiterziehen (so wichtig war es auch nicht). Wir folgen dem Verlauf der 20 in Richtung Westen. Die Landschaft wird jetzt wüstenmäßig karg, erinnert uns sehr an Nevada. Und der Blick auf die Karte bestätigt das - wir sind nur wenige Meilen vom Nordrand Nevadas entfernt.

Unterwegs kommt man am ersten zivilen Atomkraftwerk (von 1951) vorbei, das man heute besichtigen kann. Da die Gegend aber wegen atomarer Verseuchung bis vor einigen Jahren Sperrgebiet war, hält sich unsere Begeisterung für diese Attraktion in Grenzen. Die nächste Stadt wirbt übrigens damit, dass sie die erste Gemeinde der Welt war, in die Atomstrom geliefert wurde. Wenn man sonst nix hat .. (und mehr haben die auch nicht).

Wir erreichen dann das Craters of the Moon NM, in dem eine vulkanische Landschaft einschließlich gewaltiger Felder erstarter Lava erhalten ist. Ein deutlicher Gegensatz zum Umland - schwarzes Gestein, soweit das Auge reicht, kaum Vegetation - und sehr heiß.
Wir laufen verschiedene kürzere Trails, wo wir u.a. den Unterschied zwischen den einzelnen Lava-Arten kennenlernen. Am leichtesten zu merken ist die Aa-Lava. Die ist spitz, eckig mit scharfen Kanten. Wenn man mit nackten Füßen drüber läuft, sagt man automatisch “Ah! Ah!”. Kein Witz, so entstand der Name.
Wir steigen auch auf einen Aschekegel namens Inferno Cone, von dem man einen guten Überblick über das ganze Gebiet hat. Zum Schluss laufen wir noch zu ein paar Höhlen in den Lavafeldern, in die man hineinsteigen kann. Davon ist der sog. Indian Tunnel auch ohne Taschenlampe zu besichtigen. Das Ganze ist interessant und einen Abstecher wert.

Der Inferno Cone

moon

Wir fahren nach ca. zweieinhalb Stunden weiter und zwar nach Ketchum. Das ist ein inzwischen in Amerika sehr beliebter Ferienort der Reichen, wo wir eigentlich übernachten wollen. Die letzten Meilen glauben wir, in einer Großstadt zu sein, soviel Verkehr wälzt sich hier über die Straßen.
Der Ort selbst gefällt uns aber überhaupt nicht. Viel Verkehr, keine (für uns) interessanten Geschäfte und von den nach den Angaben des Reiseführers so zahlreichen Unterkunftsmöglichkeiten keine Spur. Wir überlegen uns, einfach weiterzufahren. Aber die Sawtooth National Recreation Area, die als nächstes auf unserer Route liegt, ist dünn besiedelt, es gibt auf den nächsten 100 Meilen wohl kaum Motels. Wäre natürlich auch blöd, wenn wir dahin fahren, um festzustellen, dass alles belegt ist. Was tun? Gott sei Dank habe ich die Telefonnummer eines Motels in einem Reiseführer und rufe dort an. Kein Problem, noch jede Menge Zimmer frei.

Also: auf geht`s. Wir fahren über die 75 / 93 in die Berge. In der Abendsonne ist diese Fahrt spektakulär, insbesondere nach dem Überqueren eines Passes, wenn man in das Tal des Salmon einfährt, das dort oben liegt. Die Sawtooth Mountains und die gesamte Szenerie rundherum sind schlicht wunderschön!

Sawtooth Mountains

sawtooth

Wir fahren noch bis Stanley, wo wir dann im einzigen größeren (und guten) Motel, dem Mountain Village Resort, für 79 Dollar plus tax unterkommen.





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