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Die letzten drei Tage

Dieser Artikel wurde am 18. März 2009 von GreyWolf geschrieben.

Dieser Reisebericht ist wie folgt unterteilt:

(Carlsbad - Guadalupe NP - White Sands NM - Deming - Apache Pass - Chiricahua - Tombstone - Tucson - Phoenix)

13.05.2004

Von Carlsbad fahren wir süd-westlich in Richtung El Paso, wobei wir die Grenze zu Texas überqueren. Dabei kommen wir am Guadalupe Mountains National Park vorbei, der im Wesentlichen aus einer Bergkette besteht, die hier abrupt aus der Ebene herausragt. Sieht recht nett aus, aber wir haben nicht die Zeit, uns hier länger aufzuhalten.

Über El Paso fahren wir Richtung White Sands National Monument. Über die Fahrt gibt es eigentlich nichts zu berichten, die Strecke ist recht einförmig, soweit ich mich erinnere.

Gegen 14:30 Uhr erreichen wir dann das National Monument. 200 Meter vorher gibt es eine Straßenkontrolle der Grenzpolizei (Border Patrol), die hier offenbar nach illegalen Einwanderern suchen. Wir müssen rechts ran und unsere Pässe zeigen. Das ist mir auch noch nie passiert.

Die White Sands sind eine Dutzende von Quadratkilometern große Ablagerung von schneeweißem Gips, der hier hergeweht wird. Ein Großteil ist militärisches Sperrgebiet. 1945 wurde im nördlichen Bereich die erste Atombombe gezündet, im Süden gibt es das National Monument.

Wind gibt es heute kaum, so dass wir heute im National Monument alles machen können, ohne im Sandsturm rumzulaufen. Dafür drehen am Himmel Bomber die Runde, darunter auch Stealth-Flugzeuge, die hier offenbar üben.

Gleich am Anfang des Dünenfeldes gehen wir den Big Dune Trail, der ca. 45 Minuten dauert und auf dem man in einem Rundkurs durch die Dünen geleitet wird. Hier im vorderen Bereich gibt es noch verschiedene Pflanzen, die erklärt werden. Ganz nett.

Weiter hinten laufen wir dann den Interdune Board Walk. Da läuft man auf einem Steg über dem Gips rüber und auch hier werden die Pflanzen erklärt. Zum Teil sind es Pflanzen, die sich so gut angepasst haben, dass sie nur noch auf Gips wachsen können. Eine beachtliche Leistung, auf blankem Gips zu wachsen.

Hier treffen wir Karl, einen älteren Mann aus El Paso, der als Volunteer (freiwilliger Helfer) im National Monument arbeitet. Ein netter Kerl, mit dem wir uns gut eine halbe Stunde unterhalten. Sobald auch seine Frau in Rente ist, wollen sie mit dem Wohnmobil durch die Lande ziehen und in anderen Parks als Volunteers arbeiten. Was ich gar nicht wusste: Die Volunteers können keineswegs überall arbeiten, wo sie wollen. Um z.B. in besonders beliebten Parks mitmachen zu dürfen, müssen sie erst in anderen Einrichtungen Punkte sammeln. Wenn man z.B. im Yosemite NP mitmachen möchte, muss man erst x Punkte vorweisen können.
Karl erzählt noch von seiner früheren Arbeit bei der Raketenentwicklung und zeigt uns stolz einige Fotos von Raketentests, bei denen er dabei war. Zur allgemeinen Weltpolitik meint er, dass schon seine Mutter gesagt habe, dass die Religion die Wurzel allen Übels sei. Wie wahr.

Wir fahren dann noch auf der Loop Road weiter ins Dünenfeld hinein. Je weiter man kommt, desto mehr glaubt man in einer Winterlandschaft zu sein. Alles ist weiß, es gibt immer weniger Pflanzen. Mittendrin steht man dann in einer schneeweißen Dünenlandschaft. Einfach toll, ein wunderschöner Park, den wir nur empfehlen können. Gerade mit der tiefstehenden Sonne gelingen tolle Fotos.

Die Straße durch die Dünen.

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Außerdem kann man hier die Dünen runterrutschen. Nicht ganz einfach, da man auf Gips nicht so leicht rutscht. Aber bei der Weltmeisterschaft auf dem Zweier-Po machen wir locker den ersten Platz.

Von White Sands machen wir uns auf den Weg Richtung Westen. Wir kommen noch bis Deming, wo wir um 20.30 Uhr ankommen. Unterwegs noch mal eine Kontrolle der Border Patrol. Uns winkt man diesmal durch, aber einem Hispano wird gerade - wortwörtlich - der Wagen auseinander genommen.

In einem Holiday Inn kommen wir für 49 Dollar plus tax unter, allerdings ist Frühstück nicht inbegriffen. Den guten Preis macht man hier durch auffallende Unfreundlichkeit wett.

14.05.2004

Der letzte ganze Tag, morgen fliegen wir schon wieder zurück.

Wir fahren in Richtung des Chiricahua NM. Ich stelle beim Kartenstudium fest, dass man ja eigentlich von Osten kommend gar nicht bis Willcox fahren muss, um dann abzubiegen, sondern dass schon zuvor eine Straße eingezeichnet ist. Der Griff zum Reiseführer bestätigt, dass man hier auch auf einer Gravel Road über den Apache Pass rüberfahren kann.

Das tun wir auch. Es geht in Bowie ab und dort folgt man einfach der Ausschilderung Fort Bowie National Historical Site nach Süden. Nach wenigen Meilen geht die Strecke in Gravel über und überquert in Kurven eine kleinere Bergkette. Ganz nette Gegend, die Strecke selbst ist gut befahrbar, auch mit normalen Pkw möglich. An dem Fort Bowie halten wir uns aber nicht auf, zumal man da auch noch hinlaufen muss.

Und laufen wollen wir lieber im nicht weit entfernten Chiricahua National Monument. Auch eines von den Highlights des Südwestens, das kaum ein Tourist kennt. Dabei ist die dortige Felslandschaft anderen Nationalparks mindestens ebenbürtig.

Wir erreichen das NM gegen Mittag. Wir wollen noch ein bisschen wandern und fahren daher gleich über die sich die Berge hinaufwindende Stichstraße in den Park. Schon auf dem Hochweg sieht man beeindruckende Felsnadeln an den Abhängen und oben erwartet uns das (uns schon bekannte) Bild von Tausenden von Felsnadeln, die hier emporragen.

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Letztesmal sind wir hier ja schon länger rumgelaufen. Diesmal steigen wir zunächst auf einem Trail ca. 1 Meile auf den Sugarloaf Mountain. Das ist ein steiler Kegel, auf dem man einen 360-Grad-Rundumblick über die Gegend hat. Für Fotos ist das allerdings nicht so gut, da hier relativ viele Bäume stehen.
Ganz interessant: man sieht von hier aus die Überreste eines Vulkans, der hier vor einigen Millionen Jahren ausgebrochen ist und dabei die 1000-fache Stärke des Mt. St. Helens-Ausbruches hatte. Also ziemlich heftig, selbst für Vulkane.

Anschließend fahren wir zum Beginn des Echo Canyon Trails, dem wir diesmal - ihn kennen wir ja schon - nur ca. einen Kilometer folgen, da hier die besten Felsformationen sind. Das sollte wenigstens jeder machen, der hier herkommt.

Ausblick vom Echo Canyon Trail

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Das Chiricahua NM hat uns diesmal wieder besonders gut gefallen. Können wir nur empfehlen.

Abends wollen wir noch nach Tucson, was ja nicht so sonderlich weit ist. Was machen wir noch? Nach Heranziehen von Karte und Reiseführer entscheiden wir uns für einen Abstecher nach Tombstone, dem bekannten Westernort. Hier hatte ja die berühmte Schießerei zwischen Wyatt Earp, Doc Holiday und den Clanton-Brüdern stattgefunden. Böse Zungen behaupten ja, es habe sich hier weniger um die Durchsetzung von Recht und Ordnung gehandelt, als um eine Schießerei zwischen zwei Gruppen, die beide die Herrschaft über die Stadt wollten.
Letztlich egal, hat der Stadt jedenfalls Ruhm und Touristen beschert.

Über kleinere Straßen und gut befahrbare Gravel Roads nehmen wir die direkte Route über Weltstädte wie Elfrieda und Gleeson.

In Tombstone selbst angekommen, sind wir erstmal verwirrt. Wo ist denn hier die erhaltene Altstadt? Nach einem bisschen Rumkurven finden wir sie dann etwas zurückgesetzt von der Hauptstraße. Wir finden auch einen Parkplatz, was vermutlich zur Hauptsaison nicht so leicht so dürfte. (Vielleicht ging die Schießerei ja auch nur um einen Parkplatz??).
Die Altstadt von Tombstone ist tatsächlich mit mehreren Straßenzügen gut erhalten. So wie man es aus dem Western kennt, mit niedrigen Häusern, Saloons, Vordächern und verwegenen Cowboys. Na ja, eher die Ladenbesitzer im Cowboy-Outfit.
Ganz nett gemacht, haut uns aber nicht so vom Hocker. Wir bummeln ein bisschen rum, liefern uns die oder andere Schießerei, essen ein Eis (”Was darf es sein, Fremder?”). Den eigentlichen Ort der Schießerei kann man übrigens nur gegen Eintritt besichtigen. Das ersparen wir uns dann.

Haus in Tombstone.

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So nach einer Stunde ziehen wir ab und erreichen gegen Abend Tucson. Wir suchen uns vom Highway ein etwas zurückgesetztes Holiday Inn Express aus. Kostet allerdings 80 Dollar plus tax und sie haben auch nur noch ein Zimmer frei. Es sind nämlich Abschlussfeiern an der Universität.

Den Abend verbringen wir mit Bummeln in einer Mall und gehen noch mal in`s Kino.

15.05.2004/16.05.2004

Der letzte Tag. Ist immer blöd.

Wir stehen spät auf und versuchen unsere Mitbringsel in die Koffer zu stopfen. Geht gerade so.

Wir wollen mal so richtig amerikanisch frühstücken geht. In einem Pancake-Haus versuchen wir es, aber da steht schon eine lange Schlange davor, die alle warten. Samstags morgens um 09:30 ist offenbar eine schlechte Zeit.

In einem Waffle House bekommen wir dann aber doch noch Waffles, bedient von einer Hessin, die seit 35 Jahren hier lebt.

Anschließend fahren wir noch mal in die Tucson Mall, noch ein bisschen bummeln. Außerdem wiege ich noch unseren großen Koffer auf einer Personenwaage, da ich mir nicht sicher bin, ob er nicht schon Übergewicht hat. 32 Kilo darf er ja sein. 30 Kilo hat er. Dafür wird ihm bestätigt, dass er für sein Alter Untergewicht hat. Freut unseren Koffer natürlich.

Zum Rest des Tages gibt es wenig zu sagen. Fahrt nach Phoenix, ca. 2 Stunden. Suche nach einem Supermarkt, um noch ein paar Backmischungen mitzunehmen. Auch nach längerem Suchen einen gefunden. Fahrt zu Alamo, Wagen abgeben. Einchecken am Flughafen geht schnell.

Dafür wird unser Rucksack mehrfach durch den Scanner geschickt und genaustens durchsucht. Ob wir da ein Messer drin hätten? Gemeinsam finden wir schließlich den Störenfried, ein Buttermesser, das wir hierdrin vergessen hatten. Wir dürfen es behalten.

Flug nach London, wie üblich kaum geschlafen, da die Sitze so scheiße unbequem sind. Dafür 3 Filme gesehen, erspart einem dreimal Kino.

In London drei Stunden Aufenthalt, laaaangweilig. Bei der Sicherheitsüberprüfung dort wird uns das Buttermesser abgenommen. Kein Problem, ich kaufe einfach im Duty-Free-Bereich eine Flasche Whisky, schlage den Hals ab und bringe damit das Flugzeug in meine Gewalt.

Hamburg, zum Bahnhof, Zug steht schon da, einsteigen, Hause fahren.

“The End”





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