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Tage 13 und 14

Dieser Artikel wurde am 18. März 2009 von GreyWolf geschrieben.

(Canyonlands National Park - Shafer Trail - White Rim Road - Arches - Needles District - Blanding)

04.05.2004

Beim Einkaufen in Moab zeigt sich, dass diese Sparkarten der einzelnen Supermärkte durchaus was bringen. Bekommen wir doch diesmal 40 Prozent Rabatt, weil wir zufälligerweise verschiedene Sonderangebote gekauft haben. Das möchte ich auch mal in Deutschland.

Heute soll es in den Canyonlands National Park gehen. Der teilt sich bekanntermaßen in drei unterschiedliche Bereiche auf, die jeweils unterschiedliche Zufahrten haben.

Für uns geht es heute in den District Island-in-the-Sky, die Insel im Himmel. Und das ist auch eine sehr zutreffende Beschreibung des Ganzen, denn tatsächlich fühlt man sich auf dem mehrere hundert Meter emporragenden Rand dieses Districts wie auf einer Insel.

Wir fahren also erstmal hoch, was wegen der gewundenen Straße eine Stunde dauert. Ich wollte hier gerne mal eine Strecke für Geländewagen fahren, hatte mich aber vorher nicht schlau gemacht. Ich frage also im Visitor Center. Da gibt es grundsätzlich den Shafer Trail, erzählt mir die Rangerin, der führt hinunter zur White Rim Road. Aber: Geländewagen muss sein. Für 2WD empfehlen sie das nicht. Sie wolle nicht sagen, dass es unmöglich sei, aber esgebe Stellen, wo ich wünschen würde, einen 4WD zu haben. Sie würde uns daher abraten, diese Strecke zu fahren.

Toll. Und jetzt?

Fahren wir erstmal zu den Aussichtspunkten,konkret zum Grand View Point Overlook, wo uns - wie immer - die Aussicht über die darunter liegenden Felslabyrinthe begeistert. Wir laufen ein Stück den Rim entlang und fahren noch zum Green River Overlook.

Typischer Blick auf die Canyonlands.

canyon1

Und dann entscheiden wir uns, entgegen der Empfehlung der Rangerin, den Shafer Trail zur White Rim Road (WRR) zu nehmen. Der Grund: Beim Studieren der Karte ist mir aufgefallen, dass man, wenn man auf der WRR - sozusagen auf halber Höhe des Canyonlandsplateau - angekommen ist, man nicht mehr wieder nach oben muss. Man kann vielmehr auf der Potash Road weiter runter fahren und kommt dann ganz in der Nähe von Moab raus. Und wir denken uns, dass man den 4WD ja wohl im Wesentlichen braucht, wenn es rauf geht, während man beim Runterfahren meistens den Wagen einfach laufen lassen kann.

Und - um das vorwegzunehmen - so ist es auch.

Wir fahren also auf dem Shafer Trail los. Das ist eine Gravel Road, die sich vom Rand des Canyonland-Plateaus in Serpentinen den steilen Hang hinunter zieht, bis man ein neues Plateau erreicht.

Die ersten Meilen auf dem Shafer Trail sind auch ohne wesentlichen Probleme. Ich frage mich schon, warum die Rangerin darum so ein Aufheben macht. Aber je tiefer man kommt, umso abenteuerlicher wird es. Die Strecke ist hier aus den Felsen rausgehauen, auf der einen Seite geht es steil nach oben, auf der anderen steil nach unten. Dazu wird die Straße immer rauer. Dicke Bodenwellen, gespickt mit herausstehenden Steinen, schütteln uns immer wieder gewaltig durch, selbst bei vorsichtiger Fahrweise.

Aber - wie gesagt - tatsächlich haben wir beim Runterfahren keine Probleme, weil wir nur einen 2WD haben. Man steht hier praktisch - trotz eingelegtem kleinsten Gang der Automatik, um die Motorbremse zu nutzen - ständig auf der Bremse. Nur beim Überwinden von Bodenwellen muss man manchmal Gas geben. Aber das geht gut, jedenfalls bei trockener Straße. (Beim Hochfahren scheint es auch zu gehen, aber ohne 4 WD würde ich das nicht machen).

Da die Straße teilweise recht eng wird, empfiehlt es sich durchaus, ab und zu anzuhalten, auszusteigen und den Hang hinunterzuschauen, ob nicht Gegenverkehr kommt. Denn hier möchte ich weder einem anderen Auto ausweichen müssen noch zurücksetzen.

Und tatsächlich ist auch recht reger Betrieb auf der Strecke. Mindestens 15 Fahrzeuge kommen uns nach und nach entgegen, die wir dann entsprechend an Ausweichstellen vorbeilassen.

Von oben sieht es noch harmlos aus…

shafer

Nach vielleicht einer Stunde sehr langsamer Fahrt auf dieser Mörderstrecke, die aber auch viel Spaß macht, kommen wir ein paar hundert Meter weiter unten auf der White Rim Road an.

Wie gesagt, diese Straße, natürlich auch Gravel, führt auf einem unteren Plateau dann um das Island-in-theSky herum. 100 Meilen kann man hier langfahren, dafür nimmt man sich allerdings aber besser mehrere Tage Zeit. Die WRR ist nämlich auch nicht wesentlich besser als der Shafer Trail. Zwar geht es hier recht eben auf dem Plateau lang, aber die Straße ist dennoch teilweise extrem rauh.

Wir folgen der WRR nach rechts und gelangen nach wenigen Meilen (1-2?) zu einem Parkplatz, wo Goosenecks Overlook dransteht. Was ist das denn? Keine Ahnung, lass uns hinlatschen.

Und das war eine gute Entscheidung. Denn hier hat man einen tollen Blick auf den Colorado, der sich mehrere hundert Meter unter uns entlangschlängelt. Übrigens sind wir hier - wenn ich der Karte glauben darf - ziemlich genau unter dem Dead Horse Point State Park.

Der Ausblick ist schwer auf dem Foto festzuhalten.

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Und das ist wirklich schön hier. Total ruhig, wir sind vollkommen allein. Ein magischer Moment.

Von da fahren wir noch ein-zwei-drei(?) Meilen zum Colorado Overlook. Auch hier kann man nach vorne laufen, um den Ausblick auf den Colorado zu genießen. Auch ein sehr schöner Punkt. Übrigens auch mit gewaltigen Hoodos.

Noch ein toller Ausblick

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Und Hoodos.

over3

Wesentlich weiter fahren wir aber nicht mehr auf der WRR, die ist doch teilweise recht rauh und man kommt nur langsam vorwärts.

Wir fahren zurück und nehmen dann die Potash Road nach unten, also Richtung Moab. Die ist zwar auch recht rauh, aber längst nicht so schlimm wie die WRR oder der Shafer Trail. Auch hiervon noch 2 Bilder:

Blick nach oben.

potash1

Und nach unten.

potash2

Nach ein paar Meilen kommt man zu den Potash-Abbaugebieten (also Pottasche = Kaliumkarbonat, wie wir alle wissen), wo in riesigen Becken diese ausgewaschenen Mineralien aufgefangen werden. Man fährt durch dieses Abbaugebiet hindurch, wobei deutlich zu sehen ist, dass dieses Zeug beim Abbauen in der ganzen Gegend verteilt wird.

Danach wird die Strecke immer besser und endlich ist man auf einer asphaltierten Straße, der 279.

Diese 279 ist auch sehr interessant, führt sie doch genau am Colorado entlang. An der flussabgewandten Seite wird sie von hohen Felswänden überragt, an der es (ausgeschilderte) Felsmalereien und Arches gibt.

Für unsere Tour über den Shafer Trail etc. haben wir insgesamt 3 1/2 Stunden gebraucht. Stunden, die sich wirklich gelohnt haben. Wenn Ihr einen Geländewagen habt, dann nehmt ruhig diese Abfahrt vom Island-in-the-Sky. Runter ist das meiner Ansicht nach sowieso interessanter als rauf, weil man so auch als Fahrer mehr von der Landschaft sieht.

Es ist schon 16:00 Uhr. Was machen wir jetzt noch?

Wir entschließen uns, im Arches National Park den Delicate Arch zu besuchen. Wir haben es ja nicht so mit Arches, aber der Delicate Arch ist schon was Besonderes.

Also laufen wir von Wolfe`s Ranch die 45 Minuten hoch zum Delicate Arch. Es hat viele Wolken, nur gelegentlich kommt die Sonne durch. Aber der Arch ist fragil und schön wie immer. Wirklich ein Wunderwerk der Natur.

Wow!

deli2

Allein sind wir hier natürlich nicht, es sind ständig zwischen 15 und 25 Leuten hier. Aber das ist nichts im Vergleich zu dem, was wir beim Runterlaufen sehen. Nämlich ca. 100 Kinder und Jugendliche mit Betreuern, die zum Arch hochlaufen (bzw. hochkeuchen, da sie zum Teil richtig fett sind).

Was soll das? Machen wir uns nix vor, die meisten Jugendlichen wissen doch eh so einen Anblick nicht zu schätzen. Hätte ich in ihrem Alter auch nicht. Und allen anderen wird mit hundert quengelnden, schreienden, rumrennenden Kids der Spaß verdorben. Der Platz am Delicate Arch ist ja auch so klein, dass man kaum ausweichen kann. Na ja, wir sind Gott sei Dank nicht betroffen.

In Moab zurück gehen wir erstmal in den Geschäften ausgiebig bummeln und schaffen es sogar, in einem Liqour Store, den wir zwischenzeitlich entdeckt haben, Wein aufzutreiben.

05.05.2004

Der Wein ist für heute, denn heute ist Hochzeitstag. Unser 11. Gar nicht so schlecht.

Wir suchen am Morgen erstmal noch ein T-Shirt in Moab. Ist gar nicht so leicht, da die meisten Motive entweder Proleten-4WD-Fahrer oder Proleten-Mountain-Bike-Fahrer ansprechen sollen. Letztlich werden wir aber dennoch fündig.

Heute wollen wir Richtung Süden weiter.

Hierzu fahren wir zunächst auf der 128 Richtung Nordosten, um dann auf die La Sal Mountain Loop Road nach Süden abzubiegen. Die La Sal Mountains liegen ja hinter Moab und man kann hier mit dem Auto an diesen Bergen entlang Moab quasi umfahren. Das ist auch eine recht nette Strecke, die weit nach oben führt, über uns die Gipfel der Berge, die noch gut mit Schnee bedeckt sind. Die Ausblicke auf den Canyonland-Bereich sind leider schwach, da es sehr dunstig ist.

Man kommt dann etwas südlich von Moab wieder raus und wir fahren hier immer südwärts auf der 191 weiter.

Nach ca. 30 Meilen geht es dann rechts ab zum Needles Overlook. Needles heißt ein weiterer Bereich des Canyonland National Park, auf den man von diesem Overlook hinunterblicken kann. Der Witz dabei: die Bereiche des Canyonland NP Island-in-the-Sky und Needles grenzen aneinander. In Luftlinie sind es nur wenige Meilen zwischen den wesentlichen Punkten der beiden Bereiche. Aber weil das Gelände in unterschiedlichen Höhen liegt und dazwischen sich tiefe Felsschluchten und ein Felslabyrinth auftun, muss man von einem Teil des National Park zum anderen weit außen rum fahren, an die 50 Meilen.

Am Needles Overlook angelangt, der Weg dahin zieht sich ziemlich, geht Monika voraus zum Overlook. Nach ein paar Metern ruft sie: “Oh Liebling, ich glaube, da ist eine entzückende, kleine Schlange.” Sie sagt es aber in ihrer Erregung etwas schneller, so dass es zusammengezogen wie “UUAAAH” klingt.

Nur 2-3 Meter vor ihr hat sich zügig eine etwa ein Meter lange und sehr dünne Schlange, wohl eine Natter, über den Pfad geschlängelt. Und ist zwischen den Felsen verschwunden.

Den weiteren Weg zum Overlook gehen wir etwas vorsichtiger. Der Ausblick an sich ist sehr schön, man hat hier Blick über viele Quadratmeilen der Canyonlandschaft. Durchaus lohnend.

Der Needles Overlook ziemlich dunstig.

needlov

Von dort fahren wir zurück zur 191, dann wieder etwas südlich, um dann zur eigentlichen Zufahrt zum Needles District abzubiegen.

Insgesamt zieht sich das alles sehr, so dass wir erst gegen 15:30 Uhr am Eingang des Needles District sind. Wobei wir unterwegs mal wieder den Newspaper Rock angeschaut haben, einen über und über mit indianischen Petroglyphs verzierten Felsen. Auch muss ich einmal eine Vollbremsung hinlegen, weil eine Ente meint, sie müsse genau diesen Augenblick nutzen, um ihre Kinder über die Straße zu führen.

Am Parkeingang stelle ich zu meinem Entsetzen fest, dass wir nicht mehr viel Benzin haben. Das könnte knapp werden zum nächsten Dorf. Aber Gott sei Dank gibt es eine kleine Tankstelle am Campingplatz gleich neben dem Parkeingang.

Wir erkundigen uns beim Visitor Center nach möglichen Wanderungen. Gehört hatte ich, das die Wanderung im Chesler Park besonders toll sein soll. Das schaffen wir nicht mehr, dafür ist der Weg zu weit, aber wir können den Trail nehmen, der bis dahin führt.

Und das können wir nur wieder voll empfehlen. Man fährt dazu über eine enge, aber gut befahrbare Gravelraod zum Parkplatz am Elephant Hill. Und von hier geht der Weg in Richtung Chesler Park.

Was soll ich sagen, es war eine supertolle Wanderung, die ich tausend Mal empfehle. Genauso wie wir es mögen. Ständig wechselt die Landschaft. Mal geht man über eine Ebene, dann geht es bergauf, bergab, durch einen Wash, durch einen engen Felsspalt etc. etc. Alle paar hundert Meter wechselt die Szenerie. Der Trail ist auch gerade so abenteuerlich, dass es Spaß macht, aber nicht so abenteuerlich, dass man irgendwie Sorge haben müsste. Einfach interessant. Dazu kommt die tolle Landschaft mit immer neuen Felsformationen um uns herum.

Hier sind die Bilder:

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Übrigens ist der Bereich des Chesler Park, den wir nach eineinhalb Stunden erreichen, dem Vernehmen nach noch besser und interessanter mit vielen engen Spalten.

Für den gesamten Trail brauchen wir hin und zurück ca. 3 Stunden.

Wir fahren noch den Scenic Drive zu den Potholes. Das ist ein Felsplateau, in dem sich maximal ca. 50 cm tiefe Löcher befinden, in dem sich Regenwasser sammelt. Und darin entwickeln sich dann - möglichst, bevor die Löcher austrocknen - eine Art winzige Shrimps. Naja, nicht besonders spannend. Und die Shrimps schmecken auch nicht.

Aber der Blick von dort auf die hervorstehenden Felsnadeln des Needles District (daher der Name), zumal es stark auf Sonnenuntergang zugeht, ist wunderschön. Wenn Ihr einen Platz für den Sonnenuntergang in diesem Bereich sucht, geht zur Spitze der Potholes.

Wir fahren an diesem Abend noch bis nach Blanding, wo wir im Four Corners Inn für 50 Dollar + tax unterkommen.





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