Es wird der Adobe Flash Player benötigt und im Browser muss Javascript aktiviert sein..


Tage 20 und 21

Dieser Artikel wurde am 18. März 2009 von GreyWolf geschrieben.

Dieser Reisebericht ist wie folgt unterteilt:

(Albuquerque - Las Salinas NM - Alamogordo - Roswell - Carlsbad Caverns - Carlsbad)

11.05.2004

Am heutigen Tag wollen wir von Albuquerque Richtung Süden zum White Sands National Monument.

Dabei nehmen wir aber eine Umweg über das nicht weit entfernte Santa Fe, um dort bei den Premium Outlets noch mal shoppen zu gehen. Irgendwie scheinen die Outlets ihren Zenit überschritten zu haben, denn auch hier stehen einige Geschäfte leer. In Santa Fe waren wir schon mal, so dass wir ansonsten hier keine Zeit verbringen.

Von Santa Fe nach Alamogordo sind es mehrere Fahrstunden ohne besondere landschaftliche Höhepunkte. Insofern hatten wir beim Studieren der Karte beschlossen, als Zwischenstop das Las Salinas National Monument anzufahren, wo es alte spanische Missionen zu besichtigen gibt.

Von Santa Fe fahren wir daher über die 41 und 60 nach Mountainair, wo das Visitor Center dieses National Monument ist. Die Missionsstationen sind nämlich hier über die ganze Gegend verstreut und es gibt dann eben ein zentrales kleines Visitor Center.

Das ist sogar ganz interessant gemacht, für den Einstieg gerade richtig. Bei diesem National Monument geht es um folgendes: Die ersten Europäer, die hierher kamen, waren im 16. und 17. Jahrhundert die Spanier, die hier die angeblichen “Städte aus Gold” suchten - die es natürlich nicht gab. Außerdem konnte man dann in Kämpfen die einheimische Bevölkerung aus Pueblo-Indianern unterwerfen und zu Christen machen. Also die üblichen Freuden der Eroberer.

Um nun die Bevölkerung auf Dauer auch kontrollieren und beherrschen zu können, legte man ein Netz von Missionen über das Land. Und hier - um Mountainair herum - gab es gleich mehrere davon.
Allerdings war diesen Missionen kein allzugroßer Erfolg vergönnt. Nach einigen Jahren kam nämlich eine längere Dürre übers Land und die Pueblos, wo sich die Missionen befanden, wurden verlassen. Und ein paar Jahre später gab es auch noch einen großen indianischen Aufstand gegen die Spanier, die sich davon nicht mehr so recht erholten. Soweit die Geschichte in Kurzform.

Übrigens merkt man, dass wir in New Mexiko sind, einem Bundesstaat mit stark hispanischer Bevölkerung. Die Beschriftungen sind nämlich sowohl in Englisch als auch in Spanisch.

Nachdem wir jetzt wissen, worum es überhaupt geht, fahren wir ein paar Meilen auf der 55 zur wichtigsten ehemaligen Mission (bzw. deren Ruinen), nach Gran Quivira at Las Salinas Pueblo Mission National Monument (was für ein langer Name!).

Wie immer, pünktlich zur Mittagshitze sind wir da.

Wir begeben uns zum dortigen VisitorCenter, wo ich mich erkundige, was man hier machen kann. Der Ranger erklärt mir, dass man hier einen Rundkurs durch die Ruinen laufen kann. Wir sollten nur aufpassen, hier gebe es Schlangen. Ja, super. Die haben uns nämlich in diesem Urlaub schon gefehlt….

Während Monika in die Ausstellung vertieft ist, höre ich mit einem Ohr zu, wie sich der Ranger mit einer anderen Besucherin unterhält. Die kommt gerade von den Ruinen zurück und erzählt, dass sie keine Schlangen gesehen habe. Daraufhin berichtet der Ranger, dass er erst heute Morgen vom Vorplatz des Visitor Center zwei Schlangen entfernen musste. Sehr beruhigend, ich erzähle Monika nichts davon.

Wir gehen, die Augen immer schön auf den Boden vor uns gerichtet, den Pfad hoch zu den Ruinen. Konkret gibt es hier die Ruinen eines alten Pueblo und daneben die Ruinen der hier gebauten Kirchen. Mit einem kleinen Heftchen wird man von Punkt zu Punkt geleitet und es wird einem alles erklärt. Sehr interessant.

Wir achten natürlich sehr auf Schlangen, schauen in alle schattigen Winkel, wo sie jetzt liegen könnten, finden aber nichts. Puh.
Der Wind hat schon fast auf Sturmstärke aufgefrischt. Ich habe richtig Mühe, das Heftchen mit den Erläuterungen zu halten und muss meine Stimme heben, damit ich Monika den Inhalt erzählen kann, so pfeift der Wind hier. Allerdings ist es ein warmer Wind.

So sieht es da aus.

salinas

So nach einer Stunde begeben wir uns zum Visitor Center zurück und ich fange schon an mich zu entspannen. Irgendwie habe ich keine Lust mehr auf Schlangen. Monika will gerade sagen, dass wir jetzt wohl mit keiner Schlange mehr zu rechnen haben, als - war ja klar - kurz vor dem Visitor Center eine gut zwei Meter lange Schlange den Pfad wenige Meter vor uns quert. Auch hier wird man unsere freudigen Ausrufe “Oh wie schön, schon wieder eine Schlange” mit einem “UUUAAAARGH!” verwechseln können.
Ich weiß auch nicht, bei Schlangen werden einfach Urängste wach.

Ich erzähle dem Ranger davon und er meint, das müsse eine von den ungiftigen Schlangen sein, die er heute morgen gesehen habe und die hier ständig rumkrieche. Er nennt sie “Bow Snake” (diesen Namen für eine Schlange kann ich im Internet nicht finden, wahrscheinlich war es eine Gopher Snake). Klapperschlangen hätten sie hier aber auch. Er meint auch, dass dieses Jahr ein gutes Schlangenjahr wäre. Wie beruhigend.

Um hier allgemeine Panik zu vermeiden: Dass wir in diesem Jahr gleich 3 Schlangen getroffen haben, ist wirklich sehr untypisch. In all den Reisen zuvor hatte ich erst einmal eine Schlange gesehen, Monika noch nie.
Es dürfte vermutlich daran liegen, dass wir mehrfach Runien angeschaut haben. Zwei von unseren drei Begegnungen waren ja in bzw. bei Ruinen. Und Schlangen mögen solche Ruinenbereichen - warum auch immer.
Es sollte auch darauf verwiesen werden, dass alle Schlangen, die wir getroffen haben, eindeutig ungiftig waren.

Wir fahren weiter nach Süden Richtung Alamogordo, wo wir abends zum Sonnenuntergang das White Sands NM anschauen wollen.

Nur fällt mir unterwegs etwas auf. Wenn man nämlich nach Westen schaut, sieht man über diesen White-Sands-Gebieten, die sich hier über Kilometer hinziehen, hohe Staubwolken. Klar, der Wind weht natürlich auch diese White Sands auf. Da der Wind wirklich sehr stark ist, dürfte es ziemlich witzlos sein, im White Sands NM herumzulaufen, auf einen Aufenthalt im Sandsturm können wir verzichten.

Insofern werden wir einfach den Abend in Alamogordo verbringen, dass wir gegen 17:00 Uhr erreichen. Im Holiday Inn soll das Zimmer 69 Dollar + tax kosten, mit Government Rate nur noch 54 + tax. Es ist übrigens total voll im Motel, fragt mich nicht warum.

Wir gehen in eine Mall bummeln, allerdings hat diese Mall deutlich ihren Höhepunkt überschritten, die Hälfte der Geschäfte steht leer. Abends gehen wir noch (für 3 Dollar p.P.!!) ins Kino und sehen “Van Helsing”. Warum reden eigentlich die angeblichen Rumänen in dem Film untereinander auf englisch mit ausländischem Akzent?

Interessant: der Film ist “PG13″ eingestuft, also alle unter 13 Jahren dürfen nur mit einem Erwachsenen rein. Das bedeutet aber auch, dass jeder Erwachsene, wenn er will, seine Kleinkinder mit in den Film nehmen darf. Was sie auch tun. Der Film ist ja ziemlich horrormäßig, aber die Kinder amüsieren sich. Wenn ich bedenke, dass ich als 10jähriger noch keinen “Derrick” sehen durfte, weil das so furchteinflößend war….

12.05.2004

Am nächsten Tag sind wir früh auf, da die Vorhänge keinerlei Licht abhalten und es früh hell wird im Zimmer. Gibt es eigentlich irgendeinen Grund dafür, Vorhänge anzubringen, die das Licht nicht abhalten?

Gegen 09:00 Uhr sind wir in den White Sands. Der Wind ist aber immer noch sehr stark, soll aber am Abend nachlassen. Deswegen entscheiden wir uns dafür, heute schon zu den Carlsbad Höhlen zu fahren und morgen auf dem Rückweg hier wieder vorbei zu kommen.

Nördlich von Alamogordo fahren wir auf die 368, die uns durch die Sacramento Mountains führt. Das ist eine recht gewundene, aber hübsche Strecke durch die Berge. Ist recht touristisch hier, im Winter ist hier Wintersport möglich, im Sommer kann man hier wandern etc.

Nachdem wir die Berge hinter uns gelassen haben, kommt wieder die typische New Mexico-Landschaft mit ebenem Gelände. Sehr karg, Viehweiden.

Da es noch recht früh ist, biegen wir nördlich nach Roswell ab, wo angeblich in den 1950ern ein Ufo abgestürzt ist. Nach Angaben der Militärs war es ja nur ein Wetterballon. Und da gibt es jetzt ein (kostenloses) Museum, das wir ansteuern (ist direkt an der Hauptstraße in der Stadtmitte, nicht zu verfehlen).

Was positiv auffälllt: Das Museum legt sich nicht auf eine Version der Geschichte fest, sondern versucht, diesen Vorfall von allen Seiten zu beleuchten. Ein Ufo war es wohl nicht. Aber ebensowenig ein normaler Wetterballon. Vermutlich war es ein geheimes Flugprojekt der Air Force, das hier abgestürzt ist.

Ist auf jeden Fall interessant gemacht und durchaus einen Abstecher wert, wenn man mal in der Gegend ist.

Von Roswell geht es dann direkt nach Carlsbad, wo wir südlich der Stadt den Carlsbad Caverns National Park ansteuern.
Hier gibt es eines der größten Tropfstein-Höhlensysteme der Welt, das man auch zu relativ großen Teilen besuchen kann. Hauptattraktion ist der Big Room, eine riesige Höhle zweihundert Meter unter dem Boden. Dahin kann man entweder durch den natürlichen Höhleneingang hineinlaufen (Dauer ca. 1 Stunde, bis man unten ist) oder mit einem Fahrstuhl runterfahren. Wir wollen gerne reinlaufen, was allerdings nach unseren Infos nur bis 15:30 Uhr möglich ist. Insofern bin ich froh, dass wir um 15:15 Uhr das Visitor Center erreichen.

Allerdings - werden wir belehrt - macht der natürliche Eingang außerhalb der Saison schon um 14:00 Uhr zu. Wir können aber noch mit einer der letzten Fahrstuhlfahrten runterfahren, letzte Abfahrt ist nämlich um 15:30 Uhr. Das war knapp.

Unten sind wir dann schnell und wir machen den Rundgang von ca. einer Meile durch den Big Room. Der Rundweg selbst ist asphaltiert. Jacken nicht vergessen, es ist dort unten kühl und feucht.

Ist wirklich eine riesige Höhle, sehr schön und interessant. War es wirklich wert, hierher zu kommen. Für den Rundweg braucht man gut eine Stunde, so dass wir gegen 17:00 Uhr wieder oben sind. Fotos habe ich jetzt nicht gemacht, Blitzlicht ist sowieso verboten.

Abends wollen wir noch den Ausflug der Fledermäuse beobachten. Die ist kurz nach Sonnenuntergang, also gegen 19:45 Uhr. Insofern fahren wir zurück nach Carlsbad, wo wir in einem Days Inn absteigen, 60 Dollar + tax.

Gegen 19:15 sind wir wieder an den Höhlen, um die Fledermäuse zu beobachten. Die Carlsbad Caverns sind nämlich der größte einzelne Unterschlupf für Fledermäuse in den USA. 200.000 bis 350.000 von den Viechern wohnen hier ab Anfang Mai bis Oktober, den Rest des Jahres sind sie in Mexiko. Und diese Fledermäuse fliegen wenige Minuten nach Sonnenuntergang aus der Höhle raus. Damit man das gemütlich besichtigen kann, hat man extra am Höhleneingang ein kleines Amphitheater gebaut.

Ein Ranger erzählt dann noch verschiedene Sachen über die Fledermäuse und die Spannung steigt. Und dann, wenige Minuten nach Sonnenuntergang, kommt plötzlich ein großer Schwarm Fledermäuse aus der Höhle. In engen Kreisen ziehen sie nach oben und verschwinden über die Hügel. Ein stetiger Strom von vielleicht 1.000 Tieren pro Minute. Ein toller Anblick.

Wir beobachten das Ganze einige Zeit und verziehen uns dann wieder nach Carlsbad.





Hinterlasse einen Kommentar zu diesem Artikel, oder stelle eine Frage dazu.

Einen Kommentar schreiben